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Eröffnung in Kulmbach
Knallige Pop-Art in Galerie Kotyba begeistert Besucher
In der Kulmbacher Galerie Kotyba wurde eine neue Ausstellung eröffnet.
In der Kulmbacher Galerie Kotyba wurde eine neue Ausstellung eröffnet. // Marion Kotyba
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Kulmbach – Bunte Kunstwerke fesseln mit Alltagsbeobachtungen. Olga Trachkovas einzigartige Pop-Art-Welt in der Galerie Kotyba.
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Zahlreiche Besucher waren von den farbenfrohen Werken begeistert – die stellvertretende Landrätin Christina Flauder (WGK) hatte gleich einen Favoriten. Das Werk mit dem Titel „Must have“ ist ihr sofort aufgefallen.

Vernissage in Kulmbach mit Kunst-Talk

Die Grußworte der Stadt und des Landkreises wurden an der Vernissage kreativ mit einem Kunst-Talk überbracht. Beteiligt waren Christina Flauder als Moderatorin, der künftiger Oberbürgermeister Ralf Hartnack (WGK), Bürgermeister Frank Wilzok (CSU), Stadt- und Kreisrat Thomas Nagel (FDP) und Stadtrat Dieter Hägele (CSU).

Olga Trachkova wurde 1979 in der Ukraine geboren und besuchte von 1992 bis 1996 die Kunstfachschule. Seit dem Jahr 2000 lebt und arbeitet sie in Mainz, um sich dort zur Kommunikations-Designerin an der Fachhochschule Main ausbilden zu lassen. 2007 schloss sie diese mit einem Diplom ab. Seit 2014 freischaffend tätig als Künstlerin und Kunstlehrerin.

Frau steht bei Olga Trachkova im Mittelpunkt 

Die Arbeiten von Olga Trachkova greifen alltägliche Situationen auf – scheinbar beiläufig Momente, die jeder kennt. Doch der Blick, den sie darauf richtet, ist eindeutig: Die Frau steht im Mittelpunkt des Geschehens. Die Frau locke, reize und fasziniere, so die Künstlerin selbst über ihre Motivwahl.

Manche Männer bemühten sich ein Leben lang, das Wesen der Frau zu verstehen, manche befassten sich mit weniger schwierigen Themen wie der Relativitätstheorie, so ein Zitat von Albert Einstein. Das Wesen Frau ist für die Künstlerin eine Inspirationsquelle, sie schaffe es für sich, Frauen aus der Sichtweise eines Mannes zu betrachten, so Olga Trachkova.

Marion Kotyba: Unter uns Frauen

In leuchtenden, fast übersteigerten Farben inszeniert sie Szenen, die auf den ersten Blick vertraut wirken: Die drei Grazien am Stand, die Frau in der Bahn, ein Einkaufsmoment, ein Griff ins Regal, ein kurzes Innehalten. Titel wie „Must have“ verweisen dabei auf eine Konsumwelt, die besonders an Frauen adressiert ist – „unter uns Frauen – das haben wir doch selbst schon so oft erlebt!“ so die Anmerkung von Marion Kotyba.

Formal knüpfen ihre Werke an die Tradition Pop-„Art an, wie sie etwa von Andy Warhol geprägt wurden: klare Bildsprache, plakative Farbigkeit, Alltagsmotive. Doch während die klassische Pop-Art häufig distanziert oder ironisch bleibt, verschiebt Trachkova die Perspektive. Ihre Arbeiten sind näher dran – beobachtend, manchmal augenzwinkernd, manchmal subtil kritisch.

Frau in Bikini in Kulmbacher Ausstellung zu sehen

Ergänzt werden diese farbintensiven Arbeiten durch eine Serie von Grafiken in Tusche. Mit wenigen präzise gesetzten Linien entstehen ausdrucksstarke Bildnisse von Frauen. Die Reduktion auf das Wesentliche verleiht diesen Arbeiten eine unmittelbare Präsenz – jeder Strich sitzt – jede Auslassung wirkt.

Im Gegensatz zur visuellen Fülle der Malerei zeigen sich hier Konzentration und Ruhe. Die Figuren treten klar hervor, fast ungeschützt und gewinnen gerade durch die Sparsamkeit der Mittel an Intensität. Eine der Grafiken zeigt eine Frau im Bikini – ein Motiv, das zwischen Selbstbewusstsein, Sichtbarkeit und Projektion oszilliert und damit zentrale Themen der Ausstellung aufgreift.

Kleine Drucke auf Acrylglas in Kulmbacher Ausstellung

Abgerundet wird die Ausstellung von kleinen Drucken auf Acrylglas – ein Motiv – drei Varianten. Als Vorlage diente jeweils eines der Originale von Olga Trachkova, die digital bearbeitet wurden. Diese kleinen Pop-Art-Druck gibt es in limitierter Auflage. So entsteht im Zusammenspiel dieser dreier Werkgruppen ein spannungsreicher Dialog zwischen Farbe und Linie, zwischen Inszenierung und Reduktion.

Im Zentrum steht dabei nicht das Objekt selbst, sondern die Situation. Die Werke zeigen Szenen, in denen sich viele wiederfinden können – und laden gleichzeitig dazu ein, diese neu zu betrachten. Was die Gäste zu sehen bekommen haben, ist eine zeitgenössische Form des Pop-Art, die weniger auf Distanz setzt, sondern auf Nähe: direkt, knallig, bunt und zugleich reduziert – und gerade darin überraschend vielschichtig. Die Künstlerin zeigte sich beeindruckt von der Stimmung und der Resonanz.

Öffnungszeiten der Ausstellung in Kulmbach

Die Ausstellung kann bis 30. Mai und am 25./26. Juni besichtigt werden. Vom 5. bis 20. Juni hat die Kunstgalerie Urlaub. Öffnungszeiten: Donnerstag und Freitag von 14 bis18 Uhr, Samstag von 12 bis15 Uhr. Gerne können auch Termine außerhalb der Öffnungszeiten vereinbart werden.

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