0
Rechtsstreit um Spielwertungen
"Sind geschockt": FC Eintracht geht gegen BFV-Urteil vor
Im Kampf um den Klassenerhalt in der Regionalliga Bayern ist der FC Eintracht Bamberg nun auch am Grünen Tisch gefordert.
Im Kampf um den Klassenerhalt in der Regionalliga Bayern ist der FC Eintracht Bamberg nun auch am Grünen Tisch gefordert. // sportpress
Signet des Fränkischen Tags von Redakion
Bamberg – Der Bayerische Fußballverband (BFV) kippt sein eigens ausgesprochenes Urteil gegen Schwaben Augsburg. Und bringt damit dem FC Eintracht Bamberg in Bedrängnis. Der Regionalligist kündigt nun öffentlich eigene rechtliche Schritte an.

Der FC Eintracht Bamberg kündigt weiteres Vorgehen gegen die neuerliche Wende im Fall TSV Schwaben Augsburg an. Dem Regionalligakonkurrenten wurden vom Bayerischen Fußballverband vier durch Spielwertungen aberkannte Siege in der Vorwoche wieder zugesprochen. Darunter auch der Auswärtssieg des Aufsteigers im Fuchsparkstadion in der Hinrunde.

Man wolle nun die nächsthöhere Instanz einschalten, um die eigentlich dem FCE zugesprochenen Punkte tatsächlich zu erhalten, teilt der Verein am Donnerstagmittag in einem Pressestatement mit.

Die Pressemitteilung im Wortlaut:

Für die Mannschaft und die Funktionäre des FC Eintracht Bamberg – und wohl nicht nur für diese – kam es wie ein Blitz aus heiterem Himmel: nachdem der Bayerische Fußballverband (BFV) noch vor kurzem die Spielwertung der Partie FC Eintracht Bamberg gegen Schwaben Augsburg aufgrund eines Regelverstoßes der Augsburger mit 2:0 für Bamberg gewertet hatte, machte der Verband nun nach einem Einspruch der Schwaben die „Rolle rückwärts“ und gab nun Augsburg wiederum Recht.

Identisch „kippte“ der BFV auch die Spielwertungen der Schwaben gegen Türkgücü München, Wacker Burghausen und den FC Schweinfurt. Auch diesen Vereinen wurde nachdem sie zunächst mit ihren Klagen vom BFV Recht bekommen hatten, im Nachgang der Sieg wieder aberkannt. 

FC Eintracht Bamberg kritisiert neues BFV-Urteil

„Wir sind wirklich geschockt vom Vorgehen des Bayerischen Fußballverbandes und der Sportgerichtsbarkeit dort. Da hat der Glauben an die Sportgerichtsbarkeit einen schweren Schlag erlitten“ äußert sich Bambergs Vorstand Sascha Dorsch zu dem Vorgang. „Dass ein Verband sein eigenes Urteil wieder aufhebt und zu 100 Prozent in die andere Richtung wertet, hinterlässt nicht nur bei uns viele Fragezeichen.“

Hintergrund für diesen Schwenk des Verbands ist offensichtlich, dass Schwaben Augsburg mit den bundesweit bekannten Sportrechts-Experten der Kanzlei Schickhardt schweres Geschütz aufgefahren hat und diese in aufwändigen Gutachten den Verband zum Einlenken gebracht haben.

Auslöser für die Spielwertungen gegen Schwaben Augsburg war ein Verstoß im Hinblick auf die U23-Regel in der Spielordnung des BFV. Hier wird den Vereinen vorgegeben, dass sie immer mindestens vier deutsche Spieler unter 23 Jahren im Kader haben müssen.

Eine Regelung, die Augsburg unterlief. Mit Verweis auf eine Unvereinbarkeit mit dem EU-Recht obsiegten die Juristen der Experten. Statt Punktabzug müssen die Augsburger für die vier genannten Partien jeweils 200 € Geldstrafe bezahlen.

TSV Schwaben Augsburg: Verstoß gegen U23-Regel?

Vorstandssprecher Dorsch erklärt weiter: „Für uns sieht es so aus, als kann man die Spielordnung dehnen, wie man es gerne möchte, wenn man sich nur juristisch gut beraten lässt. Warum zahlt Augsburg nun eine Geldstrafe, wenn sie doch nichts falsch gemacht haben? Gibt es nun ein Vergehen oder nicht? Und wie ist es nun in der Restsaison mit den U23 Spielern? Gilt die Regelung weiterhin? Oder für manche Vereine nicht? Aus unserer Sicht werden die Vereine, die sich an die Regeln halten, hiermit benachteiligt. Das kann nicht im Sinne des Verbandes sein, im Sinne des Sports ist dieses Urteil mit Sicherheit nicht.“ 

Klar ist für die Bamberger auch, dass sie diesen Fall nicht auf sich beruhen lassen werden. „Wir fühlen uns extrem im Stich gelassen und werden dies nicht so hinnehmen. Wir sind es der Mannschaft, den Fans und den Sponsoren schuldig, dass wir hier die nächste Instanz anrufen“, kündigt Dorsch die nächsten Schritte des Vereins an.

Inhalt teilen
  • kopiert!