Nachruf
Bergophor-Chefin Camilla Berger gestorben
Bergophor-Chefin Camilla Berger ist im Alter von 74 Jahren gestorben.
Bergophor-Chefin Camilla Berger ist im Alter von 74 Jahren gestorben.
Jeanette Höhn/Bergophor
Jürgen Gärtner von Jürgen Gärtner Bayerische Rundschau
Kulmbach – In der vergangenen Woche ist Bergophor-Chefin Camilla Berger gestorben. Ein Nachruf.

Sie war eine Frau, die nie das Rampenlicht gesucht hat – obwohl sie die Chefin eines der bekanntesten Kulmbacher Unternehmen war: Am 28. September ist Camilla Berger, die seit 2003 die Bergophor Futtermittelfabrik geleitet hat, im Alter von 74 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit verstorben.

Impulsgeber aus dem Hintergrund

Auch wenn die Geschäftsführung von Dietmar Loos und Jürgen Brönneke wahrgenommen wurde, setzte Camilla Berger aus dem Hintergrund wichtige Impulse für die Firma, die ihr Vater ins Leben gerufen hatte. Sie interessierte sich immer für das Geschehen im Unternehmen und für die Entwicklungen in der Branche.

Der Erhalt der Arbeitsplätze war ihr dabei ein besonderes Anliegen: 144 Menschen stehen am Standort Kulmbach in Lohn und Brot, knapp 200 Mitarbeiter sind für Bergophor im Außendienst tätig. Hinzu kommen über 40 Mitarbeiter in der Hohburg Mineralfutter GmbH, einer 100-prozentigen Tochterfirma, deren Sitz sich nördlich von Leipzig befindet.

Das soziale Engagement von Camilla Berger beschreibt Geschäftsführer Brönneke an einem Beispiel: Geburtstagspräsente, die im Hause Bergophor jeder Mitarbeiter erhält, wurden von der Chefin persönlich ausgesucht.

Fortbestand der Firma ist gesichert

Das Wohl der Firma hatte die 74-Jährige, die nie geheiratet hatte und kinderlos geblieben war, stets im Blick. Deshalb traf sie schon zu Lebzeiten Entscheidungen, die nun den Fortbestand von Bergophor als eigenständiges Unternehmen gewährleisten sollen.

Die Leidenschaft von Camilla Berger war das Reisen. Sie besuchte alle Kontinente, war in entlegenen Regionen wie Arktis und Antarktis. Besonders dürften ihr die Galapagos-Inseln gefallen haben, denn die Unternehmerin hatte ein großes Herz für Tiere, setzte sich für bedrohte Arten ein.

So unterstützte sie beispielsweise eine Auffangstation für junge Elefanten, deren Mütter wegen des Elfenbeins getötet worden waren. Aber nicht nur in der Ferne, auch in der Region engagierte sie sich: für das Tierheim, die Geschwister-Gummi-Stiftung, die Nepalhilfe …

Hohe Ehrung kurz vor dem Tod

Selbst wenn sie sich lieber im Hintergrund gehalten hat, eine hohe Ehrung hätte sie sicher gerne noch selbst entgegengenommen: Die 74-Jährige sollte am 26. September in einer Ehrungssitzung des Stadtrates die Goldene Bürgermedaille überreicht bekommen. Aber ihr Gesundheitszustand ließ das schon nicht mehr zu. Dennoch: Der Beschluss des Stadtrates ist vollzogen. Somit ist Camilla Berger Trägerin der Goldenen Bürgermedaille, auch ohne persönlich an der Veranstaltung teilgenommen zu haben.

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