Frankens Profis
Ein Franke trumpft mit Vorlagen-Hattrick auf
Ein neues Traumduo beim HSV? Aaron Hunt (links) jubelt nach seinem Tor zum 0:2 mit dem Unterfranken Manuel Wintzheimer.
Ein neues Traumduo beim HSV? Aaron Hunt (links) jubelt nach seinem Tor zum 0:2 mit dem Unterfranken Manuel Wintzheimer.
Foto: Swen Pförtner, dpa
Bamberg – Manuel Wintzheimer aus Arnstein legte alle drei Treffer des Hamburger SV im Zweitliga- Nordderby auf. Jetzt könnte die Finalrunde der U21-EM winken.

Wie präsentieren sich die Fußballprofis mit Geburtsort in Franken Spieltag für Spieltag in der Bundesliga und im Ausland? In der neuen wöchentlichen Rubrik "Frankens Profis" nimmt fraenkischertag.de die besten Kicker der Region unter die Lupe.

Ein Unterfranke legt alle 100 Minuten ein Zweitliga-Tor auf

Es dürfte der mindestens dritte Frühling des ehemaligen deutschen Nationalspielers Aaron Hunt sein. Mit drei Treffern hatte der 34-Jährige seinen Hamburger SV im Nordderby der 2. Liga in Hannover auf die Siegerstraße gebracht, ehe 96 in der zweiten Halbzeit aufdrehte und sich noch einen Punkt erkämpfte (3:3). Im Trubel um den Hattrick des "Oldies" und dem spektakulären 3:3 des Japaners Genki Haraguchi im Liegen ging etwas unter, dass auch ein gebürtiger Franke ein bemerkenswertes Spiel hinlegte. Der Arnsteiner Manuel Wintzheimer bereitete als hängende Spitze nämlich alle drei Treffer von Hunt vor.

Bereits in den zwei Partien zuvor gegen Heidenheim und Bochum gab der 22-Jährige jeweils eine Torvorlage. Insgesamt kommt Wintzheimer in 25 Saioneinsätzen auf elf Assists - Platz 2 in der Liga hinter dem gebürtigen Nürnberger David Raum (SpVgg Greuther Fürth, 13 Vorlagen). Das Bemerkenswerte: Der Unterfranke spielte nur zwölfmal von Beginn an. Auf Minuten hochgerechnet ist Wintzheimer der beste Vorlagengeber der 2. Liga - alle 101 Minuten bereitet der gelernte Mittelstürmer einen Treffer vor.

Ist sich auch für Defensivaufgaben nicht zu schade: HSV-Akteur Manuel Wintzheimer aus Arnstein (rechts).
Ist sich auch für Defensivaufgaben nicht zu schade: HSV-Akteur Manuel Wintzheimer aus Arnstein (rechts).
Foto: Swen Pförtner, dpa

Wintzheimer begann das Kicken bei seinem Heimatverein FC Arnstein  und wechselte nach einem Zwischenstopp beim FC Schweinfurt mit elf Jahren ins Nachwuchsleistungszentrum der SpVgg Greuther Fürth. Drei Jahre später ging es weiter ins Jugendprogramm des FC Bayern München. Für die zweite Bayern-Mannschaft knipste er viermal in fünf Regionalliga-Partien. Einmal stand er sogar im Kader der "Ersten" in einem Champions-League-Spiel, kam unter Jupp Heynckes aber nicht zum Einsatz. 2018 unterschrieb Wintzheimer einen Vier-Jahres-Vertrag beim HSV.

Nach sporadischen Einsätzen in seinem ersten Jahr wurde er für eine Spielzeit nach Bochum ausgeliehen, wo er aber auch nur neun Zweitliga-Spiele von Beginn an bestritt. Unter dem neuen HSV-Coach Daniel Thioune plante Wintzheimer seinen Durchbruch in der Hansestadt. Und zu Saisonbeginn sah es auch danach aus. Der 22-Jährige wurde auf unterschiedlichen Positionen in der Offensive eingesetzt, stand in den ersten sechs Zweitliga-Partien immer in der Startelf und zahlte das Vertrauen mit zwei Toren und vier Vorlagen zurück. Kurz vor der Weihnachtspause fiel Wintzheimer aber in ein kleines Loch. Im Januar und Februar wurde der Arnsteiner von seinem Trainer in "Kurzarbeit" geschickt: nur 104 Minuten in zehn Begegnungen.

Zuletzt nutzte der Offensivmann die Gunst der Stunde nach einigen Verletzungen und einem Systemwechsel und fühlt sich in seiner Rolle als hängende Spitze pudelwohl. Wenn Wintzheimer diese Leistungen in den nächsten Wochen bestätigt, wird auch U21-Nationaltrainer Stefan Kuntz bei der Finalrunde der Europameisterschaft im Mai nur schwer an ihm vorbeikommen. Nachdem der Unterfranke im November für die U21 debütiert hatte, wurde er für die EM-Vorrunde nicht von Kuntz berücksichtigt. Da für den zweiten Teil der Euro wohl Youssoufa Moukoko wegen seiner Bänderverletzung passen muss, wäre Wintzheimer ein potenzieller Nachrücker.

Wohin geht die Reise von Niklas Dorsch?

Im deutschen U21-Kreis könnte der Arnsteiner dann auf zwei weitere gebürtige Franken treffen: David Raum (Nürnberg, SpVgg Greuther Fürth) und Niklas Dorsch (Lichtenfels, KAA Gent). Beide wurden nach ihren kräftezehrenden EM-Auftritten am Osterwochenende geschont (Dorsch) beziehungsweise sehr dosiert (Raum: 18 Minuten) eingesetzt. Die drei Franken könnten nicht nur bei der U21-EM zusammentreffen, sondern möglicherweise auch kommende Saison alle in der 1. Bundesliga.

Bei Raum ist das ohnehin fix: Der Außenverteidiger hat bis 2025 bei der TSG Hoffenheim unterschrieben. Wintzheimer hat noch bis 2022 Vertrag beim HSV und peilt mit dem Dino (aktuell Zweiter) die Rückkehr ins Oberhaus an. Und Dorsch besitzt zwar noch einen langfristigen Kontrakt bei KAA Gent in Belgien, machte aber mit seinen starken Leistungen als Ballverteiler im defensiven Mittelfeld des U21-Teams wohl einige Bundesligisten auf sich aufmerksam. "In Belgien geht die Saison nicht mehr so lang wie in Deutschland. Die will ich natürlich so erfolgreich wie möglich beenden. Was sich danach ergibt, werde ich sehen. Natürlich bin ich bereit für mehr", sagte Dorsch zu Sport1.

Abstiegssorgen von Marius Wolf werden größer

Vom fränkischen Bundesliga-Trio der Zukunft zum Feldspieler-Trio der Gegenwart, das aus Marius Wolf (Kronach, 1. FC Köln), Niklas Stark (Neustadt a. d. Aisch, Hertha BSC) und Cedric Teuchert (Coburg, Union Berlin) besteht. Die beiden Letzteren trafen mit ihren Klubs im mit Spannung erwarteten Hauptstadt-Duell aufeinander (1:1). Auf den Rasen durfte aber nur Hertha-Kapitän Stark. Teuchert schmorte wie bereits in drei der fünf vorangegangen Begegnungen 90 Minuten auf der Bank. "Das war sicherlich kein gutes Spiel von uns, dennoch haben wir dagegengehalten", sagte der gelernte Innenverteidiger Stark, der seit langer Zeit mal wieder auf der „Sechs“ agierte. "Gerne hätten wir auch für unsere Fans drei Punkte mitgenommen, das haben wir leider nicht geschafft. Wir haben versucht, alles rauszuholen und uns diesen Punkt erarbeitet -  den nehmen wir mit Blick auf die Tabelle gerne mit." Herthas Vorsprung auf den Abstiegsrelegationsrang beträgt jetzt zwei Punkte.

Ein intensives Berliner Derby endete 1:1: Hertha-Kapitän Niklas Stark aus Neustadt/Aisch (links) unterhält sich nach der Partie mit Union-Mittelfeldakteur Grischa Prömel.
Ein intensives Berliner Derby endete 1:1: Hertha-Kapitän Niklas Stark aus Neustadt/Aisch (links) unterhält sich nach der Partie mit Union-Mittelfeldakteur Grischa Prömel.
Foto: Annegret Hilse, dpa

Diesen hat der 1. FC Köln um Marius Wolf inne. Die Leistung der Rheinländer war vor allem in der ersten Halbzeit nicht abstiegsreif, für einen Punkt reichte es aber nicht (1:0 für Wolfsburg). „Wir haben eine super erste Hälfte gespielt und müssen einfach die Tore machen. Wir hatten neben dem Lattenschuss noch zwei, drei gute Chancen, um in Führung zu gehen“, meinte Wolf, der bis zu seiner Auswechslung in der 81. Minute als rechter Angreifer agierte. „Da können sich die Wolfsburger nicht beschweren. Für uns ist es ein sehr enttäuschendes Ergebnis. In der zweiten Hälfte haben wir nicht mehr so entschlossen nach vorne gespielt.“

Am  Sonntag steht für den 1. FC und Coach Markus Gisdol ein Schicksalsspiel gegen den direkten Konkurrenten FSV Mainz 05 auf dem Programm. Unabhängig davon, in welcher Liga die Kölner in der kommenden Spielzeit auflaufen, scheint es unwahrscheinlich, dass  Wolf bei den Geißböcken bleibt. Wie die Bild-Zeitung berichtet, möchte der 1. FC Köln den Einberger zwar gerne behalten, besitzt aber keine Kaufoption. Eine weitere Leihe sei ebenfalls kein Thema, da sich Wolf laut Informationen des Blatts beim neuen BVB-Trainer Marco Rose  durchsetzen möchte. Der Vertrag des 25-Jährigen in Dortmund läuft noch bis zum 30. Juni 2023.

Wolfsburgs Josip Brekalo gelang das goldene Tor gegen den 1. FC Köln um den enttäuschten Einberger Marius Wolf (im Hintergrund).
Wolfsburgs Josip Brekalo gelang das goldene Tor gegen den 1. FC Köln um den enttäuschten Einberger Marius Wolf (im Hintergrund).
Foto: Swen Pförtner, dpa

1. Bundesliga

Marius Wolf (1. FC Köln, geboren in Kronach)

Startelf (bis 81.): 0:1 in Wolfsburg/ Ligaeinsätze: 24 (2 Tore, 2 Vorlagen)

Cedric Teuchert (Union Berlin, Coburg)

Ohne Einsatz im Kader: 1:1 gegen Hertha / Ligaeinsätze: 19 (3 Tore, 1 Vorlage)

Niklas Stark (Hertha BSC, Neustadt. a. d. Aisch)

Startelf: 1:1 bei Union Berlin / Ligaeinsätze: 27 (0 Tore, 0 Vorlagen)

Max Grün (Borussia Mönchengladbach, Karlstadt)

Nicht im Kader: 2:1 gegen Freiburg / Ligaeinsätze: 0

Philipp Tschauner (RB Leipzig, Schwabach)

Ohne Einsatz im Kader: 0:1 gegen FC Bayern / Ligaeinsätze: 0

2. Bundesliga

Enrico Valentini (1. FC Nürnberg, geboren in Nürnberg)

Startelf (1 Vorlage): 2:1 gegen Paderborn / Ligaeinsätze: 23 (1 Tore, 3 Vorlagen)

Johannes Geis (1. FC Nürnberg, Schweinfurt)

Startelf (bis 85.): 2:1 gegen Paderborn / Ligaeinsätze: 27 (2 Tore, 6 Vorlagen)

Tim Latteier (1. FC Nürnberg, Kitzingen)

Ohne Einsatz im Kader: 2:1 gegen Paderborn / Ligaeinsätze: 5 (0 Tore, 1 Vorlagen)

Erik Shuranov (1. FC Nürnberg, Bamberg)

Startelf (bis 72.): 2:1 gegen Paderborn / Ligaeinsätze: 7 (1 Tore, 0 Vorlagen)

David Raum (Greuther Fürth, Nürnberg)

Eingewechselt (ab 72.): 1:0 in Heidenheim / Ligaeinsätze: 27 (0 Tore, 13 Vorlagen)

Jamie Leweling (Greuther Fürth, Nürnberg)

Ohne Einsatz im Kader: 1:0 in Heidenheim / Ligaeinsätze: 22 (1 Tor, 2 Vorlagen)

Timothy Tillman (Greuther Fürth, Nürnberg)

Eingewechselt (ab 87.): 1:0 in Heidenheim / Ligaeinsätze: 19 (0 Tore, 1 Vorlagen)

Dominik Meisel (Würzburger Kickers, Kulmbach)

Ohne Einsatz im Kader: 0:1 in Sandhausen / Ligaeinsätze: 10 (0 Tore, 1 Vorlage)

Manuel Wintzheimer (Hamburger SV, Arnstein)

Startelf (bis 85., 3 Vorlagen): 3:3 in Hannover / Ligaeinsätze: 25 (2 Tore, 11 Vorlagen)

Jann George (Jahn Regensburg, Nürnberg)

Startelf: 1:1 gegen Aue / Ligaeinsätze: 20 (4 Tore, 2 Vorlage)

Felix Burmeister (Eintracht Braunschweig, Würzburg)

Nicht im Kader: 0:2 beim FC St. Pauli / Ligaeinsätze: 2 (0 Tore, 0 Vorlagen)

Patrick Kammerbauer (Eintracht Braunschweig, Raitenbuch)

Startelf: 0:2 beim FC St. Pauli / Ligaeinsätze: 19 (0 Tore, 2 Vorlagen)

In der Vorrunde der U21-Europameisterschaft zeigte der Altenkunstadter Niklas Dorsch starke Leistungen. Doch wohin führt sein Weg im Klubbereich?
In der Vorrunde der U21-Europameisterschaft zeigte der Altenkunstadter Niklas Dorsch starke Leistungen. Doch wohin führt sein Weg im Klubbereich?
Foto: Marton Monus, dpa

Europa

Österreich:

Julian Wießmeier (SV Ried, geboren in Nürnberg)

Startelf (1 Tor): 3:2 gegen Hartberg / Ligaeinsätze: 20 (4 Tore, 0 Vorlagen)

Andrew Wooten (Admira Wacker, Bamberg)

Startelf: 1:0 in St. Pölten / Ligaeinsätze: 11 (3 Tore, 1 Vorlagen)

Maximilian Breunig (Admira Wacker, Würzburg)

Nicht im Kader (krank): 1:0 in St. Pölten / Ligaeinsätze: 15 (3 Tore, 0 Vorlagen)

Schweiz:

Lukas Görtler (FC St. Gallen, Bamberg)

Startelf: 1:1 gegen FC Zürich / Ligaeinsätze: 23 (1 Tor, 3 Vorlagen)

Niederlande:

Thorsten Kirschbaum (VV Venlo, Würzburg)

Startelf: 0:1 gegen Groningen / Ligaeinsätze: 25 (51 Gegentore, 1 zu Null)

Belgien:

Niklas Dorsch (KAA Gent, Lichtenfels)

Nicht im Kader: 1:2 in Lüttich / Ligaeinsätze: 27 (3 Tore, 1 Vorlage)

Luxemburg:

Dominik Stolz (Wift Hesperingen, Neuenedettelsau)

Startelf (1 Tor, 1 Vorlage): 3:2 in Düdelingen / Ligaeinsätze: 17 (9 Tore, 5 Vorlagen)

Ungarn:

Thomas Meißner (Puskas Akademia, Schweinfurt)

Eingewechselt (ab 69.): 2:0 gegen Mezokövesd / Ligaeinsätze: 19 (1 Tor, 0 Vorlagen)

Türkei (2. Liga):

Tolga Ünlü (Altay SK, Erlenbach am Main)

Startelf: 3:1 bei Bursaspor / Ligaeinsätze: 22 (0 Tore, 1 Vorlage)

Cem Ekinci (Keciörengücü, Nürnberg)

Startelf (bis 83.): 0:2 bei Adana Demirspor / Ligaeinsätze: 28 (9 Tore, 3 Vorlagen)

Welt:

Australien:

Nicolai Müller (Western Sydney Wanderers, geboren in Lohr am Main)

Eingewechselt (ab 64.): 1:1 in Brisbane / Ligaeinsätze: 13 (1 Tor, 0 Vorlagen)

Philippinen:

Stephan Schröck (United City FC, Schweinfurt)

Saisonpause

USA:

Julian Gressel (DC United, Neustadt/Aisch)

Saisonpause

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