Drei Niederlagen in Serie und das Abrutschen Richtung Tabellenkeller bereiten den TSV-Verantwortlichen Sorgenfalten. Für richtig Ärger sorgt jedoch wieder einmal der große Nachbar SpVgg Bayreuth, der offensichtlich den "Drossenfeldern" nach dem Leiter der Torwartakademie Fabian Kolb im Sommer nun schon wieder einen Funktionär abwerben will. So soll der TSV-Jugendkoordinator Markus Taschner nach den Vorstellungen der Altstädter in der Winterpause die Nachfolge von NLZ-Leiter Henrik Schödel antreten, der sich auf seine Trainertätigkeit bei der SpVgg Bayern Hof konzentrieren will. Der Neudrossenfelder Vereinschef Gerald Weinrich zeigte sich aber zuversichtlich, dass Taschner dem TSV treu bleibt.
Doch auch die sportlichen Leistungen bereiten den Verantwortlichen Kopfzerbrechen. So übte der Sportliche Leiter Daniel Stöcker direkt nach der 1:2-Derbyniederlage gegen die SpVgg Bayern Hof schonungslose Kritik an der Mannschaft. Die Offensiv-Bemühungen bezeichnete er als "Kreisliga-Niveau". Noch schlimmer: Stöcker sprach dem Team auch die richtige Einstellung für so ein Derby ab und kritisierte die "Friedhofsstimmung" in der Mannschaft.
Lesen Sie dazu den Bericht vom Derby:
Andreas Baumer war mit der Leistung seiner Truppe in der ersten Halbzeit noch einigermaßen zufrieden. "Da hatten wir immerhin viel Spielkontrolle, aber auch schon wenig Ideen im letzten Drittel", sagte der TSV-Trainer.
Nach der Pause zeigte sich einmal mehr das große Manko des TSV in dieser Saison, nämlich die fehlende Konstanz. So war auch gegen Hof ein starker Leistungsabfall zu verzeichnen. Nach vorne fiel den Neudrossenfeldern in der zweiten Halbzeit so gut wie gar nichts mehr ein. Das nutzten die keineswegs bärenstarken Hofer, um die Partie zu drehen - unter gütiger Mithilfe der Einheimischen, die einmal viel zu lasch verteidigten, dann nach einem leichtsinnigen Ballverlust im Angriff in einen Konter liefen. Seine Spieler hätten "die Zweikämpfe nicht mehr angenommen" und sich "bei beiden Gegentoren schülermäßig verhalten", kritisiert Baumer.
Enttäuschung über "Nicht-Stimmung"
Am Enttäuschendsten sei aber für ihn jedoch "die Nicht-Stimmung und der fehlende Enthusiasmus" gewesen. Und das in einem Oberfranken-Derby. "Die Mannschaft muss schleunigst wieder die Grundtugenden des Fußballs auf den Platz bringen", fordert der Trainer.
Andras Baumer lässt in diesem Zusammenhang auch durchblicken, dass er nicht sklavisch an seiner Spielidee, nämlich aus der eigenen Hälfte heraus zu kombinieren, festhalten will. "Natürlich muss ich als Trainer einen Plan B haben und mir Gedanken machen. Dann müssen wir eben wieder einfacher werden in den Aktionen und auch mal den direkten Weg nach vorne suchen, wenn es nach sieben, acht Ballstafetten nicht mehr weiter geht."
Dass offensiv derzeit nicht viel beim TSV Neudrossenfeld zusammenläuft (Baumer: "Uns fehlt vorne die Kreativität und Genauigkeit"), liegt zweifellos am schwächelnden Mittelfeld, wo Akteure wie Josef Ziegler, Michael Sauerstein oder Niklas Hofmann ihrer guten Form aus der Anfangsphase der Saison hinterherlaufen. "Im Moment fehlen uns die Jungs, die vorangehen und das Heft in die Hand nehmen", weiß auch der TSV-Trainer.
Weimar hat wieder Knieprobleme
Deshalb könnte er gerade jetzt seinen Co-Trainer Anton Makarenko als Taktgeber gut auf dem Platz gebrauchen. Doch der 37-Jährige ist wegen latenter muskulärer Probleme weiterhin nicht einsatzfähig. Ebensowenig wie ein weiterer Routinier, Patrick Weimar. Der Ex-Bayreuther hatte zwar kürzlich nach fast einjähriger Pause wegen eines Kreuzbandrisses sein Comeback gefeiert, hat aber erneut Schmerzen im operierten Knie. Auch das Comeback des Langzeitverletzten Lukas Schelenz steht weiter in den Sternen.
Kehrt Daniel Gareis zurück?
Durch die Personalmisere bekommt das schon länger kursierende Gerücht Nahrung, dass Daniel Gareis ein Comeback geben könnte. Der 39-Jährige hatte sich nach der abgelaufenen Saison verabschiedet, aber nie sein Karriereende verkündet. Inzwischen trainiert er auch wieder mit dem Bayernliga-Kader mit. Andreas Baumer würde Gareis natürlich mit Kusshand wieder aufnehmen: "Ja, das ist ein Thema. Aber das entscheidet Daniel. Wenn er sich bereit fühlt, ist er wieder am Start."
Am Sonntag in Ingolstadt
Durch die Derby-Pleite gegen Hof ist das einstmals schöne Neudrossenfelder Polster auf die Abstiegszone auf nur noch fünf Zähler zusammengeschrumpft. Für Andreas Baumer ist Tabellenplatz 12 aber keineswegs eine Negativ-Überraschung. "Für uns zählt nur der direkte Klassenerhalt. Das haben wir oft, aber vielleicht nicht oft genug gesagt."
Wenn den Neudrossenfeldern allerdings schon am Sonntag die Trendwende gelänge, wäre es eine echte Überraschung. Müssen sie doch beim Tabellenfünften FC Ingolstadt II antreten, der aus den letzten acht Partien immerhin 14 Punkte gesammelt hat. Vor dem 1:3 bei Fortuna Regensburg schickten die Ingolstadter den FC Coburg mit einer 1:7-Packung zurück in die Vestestadt.
Lesen Sie dazu:
Die "kleinen Schanzer" werden seit einer Woche von Oliver Georgiev trainiert, nachdem Patrick Schönfeld zum Co-Trainer der Drittliga-Profis befördert wurde. Schönfeld hat durch beide Eltern Wurzeln im Landkreis Kulmbach und kickte in der F-Jugend beim FC Ludwigschorgast. Georgiev war Spieler beim FC Eintracht Bamberg und FC Schweinfurt und Co-Trainer von Timo Rost beim Drittligisten FC Erzgebirge Aue.














