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Vize-Weltmeister aus Kulmbach
Wurf-Ikone traut Hummel Deutschen Rekord zu
Empfang für Hammerwurf-Vize-Weltmeister Merlin Hummel
Landrat Klaus Peter Söllner übergab eine Collage an Merlin Hummel. Rechts Trainer Martin Ständner. // Christian Schuberth
Kulmbach – Fünf Wochen nach Sensations-Silber bei der Leichtathletik-WM in Tokio ist Hammerwerfer Merlin Hummel in Kulmbach mit Lobeshymnen überschüttet worden. Und auch sein Trainer Martin Ständner wurde von einem Überraschungsgast gewürdigt.

Kulmbach verband man bisher meist mit Bier und Thomas Gottschalk. Nun aber auch mit Merlin Hummel. Denn der Hammerwerfer hat sich zum neuen Promi der Bierstadt aufgeschwungen. Schon mit 23 Jahren ist er der größte Sportler, den Kulmbach je hervorgebracht hatte. Und nicht nur das: Nur noch 64 Zentimeter fehlen ihm, um sich zum besten deutschen Hammerwerfer aller Zeiten aufzuschwingen.

2024 schrieb Merlin Hummel als erster Kulmbacher Olympionike Geschichte. Und spätestens mit dem Gewinn der Silbermedaille bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Tokio Mitte September 2025 ist Hummel in die Liga der deutschen Sportstars aufgestiegen. Auftritte im ZDF-Sportstudio oder bei Blickpunkt Sport" untermauern den hohen Stellenwert, den Hummel in der deutschen Sport-Öffentlichkeit mittlerweile genießt.  Nun hat ihm sein Heimatverein UAC Kulmbach - inzwischen startet Merlin Hummel für die LG Stadtwerke München - zu seinen Ehren einen Empfang organisiert.

Klicken Sie sich durch eine Bildergalerie vom Empfang:

Empfang für Hammerwurf-Vize-Weltmeister Merlin Hummel
Merlin Hummels Trainer Martin Ständner begrüßte zahlreiche Politiker, Freunde und Sponsoren beim Empfang für den Vize-Weltmeister. // FOTOGALERIE Christian Schuberth
Empfang für Hammerwurf-Vize-Weltmeister Merlin Hummel
Kulmbachs Landrat Klaus Peter Söllner bezeichnete Merlin Hummel als "herausragenden Botschafter" der Region. // FOTOGALERIE Christian Schuberth
Empfang für Hammerwurf-Vize-Weltmeister Merlin Hummel
Kulmbachs Landrat Klaus Peter Söllner bezeichnete Merlin Hummel als "herausragenden Botschafter" der Region. // FOTOGALERIE Christian Schuberth
Empfang für Hammerwurf-Vize-Weltmeister Merlin Hummel
Landrat Klaus Peter Söllner übergab eine Collage an Merlin Hummel. Rechts Trainer Martin Ständner. // FOTOGALERIE Christian Schuberth
Empfang für Hammerwurf-Vize-Weltmeister Merlin Hummel
Auch Kulmbach Oberbürgermeister Ingo Lehmann zeigte sich stolz auf den bislang erfolgreichsten Sportler der Stadt. // FOTOGALERIE Christian Schuberth
Empfang für Hammerwurf-Vize-Weltmeister Merlin Hummel
Die Kulmbacher Stadtspitze mit Oberbürgermeister Ingo Lehmann (rechts) sowie den Bürgermeistern Frank Wilzok und Ralf Hartnack (von links) gratuliert im Bayerischen Brauereimuseum Merlin Hummel zum Vize-Weltmeistertitel. // FOTOGALERIE Christian Schuberth
Empfang für Hammerwurf-Vize-Weltmeister Merlin Hummel
Auch die Stadt Stadtsteinach, wo Merlin Hummel trainiert, war mit Bürgermeister Roland Wolfrum (rechts) und seinem Stellvertreter Martin Baumgärtner vertreten. Merlin Hummel durfte sich ins Gästebuch der Stadt eintragen. // FOTOGALERIE Christian Schuberth
Empfang für Hammerwurf-Vize-Weltmeister Merlin Hummel
Der frühere DLV-Sportdirektor Jürgen Mallow war extra aus Spanien angereist, um eine Laudatio auf Trainer Martin Ständner zu halten. // FOTOGALERIE Christian Schuberth
Empfang für Hammerwurf-Vize-Weltmeister Merlin Hummel
Jürgen Mallow erinnerte daran, dass es bereits 14 Athleten von Martin Ständner in die Nationalmannschaft gebracht haben. So wurde Simone Mathes wie Merlin Hummel Vierte bei der EM und stand ebenfalls in einem WM-Finale. // FOTOGALERIE Christian Schuberth
Empfang für Hammerwurf-Vize-Weltmeister Merlin Hummel
Politiker, Sponsoren und viele Freunde erwiesen Merlin Hummel (Mitte) im Foyer der Museen im Mönchshof die Ehre. // FOTOGALERIE Christian Schuberth
Empfang für Hammerwurf-Vize-Weltmeister Merlin Hummel
Der Vorsitzende des UAC Kulmbach, Michael Klose, hatte zum Empfang eingeladen. // FOTOGALERIE Christian Schuberth
Empfang für Hammerwurf-Vize-Weltmeister Merlin Hummel
Gruppenbild mit Politikern und Sponsoren. Von links Martin Baumgärtner (2. Bürgermeister Stadtsteinach) und Roland Wolfrum (Bürgermeister Stadtsteinach), Kulmbachs 3. Bürgermeister Ralf Hartnack, OB Ingo Lehmann, Merlin Hummel, Kulmbach 2. Bürgermeister Ralf Wilzok, Landrat Klaus Peter Söllner und der Chef der Sparkasse Kulmbach-Kronach, Harry Weiß. // FOTOGALERIE Christian Schuberth
Empfang für Hammerwurf-Vize-Weltmeister Merlin Hummel
Simone Mathes (rechts) war die erste auch international erfolgreiche Hammerwerferin von Martin Ständner. Die Stadtsteinacherin war Deutsche Meisterin, Vierte bei der EM und Siebte bei der WM. // FOTOGALERIE Christian Schuberth

Landrat: "Perfekter Botschafter"

Im Foyer der Museen im Kulmbacher Mönchshof betonten alle Kommunalpolitiker ihren "großen Stolz" auf Merlin Hummel. So sprach Kulmbachs Landrat Klaus Peter Söllner von einer "unfassbar herausragenden Leistung", die der Hammerwerfer bei der WM in Japan vollbracht und als erster Kulmbacher eine WM-Medaille in einer olympischen Kernsportart geholt habe. Doch auch außerhalb des Wurfrings sei Merlin Hummel ein perfekter Botschafter Kulmbachs. "Du hast bei Deinen Fernsehauftritten eine brillante Performance mit viel Esprit abgeliefert". Kulmbachs Oberbürgermeister Ingo Lehmann  kündigte an, dass sich Merlin Hummel Ende November ins Goldene Buch der Stadt Kulmbach eintragen dürfe.

Empfang für Hammerwurf-Vize-Weltmeister Merlin Hummel
Auch die Stadt Stadtsteinach, wo Merlin Hummel trainiert, war mit Bürgermeister Roland Wolfrum (rechts) und seinem Stellvertreter Martin Baumgärtner vertreten. Merlin Hummel durfte sich ins Gästebuch der Stadt eintragen. // Christian Schuberth

Auch die Stadtsteinacher mit Bürgermeister Roland Wolfrum an der Spitze zeigten sich stolz auf "ihren" Merlin Hummel. Schließlich trainiert der Vize-Weltmeister seit Kindesbeinen auf der Wurfanlage in der Stadtsteinacher Au, die der Stadt gehört. Außerdem startet Merlin Hummel im Rasenkraftsport für den TSV Stadtsteinach, dessen Werfer eine Trainingsgemeinschaft mit dem UAC Kulmbach bilden.

Auf Platz 4 der Weltrangliste

Dass Merlin Hummel aktuell zu den weltweit besten Hammerwerfen gehört, dokumentiert die neueste Weltrangliste. Denn da ist der Kulmbacher von Platz 6 auf Rang 4 geklettert. Vor ihm stehen nur noch Weltmeister und Olympiasieger Ethan Katzberg (Kanada), Bence Halasz (Ungarn) und Mikhailo Kokhan (Ukraine). Dass diesem Quartett die Zukunft gehört, davon ist Simone Mathes fest überzeugt. "Das sind alles junge Werfer. Und sie stacheln sich gegenseitig an", sagt die gebürtige Stadtsteinacherin, die in den neunziger Jahren fünf Mal Deutsche Meisterin war und den nationalen Rekord hielt.

Simone Mathes war die Entdeckung von Martin Ständner, die es in die internationale Spitze schaffte.  Der Trainer sieht viele Parallelen zwischen ihr und Merlin Hummel. "Auch Simone hat in jungen Jahren bei uns angefangen zu trainieren, hat sich kontinuierlich verbessert, wie Merlin Platz 4 bei der EM belegt und war in einem WM-Finale gestanden." Das beendete die einstige deutsche Hammerwurf-Ikone 1999 als Siebte. 2004 war die heute 50-Jährige drauf und dran, erste Kulmbacher Olympionikin zu werden. Doch wurde der damals 29-jährigen Stadtsteinacherin bei der Deutschen Meisterschaft im letzten Versuch von Susi Keil, die 17 Zentimeter weiter warf, das Ticket zu den Spielen in Athen entrissen.

Simone Mathes erwartet Deutschen Rekord

"Hammerwerfen ist eine ganz schwierige technische Disziplin. Die muss man über viele Jahre lernen", weiß Simone Mathes. "Mit reiner Muskelkraft komme man nicht weit. Extrem wichtig sind Sprungwerte und Schnelligkeit. Und gerade das zeichnet Merlin aus", sagt die 50-Jährige, die heuer bei Hummels erstem 80-Meter-Wurf bei den Halleschen Werfertagen im Stadion war. 

Empfang für Hammerwurf-Vize-Weltmeister Merlin Hummel
Die Kulmbacher Stadtspitze mit Oberbürgermeister Ingo Lehmann (rechts) sowie den Bürgermeistern Frank Wilzok und Ralf Hartnack (von links) gratuliert im Bayerischen Brauereimuseum Merlin Hummel zum Vize-Weltmeistertitel. // Christian Schuberth

Für Merlin Hummel zahle sich nun die behutsame Aufbauarbeit durch Martin Ständner aus, konstatiert Simone Mathes. Der Trainer selbst konnte anhand von Hummels Bestweiten der vergangenen zwölf Jahre eindrucksvoll belegen, dass sein langfristig angelegter Entwicklungsplan aufgegangen ist. Den größten Sprung seit langem machte Hummel von 2024 auf 2025, als er seine Bestweite von 79,25 um 3,52 Meter auf nunmehr 82,77 Meter steigerte. Damit seit Hummel aber noch längst nicht am Limit angekommen, ist Simone Mathes überzeugt.  "Als nächstes wird er den Deutschen Rekord (83,40 Meter, Anm. de. Red.) angreifen. Und auch die 85 Meter traue ich ihm zu", sagt die frühere Nationalkader-Athletin.

Hummel will noch professioneller werden

Merlin Hummel ließ die Lobeshymnen cool mit einem Grinsen im Gesicht über sich ergehen. Natürlich zeigte sich der Student der Angewandten Künstlichen Intelligenz dankbar für "netten Worte". Vom ganzen Rummel um seine Person hat sich der 23-Jährige sowieso noch nie aus der Ruhe bringen lassen. Und dabei hilft ihm auch die KI, wie er verrät. "Etwa beim Kategorisieren von E-Mails oder auch beim automatischen Beantworten von Anfragen."

So kann sich der Kulmbacher dank der modernen Technik auf das konzentrieren, was er am liebsten macht. Nämlich immer weiter an der Optimierung seiner selbst zu arbeiten. "Ich will noch professioneller werden", unterstreicht Merlin Hummel.

Abriss-Video geht viral

Der Hype um Hummel habe aber nicht erst durch WM-Silber begonnen, erklärt sein Trainer. "Angefangen hat es schon im Frühjahr, als er in Bayreuth den Hammer auf abbruchreife Häuser geschleudert hat", sagt Martin Ständner. Das Video von der PR-Aktion der Stadtwerke Bayreuth ging viral und kam allein bei Facebook auf 120.000 Likes.

Großes Lob heimste beim Empfang aber auch Martin Ständner ein. "Es ist herausragend, was Du leistest. Du verstehst es, junge Menschen zu begeistern", sagte OB Lehmann. 

Früherer DLV-Sportdirektor hält Laudatio

Überrascht wurde Hummels Trainer, der kürzlich seinen 70. Geburtstag feiert, von einem besonderen Laudator. So reiste der ehemalige Cheftrainer und Sportdirektor des Deutschen Leichtathletik-Verbandes, Jürgen Mallow, extra aus Spanien an. "Ich kenn Martin seit über 40 Jahren. Er ist  erst der zweite Trainer im Bayerischen Leichtathletik-Verband, der einen Athleten in einer Einzeldisziplin zu einer WM-Medaille gecoacht hat", erklärte der 81-Jährige. Der erste sei er selbst gewesen. So coachte Mallow bei der WM 1983 in Helsinki den damals für den LAC Quelle Fürth startenden Patriz Ilg zum Sieg über 3000 Meter Hindernis.

Empfang für Hammerwurf-Vize-Weltmeister Merlin Hummel
Jürgen Mallow erinnerte daran, dass es bereits 14 Athleten von Martin Ständner in die Nationalmannschaft gebracht haben. So wurde Simone Mathes wie Merlin Hummel Vierte bei der EM und stand ebenfalls in einem WM-Finale. // Christian Schuberth

Jürgen Mallow, dessen Frau aus Neudrossenfeld stammt, nannte noch weitere Gemeinsamkeiten mit Martin Ständner. "Unsere Sportbegeisterung wurde auch durch die Olympischen Spiele 1972 in München geprägt. Und wir sind beide Trainer ohne spezielle Ausbildung", was es im Deutschen Leichtathletik-Verband eigentlich gar nicht geben dürfe, so Mallow. Ebensowenig wie die Erfolge made in der Provinz. Doch die Erfolge gäben Ständner recht. "Er hat bislang 14 Athleten in die Nationalmannschaft gebracht", weiß Mallow, der von 2004 bis 2009 DLV-Chefbundestrainer und dann als Sportdirektor erfolgreich tätig war. So veränderte er viele Strukturen und rückte Athleten und Heimtrainer in den Mittelpunkt.

Mallow: "Sieger zweifeln nicht, Zweifler siegen nicht"

Jürgen Mallow hat Hummels Wettkampf in Tokio natürlich mit Interesse am Fernseher verfolgt. "Als ich gesehen habe, wie er an der Spitze der Hammerwerfer ins Stadion eingelaufen ist, habe ich gewusst, der macht einen tollen Wettkampf. Wer so reingeht, der traut es sich zu. Denn Sieger zweifeln nicht, Zweifler siegen nicht", sagte der 81-Jährige langjährige Funktionär in Kulmbach.

Hummels Erfolg dürfe sich auch Martin Ständner ans Revers heften, meint Jürgen Mallow. "Martin hat erst Talente entdeckt und sie dann zu erfolgreichen Athleten entwickelt. Nun zahlt sich seine Arbeit aus."

Auch Merlin Hummel fand warme Worte für seinen Mentor und Trainer. "Ohne dich würde die ganze Werfergruppe nicht existieren. Du bist Trainer, Platzwart, einfach alles. Im Namen aller Athleten, die du schon trainiert hast, einen großen Dank!"

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