Geschichten
Kultur als Schlüssel zur Integration?
In der Schreibwerkstatt entstehen viel Texte. Einige davon werden am Sonntag zu hören sein.
In der Schreibwerkstatt entstehen viel Texte. Einige davon werden am Sonntag zu hören sein.
Schreibwerkstatt
F-Signet von Redaktion Fränkischer Tag
Kulmbach – In der „Schreibwerkstatt Grenzenlos“ schreiben Migranten eigene Texte in deutscher Sprache. Einige Werke werden bald zu hören sein.

Während der Treffen der „Schreibwerkstatt Grenzenlos“ versuchen Migranten ihre Gedanken zu Papier zu bringen. Sie bekommen oft anspruchsvolle Hausaufgaben: Kürzlich formulierten sie ihre Gedanken zur Weihnachts- und Winterzeit. Mit ihren Aktionen versuchen die Organisatoren kulturelle Brücken zu bauen. Der nächste „Brückenschlag“ ist für Sonntag, 11. Dezember, beim „Tag der offenen Tür“ auf der Museumsbühne „unter’m Dach“ der Museen im Mönchshof geplant.

Tag der offenen Tür im Mönchshof

Das Programm wird um 14 Uhr beginnen, und wiederholt sich bis 17 Uhr immer zur vollen Stunde. Die Besucher dürfen auf einen einen bunten literarischen Reigen freuen: Die Teilnehmer der Schreibwerkstatt haben sich individuelle Gedanken zur Weihnachts- und Winterzeit gemacht und niedergeschrieben. Daraus werden sie vorlesen.

Kulmbacher Autoren aus verschiedenen Kulturen

Die Besucher erwarten Geschichten von Autoren aus verschiedenen Kulturen. Manche haben viel Leid und große Strapazen hinter sich – haben in Kriegsgebieten oftmals ihr Leben eingesetzt, um in Frieden leben zu können. Viele wollen sich in der Kulmbacher Region eine neue Existenz aufbauen. Sie suchten eine neue Heimat, die sie in Kulmbach gefunden zu haben scheinen.

Auszeichnung für Kulmbacher Literaturverein

Die Regierung von Oberfranken hatte im Jahr 2021 dem Kulmbacher Literaturverein den Integrationspreis verliehen, auf dessen Initiative die „Schreibwerkstatt Grenzenlos“ zurückgeht – Uschi Prawitz hatte die Leitung des Projekts übernommen. „Ehrenamtliche Sprachpatinnen und Sprachpaten bringen den Menschen mit Migrationshintergrund in monatlichen Treffen die deutsche Sprache näher − Begegnung und Austausch stehen bei gemeinsamer literarischer Betätigung im Mittelpunkt“, erklärt Prawitz die Projektidee.

Uschi Prawitz: "Für mich geht es um das Miteinander"

Ihre Motivation beschreibt sie so: „Für mich geht es um das Miteinander. Teilhabe am Leben in einem fremden Land heißt für mich auch kulturelle Teilhabe. Nur wenn ich lerne, mich in einer fremden Sprache so auszudrücken, dass ich meine Gefühle vermitteln kann, meine Träume und mein Befinden, dann kann ich auch richtig ankommen und Anteil haben.“ Sie ergänzt: „Weiterhin ist es mir enorm wichtig, Grenzen abzubauen. Eine Gesellschaft, die in Schubladen und Grenzen denkt, wird es schwer haben, sich über diese Grenzen hinweg zu bewegen.“

Gelebte Weihnachtsgeschichte?

Den Organisatoren des „Tags der offene Tür“ in den Mönchshof-Museen liegt diese Aktion besonders am Herzen. Bernhard Sauermann, Geschäftsführender Museumsleiter der Museen im Mönchshof, findet gerade diese Aktion prädestiniert für die Weihnachtszeit: „Hier geht es letztlich um gelebte Weihnachtsgeschichte! Da kommen Menschen zu uns auf der ,Herbergssuche‘, die von uns Hilfe erbitten. Es freut mich, dass wir einen Ort der Begegnung ermöglichen können – und wir wollen ihnen wie die Heiligen Drei Könige etwas schenken, nämlich: Beachtung, Anteilnahme und Wertschätzung.“

Deshalb wünscht er sich reichlich Besucher. „Um derartige Engagements kann sich unser Haus und unsere Region glücklich schätzen.“ Nicht nur das hölzerne Gebälk des alten Mönchshof-Gebäudes verspricht eine gemütliche Atmosphäre. Eine Teilnehmerin wird arabischen Tee anbieten.

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