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Fußball-Bayernliga Nord
Hinrunde der Bayernliga Nord: Die große Zwischenbilanz
Andreas Baumer (TSV Neudrossenfeld), Alexander Grau und Jan Gernlein (Eintracht Bamberg) sowie Shqipran Skeraj (ATSV Erlangen) haben mit ihren Teams noch Anschluss nach vorne, für Calle Schiebel und Fritz Kühnlenz (FC Coburg) geht es gegen den Abstieg.
Andreas Baumer (TSV Neudrossenfeld), Alexander Grau und Jan Gernlein (FC Eintracht Bamberg) sowie Shqipran Skeraj (ATSV Erlangen) haben mit ihren Teams noch Anschluss nach vorne, für Calle Schiebel und Fritz Kühnlenz (FC Coburg) geht es gegen den Abstieg. // Lehmann/Weinkauf/Zink; Collage: Tobias Ebner
Bamberg – Halbzeit in der Bayernliga Nord 2025/26: Nach dem Abschluss der Hinrunde haben wir vier Trainer um ein Fazit gebeten. Wie blicken Andreas Baumer (TSV Neudrossenfeld), Jan Gernlein (FC Eintracht Bamberg), Fritz Kühnlenz (FC Coburg) und Shqipran Skeraj (ATSV Erlangen) zurück?

Als Liga mit 17 Mannschaften gestartet, von denen jede an einem Wochenende gezwungenermaßen spielfrei hat, hat die ungewöhnliche Saison 2025/26 in der Bayernliga Nord nun ihre Halbzeit erreicht. Speziell ab Platz drei liegen die Vereine äußerst dicht beisammen, Tendenzen lassen sich da kaum ablesen. Das Ende der Hinrunde ist nun der optimale Zeitpunkt, um ein Zwischenfazit zu ziehen.

Wer hat überrascht? Für wen läuft es wie geplant? Wir haben uns dafür bei vier Trainern aus der Region umgehört, nämlich bei Jan Gernlein von Regionalliga-Absteiger FC Eintracht Bamberg, Fritz Kühnlenz, Co-Trainer beim Landesliga-Meister FC Coburg, Andreas Baumer vom TSV Neudrossenfeld und Shqipran Skeraj vom ATSV Erlangen.

1) Wie bilanzieren Sie Ihre Hinrunde in der Bayernliga?

Andreas Baumer (Trainer des TSV Neudrossenfeld): "Wir mussten einige Leistungsträger aus diversen Gründen entweder komplett oder zumindest in großen Teilen der bisherigen Saison ersetzen, somit befinden wir uns in einer Art Findungsphase. Spieler, die vor gar nicht allzu langer Zeit noch in unteren Ligen gespielt haben, wachsen in Rollen hinein, die für sie neu sind. Das braucht Zeit und ist mit Schwankungen verbunden. In die eine Richtung (Tabellenführung für eine Woche), wie in die andere (Negativserie mit drei Niederlagen in Folge inklusive verlorenem Derby gegen Hof). Wenn wir rein auf die erreichten Punkte schauen, sind wir im Soll. Unser Ziel lautet weiterhin ganz klar, schnellstmöglich die benötigten Punkte für den direkten Klassenerhalt einzufahren, sowie die Jungs in Ihrer Entwicklung weiter zu fördern und zu verbessern."

Jan Gernlein (Trainer des FC Eintracht Bamberg): "Wir sind weder mit den Punkten, noch mit den gezeigten Leistungen in Summe zufrieden. Vereinzelt konnten wir zeigen, was in der Truppe steckt. Bei unserer Anzahl an sehr jungen Spielern gilt es jetzt, die Entwicklung voranzutreiben und daraus Kapital zu schlagen."

Fritz Kühnlenz (Co-Trainer des FC Coburg): "Wir haben es uns von der Punkteausbeute her natürlich anders erhofft und gewünscht. Ich muss sagen, in der ersten Hälfte der Hinrunde hatten wir eine kleine Ergebniskrise. Wir haben wirklich gute Spiele gemacht, und uns einfach nicht belohnt. Da hätten wir mehr Punkte sammeln können, die uns jetzt sehr gut zu Gesicht stehen würden. Aber das ist halt Konjunktiv. In den letzten Wochen haben wir ganz klar ein Leistungstief, was man auch an den Ergebnissen sieht. Und da müssen wir schnellstmöglich rauskommen, damit wir vor dem Winter noch ein paar Punkte aufs Papier bringen."

Shqipran Skeraj (Trainer des ATSV Erlangen): "Wenn man die Umstände betrachtet mit 14 Ab- und elf Zugängen, dann war es für uns unerwartet, aber okay. Wir sind zufrieden, wissen aber, dass diese Zufriedenheit eine gefährliche Komfortzone ist, und wir uns nicht darauf ausruhen können. Unser Ziel ist es, so gut es geht Punkte zu sammeln, um mit den Abstiegsrängen nichts zu tun zu haben. Wir denken von Spiel zu Spiel und wissen, dass es eine extrem schwierige Saison ist. Wenn man die Tabelle sieht, dann weiß man auch, was ich meine."

2) Wer hat Sie an den ersten 17 Spieltagen überrascht?

Andreas Baumer (TSV Neudrossenfeld): "Der FSV Stadeln spielt als Aufsteiger bisher eine starke Saison. Damit war vor dem Ligastart nicht zu rechnen."

Jan Gernlein (FC Eintracht Bamberg): "Definitiv der FSV Stadeln, der seine Sache sehr gut macht und auch für uns unangenehm zu bespielen war. Aber auch die Konstanz des ASV Neumarkt ist beachtlich."

Fritz Kühnlenz (FC Coburg): "Generell ist es sehr ausgeglichen, kann ich sagen. Ich sehe noch keinen klaren Favoriten auf die Meisterschaft, genauso wenig im Abstiegskampf. Wenn man mal zwei Spiele gewinnt, geht es sofort deutlich nach oben. Also es kann sehr schnell gehen in dieser Liga."

Shqipran Skeraj (ATSV Erlangen): "Ich hätte nicht gedacht, dass sich der ASV Neumarkt oben festsetzt. Letzte Saison waren wir die Mannschaft, die für eine Überraschung gesorgt hat, deshalb denke ich, dass das auch irgendwo verdient ist. Sie opfern auch sehr viel. Und Stadeln als Aufsteiger hat auch eine gewisse Euphorie."

3) Wer ist für Sie die Enttäuschung der bisherigen Saison?

Andreas Baumer (TSV Neudrossenfeld): "Wir konzentrieren uns grundsätzlich nur auf uns. Des Weiteren steht mir meines Erachtens nicht zu über andere Teams zu urteilen. Daher hier kein weiteres Statement."

Jan Gernlein (FC Eintracht Bamberg): "Wir schauen auf uns und unsere Baustellen. Wobei man das Thema Baustellen im Bamberger Sport nicht nur aufs Sportliche beziehen muss ..."

Fritz Kühnlenz (FC Coburg): "Keiner."

Shqipran Skeraj (ATSV Erlangen): "Enttäuscht hat mich keiner. Ich trainiere den ATSV Erlangen und keine andere Mannschaft. Deshalb weiß ich nicht, was die Zielvorgaben der anderen waren. Ich weiß, dass jeder alles gibt, um zu siegen. Deshalb kann man nicht von Enttäuschungen sprechen."

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