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Erste Pläne vorgestellt
Braucht Kulmbach die Uni-Brücke?
So könnte nach Vorschlag des Büros sbp GmbH die Brücke aussehen, die den Campus mit der Innenstadt verbinden soll. Quelle: sbp GmbH/Stadt Kulmbach
So könnte nach Vorschlag des Büros sbp GmbH die Brücke aussehen, die den Campus mit der Innenstadt verbinden soll. // Quelle: sbp GmbH/Stadt Kulmbach
Kulmbach – Das Bauwerk für Fußgänger und Radfahrer soll Campus und Innenstadt verbinden. Es gibt aber Kritik - nicht nur wegen der möglichen Kosten.
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Die Stadt Kulmbach möchte die Studenten und Mitarbeiter der Uni vom Campus auf dem ehemaligen Güterbahnhofgelände in die Innenstadt locken. Das soll möglichst einfach und barrierefrei erfolgen. Dazu ist der Bau einer Fuß- und Radwegebrücke geplant. Wie die aussehen könnte, wurde am Donnerstag dem Stadtrat vorgestellt.

Die Brücke soll laut Planungsbüro dafür sorgen, dass Fußgänger und Radfahrer nicht mehr die Kreuzung beim „Fritz“ queren müssen und der Campus nicht als isolierter Fremdkörper wahrgenommen wird. Die Brücke soll einen „lebendigen Austausch“ zwischen Bürgern und Studenten ermöglichen, ein „identitätsstiftendes Bauwerk“ sowie ein Signal für die zukünftige Entwicklung des Geländes sein.

Die bevorzugte Variante sieht einen barrierefreien Auf- und Abgang zwischen Spinnerei und ehemaligem Verwaltungsgebäude sowie einen direkten Auf- und Abgang zum Zentralen Omnibusbahnhof vor. Höhengleiche Zugänge zur Parkgarage des Fritz-Einkaufszentrums und den Spinnerei-Gebäuden sind ebenso geplant.

Nach Ansicht des Planungsbüros sollte aufgrund der Bedeutung ein besonderes Augenmerk auf die architektonische Gestaltung gelegt werden. Es stehen Kosten in Höhe von 15 Millionen Euro im Raum, für die es jedoch hohe Förderungen geben könnte. Die Regierung von Oberfranken hat einen Zuschuss in Höhe von 80 Prozent in Aussicht gestellt.

Für Oberbürgermeister Ralf Hartnack (WGK) ist die Brücke eine gute Möglichkeit, um die Innenstadt zu beleben, erklärte er in der Stadtratssitzung am Donnerstagabend im Rathaus. Aber nicht nur das: Das Bauwerk stelle auch eine „elegante Ost-West-Verbindung für die Radfahrer dar“.

Die Brücke beginnt links unten mit einer „Spirale“ und führt dann über die Kreuzung zum Busbahnhof beziehungsweise zum Fritz.
Die Brücke beginnt links unten mit einer „Spirale“ und führt dann über die Kreuzung zum Busbahnhof beziehungsweise zum Fritz. // Quelle: sbp GmbH/Stadt Kulmbach

Angesichts der Kosten ist Matthias Meußgeyer von der SPD wenig begeistert von dem Projekt. „Mir fehlt jedoch die Vorstellungskraft, dass 1000 Studierende und das dazugehörige Unipersonal als Fußgänger und Radfahrer die Kreuzung so überlasten, dass eine mindestens 15 Millionen Euro teure Brücke gerechtfertigt ist.“

Die Uni sei schließlich keine Schule, wo alle Vorlesungen gleichzeitig enden würden. Zudem sei ein Fußweg vom Bahnhof zur neuen Stichstraße geplant, der sicherlich von vielen Studenten genutzt werde, um zum Uni-Gelände zu gelangen.

Er äußerte daher Zweifel, dass das „imposante Bauwerk“ von Fußgängern genutzt werde. Zumal der Weg über die Ampel beim Edeka-Markt auch noch kürzer sei. Einzig für die Radfahrer könnte das Bauwerk einen Gewinn darstellen, so Meußgeyer, da man so über eine neue Verbindung Richtung Burghaig und Mainleus kommen könne.

Und er fragte: „Wo soll der städtische Eigenanteil in Millionenhöhe herkommen?“ Er gab zu bedenken, dass der Stadt große Ausgaben bevorstünden – bei den Feuerwehren oder den Schulsanierungen. „Da brauchen wir das Geld dringender.“ Die Unterhaltskosten der Brücke müsse die Stadt ja zudem tragen.

Matthias Meußgeyer.
Fraktionssprecher Matthias Meußgeyer (SPD) // Foto: Sonny Adam

Meußgeyer sprach sich dafür aus, das Projekt samt der Entwürfe erst in der Bürgerversammlung am 6. Oktober (um 17 Uhr im Rathaus) vorzustellen und dort die Entwürfe für die Brücke zu zeigen (was in der Stadtratssitzung aus technischen Gründen nicht möglich war).

„Unter imposantem Bauwerk verstehe ich etwas anderes“, äußerte sich OB Hartnack zur Einlassung Meußgeyers. Die Zeichnungen der Brücke seien nur eine „gering ausgearbeitete grafische Darstellung“. Er wies darauf hin, dass es zum jetzigen Zeitpunkt nur darum gehe, die Planungen in Auftrag zu geben, noch nicht um eine konkrete Umsetzung.

Dagmar Keis-Lechner (Grüne) kann angesichts der Kosten die Argumente Meußgeyers nachvollziehen. Sie wies aber zugleich darauf hin, dass die Brücke den Dreh- und Angelpunkt des Radwegekonzepts darstelle. Sie bat daher, den ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club) und die Uni-Radfahrer mit einzubinden.

Nach Ansicht von Stefan Schaffranek (WGK) wird „die Brücke die Kreuzung prägen und ein städtebaulicher Akzent sein“. Allerdings könne man die Anmerkungen Meußgeyers kritisch prüfen, „dafür ist so ein Verfahren ja da“.

„Wir machen uns ja jetzt erst auf den Weg“, stellte Michael Pfitzner (CSU) fest. Es wäre fahrlässig, wenn das Vorhaben in dieser Phase schon eingestampft werde. Jetzt könne man zeigen, dass man hinter der Uni und dem Campus stehe und mit einem einstimmigen Beschluss ein Zeichen setzen.

Hierzu stellte Meußgeyer fest, dass seine Kritik „nichts mit der Uni zu tun hat. Das weise ich von mir“.

CSU-Stadtrat Jörg Kunstmann versuchte die Investition einzuordnen: „Ein, zwei Millionen Euro Eigenanteil klingen zwar erstmal hoch, aber hier geht es um einen Zukunftsentscheid.“ Man sollte keine Chance auslassen, was die Entwicklung des Campus angehe.

Henry Schramm (CSU) ergänzte, dass es noch andere Fördergeber neben der Regierung gebe, um so die Kosten für die Stadt weiter zu senken. Und er plädierte dafür, einen Durchstich zur Lichtenfelser Straße wenigstens für den Fuß- und Radverkehr zu schaffen.

Simon Moritz (WGK) sprach sich dafür aus, abzuwarten, bis konkrete Zahlen für die Kosten vorliegen. „Dann können wir immer noch ablehnen.“

Er warnte jedoch davor, den Eindruck zu erwecken, dass wegen des Brückenbaus nicht die Schulen saniert werden könnten.

Letztlich stimmten nur drei Stadträte – Matthias Meußgeyer und Theresa Weith von der SPD sowie Christian Ohnemüller von den Grünen – gegen die Fortführung der Planungen.

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