Natur
Kulmbacher Biotope brauchen Pflege
Die Grundmauern des ehemaligen Bauernhauses werden von Bewuchs freigeschnitten. So kann die Sonne die Steine wieder erwärmen - der Lebensraum wärmeliebender Arten bleibt erhalten.
Die Grundmauern des ehemaligen Bauernhauses werden von Bewuchs freigeschnitten. So kann die Sonne die Steine wieder erwärmen - der Lebensraum wärmeliebender Arten bleibt erhalten.
Foto: LBV/Katrin Geyer
F-Signet von Katrin Geyer Fränkischer Tag
Kulmbach – Mitglieder der Kreisgruppe Kulmbach im LBV legen immer wieder Hand an, um ökologisch wertvolle Flächen zu erhalten. Zum Beispiel nördlich von Unterdornlach.

Wirksamer Naturschutz bedeutet nicht immer, die Natur sich selbst zu überlassen. Manchmal muss der Mensch Hand anlegen, um zu erhalten, was nicht verloren gehen soll. So zum Beispiel auf einem Grundstück nördlich von Unterdornlach, das seit mehr als 30 Jahren der Kreisgruppe Kulmbach im Landesbund für Vogelschutz (LBV) gehört.

Gras mähen und Bäume beschneiden

Regelmäßig sind ehrenamtliche Mitglieder auf der knapp 12.000 Quadratmeter großen Fläche im Einsatz, um Gras zu mähen, Bäume zu beschneiden oder die Grundmauern des Bauernhauses, das dort einmal stand, von Bewuchs zu befreien.

Viel Körpereinsatz ist notwendig, um die Streuobstwiese zu mähen und das Gras von der Fläche zu bringen. Würde es dort einfach verrotten, wäre der Nährstoffeintrag zu hoch und die Vegetation würde sich verändern.
Viel Körpereinsatz ist notwendig, um die Streuobstwiese zu mähen und das Gras von der Fläche zu bringen. Würde es dort einfach verrotten, wäre der Nährstoffeintrag zu hoch und die Vegetation würde sich verändern.
Foto: LBV/Katrin Geyer

Weniger Schatten für wärmeliebende Tiere und Pflanzen

Dabei soll aus dem Gelände mitnichten ein Gartengrundstück werden. Die Mäharbeiten haben zum Ziel, die Flächen offenzuhalten und ein Verbuschen zu verhindern. Gezielte Schnitte dienen der Entlastung der alten Obstbäume auf der Streuobstwiese. Das Freischneiden der Mauern ist nötig, um die Beschattung zu reduzieren: in den Mauerritzen haben sich etliche wärmeliebende Tier- und Pflanzenarten angesiedelt.

Steinhaufen, Totholz und ein Quellgewässer

Wertvoll ist die Fläche vor allem durch die Vielzahl von Biotop-Typen auf relativ kleinem Raum: Magerwiesen, artenreiche Hecken, Streuobstbereich, feuchter Laubwald, Brennesselflur, verbunden mit vielen wichtigen Kleinstrukturen wie Steinhaufen, stehenden und liegendem Totholz, Altbäume mit Mulmhöhlen sowie als Besonderheit einem Quellgewässer im Kalkgestein.

Letztlich weist das Grundstück auch eine geologische Besonderheit auf: Die drei großen geologischen Einheiten Buntsandstein, Muschelkalk und Jura treffen hier aufeinander.

Magerrasenflur bei Schwingen droht zu verbuschen

Mit regelmäßigen Arbeitseinsätzen sorgt die LBV-Kreisgruppe dafür, dass ökologisch wertvolle Flächen erhalten werden können. Die nächste große Herausforderung wird ein Hanggrundstück bei Schwingen sein, wo die noch bestehende Magerrasenflur von Verbuschung bedroht ist.

Wer Interesse hat, sich an den Arbeitseinsätzen zu beteiligen, ist der Kreisgruppe herzlich willkommen. Infos und Kontakte gibt es auf der Internetseite kulmbach.lbv.de.

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