Kirchenasyl
Friedenspreis für mutigen Einsatz
Die ausgezeichnete Äbtissin Mechthild Thürmer
Die ausgezeichnete Äbtissin Mechthild Thürmer
Foto: Marion Krüger-Hundrup
Hallstadt – Das Pfarrerehepaar Andreas Schlechtweg und Susanne Wittmann-Schlechtweg und die Äbtissin Mechthild Thürmer erhalten hohe Auszeichnung.

Weil sie sich in „herausragender Weise um Frieden und Versöhnung“ verdient gemacht haben, bekommen sie den Löwenherz-Friedenspreis für 2021: die Kirchschlettener Äbtissin Mechthild Thürmer und das Hallstadter Pfarrerehepaar Andreas Schlechtweg und Susanne Wittmann-Schlechtweg. Sie „setzen sich durch ihr persönliches Engagement aktiv und in höchstem Maße vorbildlich für die Einhaltung der grundlegenden Werte unseres Grundgesetzes ein. Denn der Einsatz für die Würde von Menschen wird vom Grundgesetz nicht nur ermöglicht, sondern ist verpflichtend für alle vorgegeben“, heißt es in der Begründung des Preisstifters „Human Projects“. Die gemeinnützige und weltanschaulich neutrale Hilfsorganisation hat ihren Sitz in Baden-Württemberg.

Die drei ausgezeichneten Personen haben in den vergangenen Jahren von Abschiebung bedrohten Schutzsuchenden Kirchenasyl gewährt. Deswegen wird ihnen vom Amtsgericht Bamberg der Prozess wegen „Beihilfe zu unerlaubtem Aufenthalt“ in Deutschland gemacht. Anberaumte Gerichtstermine wurden bisher verschoben, da vor dem Oberlandesgericht Bamberg entsprechende Verfahren in zwei ähnlichen Fällen noch nicht entschieden sind.

Ökumenische Verbundenheit

„Ich freue mich natürlich sehr, zusammen mit dem Pfarrerehepaar den Preis zu bekommen“, sagt die Äbtissin dem Fränkischen Tag. Das Ehepaar habe sich in ökumenischer Verbundenheit „immer solidarisch mit mir gezeigt“, fügt sie hinzu. Das „Löwenherz“ nehme sie jedoch „stellvertretend für all die anderen guten Menschen“ entgegen, die „still und ohne öffentliche Aufmerksamkeit das Gleiche tun“, betont Äbtissin Mechthild Thürmer.

Auch Andreas Schlechtweg und Susanne Wittmann-Schlechtweg heben hervor, dass sie sich als „Stellvertretende für alle, die Kirchenasyl gewähren“, verstehen. Gleichwohl „freuen wir uns, dass der Schutz der Menschenrechte so gewürdigt wird“, sagt das Ehepaar.

Das Pfarrerehepaar Andreas Schlechtweg und Susanne Wittmann-Schlechtweg, das ebenfalls geehrt wird.
Das Pfarrerehepaar Andreas Schlechtweg und Susanne Wittmann-Schlechtweg, das ebenfalls geehrt wird.
Foto: Marion Krüger-Hundrup

Das Preisgeld in Höhe von 5000 Euro lassen die drei Preisträger dem Bamberger Integrationsprojekt „Blaue Frida“ des Vereins „Freund statt fremd“ zugutekommen. „Damit erfüllen sie das Ziel des Stifters, dass die Geehrten ein dem Frieden und der Versöhnung förderliches Projekt unterstützen“, wie Karsten Enz, Geschäftsführer der Human Projects gGmbH, erklärt.

Bisherige Träger des „Löwenherz-Friedenspreises“ sind Konstantin Wecker (2016), Michail Gorbatschow (2017), der Dalai Lama (2018), Claus Peter Reisch (2019) sowie Fridays for future (2020).

Die Preisverleihung 2021 findet am Sonntag, 24. Oktober, um 16 Uhr in der evangelischen Johanneskirche in Hallstadt statt. Die Laudatio hält Claus-Peter Reisch. Konstantin Wecker drückt seine Wertschätzung musikalisch aus. Videobotschaften unter anderem vom EKD-Ratsvorsitzenden und Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm sowie Staatsministerin Melanie Huml werden übertragen. Wer teilnehmen will, kann sich per E-Mail anmelden: info@humanprojects. de. Weitere Informationen gibt es unter: www.humanprojects.de.

Lesen Sie mehr zu folgenden Themen: