Kultur
Museen wollen gemeinsam Kulmbachs Schätze heben
Nina Schipkowski übergibt Bernhard Sauermann das Bild von Michel Weiß für die Sonderausstellung.
Nina Schipkowski übergibt Bernhard Sauermann das Bild von Michel Weiß für die Sonderausstellung.
Sigrid Daum-Sauermann
F-Signet von Redaktion Fränkischer Tag
Kulmbach – Die geplante Sonderausstellung zum Tag der offenen Tür am 11. Dezember in den Museen im Kulmbacher Mönchshof wird bald fertig sein. Motto: „Historische Marktbuden – Kulmbachs hölzernes Erbe“.

Dieser Tage übergab Nina Schipkowski von den Städtischen Museen auf der Plassenburg dazu eine stimmungsvolle Impression des bekannten Kulmbacher Heimatmalers Michel Weiß als Leihgabe an die Museen im Kulmbacher Mönchshof. Ein Bild, das bisher noch nie öffentlich in Erscheinung getreten ist. In einem ersten Gespräch der neuen Museumsleiterin Nina Schipkowski Mitte Oktober diesen Jahres mit ihrem Berufskollegen Bernhard Sauermann, dem Museumsurgestein vom Kulmbacher Mönchshof, war man sich schnell einig: In der Zukunft wolle man das in den Depots der beiden Museen verborgene historische Potenzial gemeinsam noch besser nutzen, um die kulturelle Vielfalt aus Kulmbachs Vergangenheit noch lebendiger und spannender aufzuarbeiten und an die interessierte Öffentlichkeit zu tragen.

Kulmbach hat viel "historisches Potenzial"

„Es gilt, die zahlreich vorhandenen Schätze nachhaltig zu heben und ins rechte Licht zu rücken“, meint Bernhard Sauermann und weiter: „Kulmbach hat auf diesem Sektor viel mehr zu bieten als gemeinhin bekannt. Viele Jahrhunderte alter fränkischer Regierungssitz mit imposanter Landesfestung, fulminanter industrieller Aufschwung vor allem durch Bier und Textil, und postindustrielle Genussmetropole mit einem reichhaltigen Fundus an Entdeckungswürdigem zur Profilierung regionaler Identität. Das wird die Herzen von Forschern und Entdeckern ganz sicher höher schlagen lassen.“ Den Anfang der „Depot-Kooperation“ macht nun die kleine Sonderausstellung, kuratiert von Sigrid Daum-Sauermann, der ehemaligen Geschäftsführerin der Mönchshofmuseen.

Szenen des Kulmbacher Markttreibens

Dargestellt ist in der für Michel Weiß typisch idealisierten Weise eine Szene des Kulmbacher Markttreibens. Nina Schipkowski erklärt: „Im Zentrum des Bildes der Luitpoldbrunnen auf dem Marktplatz, im Hintergrund die den Platz begrenzende Häuserzeile mit Ratskeller, links das alte Kornhaus. Aus der Bildmitte etwas nach rechts gerückt, die eigentliche Figurenszene um die sogenannte Bratwurstbude herum. Dargestellt ist hier eine der typischen Marktbuden, wie sie bis weit ins 20. Jahrhundert hinein zum Einsatz kamen. Staffagefiguren im Bildvordergrund vervollständigen die Komposition. Ursprünglich Privatbesitz einer ehemaligen Kulmbacher Industriellen-Familie, der Stiftung Landschaftsmuseum im August 2022 als Schenkung überlassen.“

Foto vom Kulmbacher Samstagsmarkt 1937

Eine Marktsituation, die so allerdings nicht stattgefunden haben kann: Das alte Kornhaus und der Luitpoldbrunnen haben nie zur selben Zeit auf dem Kulmbacher Marktplatz gestanden. Vielmehr verbindet Michel Weiß hier aus der Erinnerung und anhand von Vorstudien seine romantisierte Sicht auf den Wert städtebaulicher Kontinuität mit seinem idealisierten Geschichtsbewusstsein. Zwischen dem ersten Gespräch und der Eröffnung der Sonderausstellung war nicht viel Zeit. Dennoch fand man schnell zahlreiche Mitstreiter, die halfen, die Idee umzusetzen. So bereicherte etwa Erich Olbrich vom Stadtarchiv die Ausstellung mit einem Foto vom „Kulmbacher Samstagsmarkt“ um 1937.

Samstagsmarkt 1937 in Kulmbach – Paul Damm.
Samstagsmarkt 1937 in Kulmbach – Paul Damm.
Kulmbacher Stadtarchiv

Bernhard Sauermann fand fleißige Helfer, die ihm halfen, die Insignien für Kulmbacher Genuss zusammenzuführen, nämlich „Bier und Brotwörscht“. So wird auf der Ausstellungsgalerie im Museumsfoyer nicht nur die letzte Kulmbacher Marktbude als Bierausschank zu bestaunen sein, sondern auch eine historische Bratwurstbude aus seiner Privatsammlung. Beide Buden werden ihre Geschichte verraten und von ihren letzten Einsätzen erzählen.

Nina Schipkowski freut sich auf weitere gemeinsame Projekte

„Man darf gespannt sein, was sich in Zukunft in Sachen Zusammenarbeit noch ergibt“, meint Nina Schipkowski: „Angeregt durch den Glücksfall einer Schenkung an die Stiftung Landschaftsmuseum Obermain, ist die Kooperation der städtischen Museen auf der Plassenburg und den Museen im Mönchshof geglückt. Ich freue mich auf weitere tolle gemeinsame Projekte.“

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