Basketball-EM
Warum beim Deutschland-Spiel Plätze leer blieben
Die tolle Stimmung aus Köln übertrug sich noch nicht auf Berlin.
Die tolle Stimmung aus Köln übertrug sich noch nicht auf Berlin.
Foto: Federico Gambarini/dpa
Berlin – Nach dem Basketball-Fest in der EM-Vorrunde in Köln macht der Besuch im Achtelfinale in Berlin Sorgen. Die Halle war nicht ausverkauft.

Viermal war die Köln-Arena in der Vorrunde bei den deutschen Spielen mit 18.017 Zuschauern ausverkauft, nur gegen die sieglosen Ungarn am letzten Spieltag kamen „nur“ 17.513 Fans und unterstützten das deutsche Team in der „Todesgruppe“, aus der immerhin drei der vier Teams das Achtelfinale erfolgreich überstanden. Nur Litauen strauchelte gegen Spanien, den Gruppenersten aus der Vorrunde in Tiflis.

Umso überraschter war Maodo Lo, dass die Heimhalle von Alba Berlin zum K.-o.-Spiel gegen Montenegro nicht voll war. 12.938 Zuschauer kamen in die 14.500 Besucher fassende Mercedes Benz-Arena. „Köln war sehr stark, das hat uns sehr gepusht. Gegen Montenegro waren hier und da ein paar leere Plätze, es war in einigen Phasen etwas still“, sagte der Point Guard des deutschen Meisters nach dem 85:79-Erfolg  seiner Mannschaft.

Maodo Lo (rechts) appellierte an die Berliner, am Dienstag zum Viertelfinale die Halle zu füllen und das deutsche Team zu unterstützen.
Maodo Lo (rechts) appellierte an die Berliner, am Dienstag zum Viertelfinale die Halle zu füllen und das deutsche Team zu unterstützen.
Foto: Federico Gambarini

Tatsächlich waren zum deutschen Spiel mehr als 1500 Plätze frei. Das lag daran, dass die Tickets der vier Achtelfinalspiele am Samstag in zwei Blöcke zu je zwei Partien verkauft wurden. So kamen die rund 2000 Fans der Litauer und rund 300 spanische Anhänger, die erst nach den Deutschen am Abend spielten, noch nicht zur deutschen Partie in die Halle, sodass einige Blöcke leer blieben.

Viele Plätze blieben leer

Warum jedoch 1500 Tickets am Samstag in der Stadt des deutschen Basketball-Meisters Alba Berlin unverkauft blieben, ist nach der entfachten Euphorie von Köln dennoch erstaunlich. „Die Verteilung der Partien auf den Tag, wurde nicht optimal kommuniziert. Zwar war früh bekannt, dass Deutschland um 18 Uhr spielt, doch bei den anderen Begegnungen gab es offensichtlich Kommunikationsprobleme, wann welche Nation spielt“, ließ sich ein Offizieller des Deutschen Basketball-Bundes, der namentlich nicht genannt werden möchte, zitieren.

Das soll am Dienstag im Viertelfinale nicht passieren. Hier werden die Tickets für die beiden Partien einzeln verkauft. Dazu müssen die Zuschauer nach dem ersten Spiel die Halle verlassen. Und Lo appelliert an die Berliner: „Kommt in die Halle und unterstützt uns, damit wir eine gute Chance haben.“ Dann geht es um 20.30 Uhr wahrscheinlich gegen Titelkandidat Griechenland mit NBA-Star Giannis Antetokounmpo.

Fehlen könnte bei Deutschland dann Franz Wagner. Der bisher so unbekümmert aufspielende 21-jährige NBA-Profi von den Orlando Magic verletzte sich am Samstag am Sprunggelenk und humpelte aus der Halle. Sein Mitwirken am Dienstag ist noch offen. Umso wichtiger ist dann die Fanunterstützung. „Ich appelliere als Berliner: Zeigt doch, woraus wir geschnitzt sind“, richtete sich Maodo Lo direkt an die Bevölkerung der deutschen Hauptstadt.

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