Es gab schon leichtere Tage beim FC Eintracht Bamberg. Der Aufwärtstrend in der Bayernliga Nord stoppte am Samstag. Beim 0:1 gegen Gebenbach wirkte der Regionalliga-Absteiger zuweilen nicht ganz da und spielte offensiv teils uninspiriert, war auf dem Weg zu einer nicht unverdienten Niederlage.
Das Sportliche trat mit der Verletzung von Christopher Kettler aber in den Hintergrund. Der Kapitän, in der Schlussphase als Stürmer drauf und dran, den Ausgleich zu erzwingen, ging nach einem Kopftreffer zu Boden. Weitergespielt wurde nach gefühlt elendig langer Behandlungspause nicht mehr. Mit dem abfahrenden Krankenwagen war der Fußballnachmittag im Fuchsparkstadion beendet.
Noch am Wochenende erhielten der Kapitän und anschließend sein Verein aber gute Nachrichten: Kettler hat sich nichts gebrochen, kam im Wesentlichen mit einer Gehirnerschütterung davon. Und hat das Klinikum wieder verlassen.
FC Eintracht Bamberg: Mannschaft denkt an Kettler
Groß war daher die Erleichterung im Team und der Sportlichen Leitung. Die interne Whatsapp-Gruppe glühte, als sich "Kette" erstmals nach dem Unfall per Nachricht meldete. "Am Sonntagvormittag hat er uns ein Update gegeben, hat gesagt, dass ihn unsere Nachrichten erreicht haben. Wir haben sehr viel geschrieben, jeder stand zuvor unter Schock", erklärt Tobias Linz.
Auch Stefan Mohr spricht von einem gemeinsamen Prozess. "Wie wir zusammen mit dem Erlebten umgegangen sind, wie die Jungs auf seine Nachricht reagiert haben: da hat man gemerkt, dass wir eine Mannschaft sind. Kette bekommt alle Zeit, die er braucht, um das zu verarbeiten", sagt der Sportliche Leiter. Mohr dankt speziell dem Gebenbacher Innenverteidiger Fabian Vogl, der am Platz als Erster beim bewusstlosen Kettler war, Erste Hilfe leistete.
Am Sonntagabend telefonierte er mit Kettler. "Er ist angeknockt, der Schädel brummt", sagt Mohr. Auch mit der Familie, die im Stadion vor Ort war, stand er nach der Partie in Kontakt.
Bayernliga Nord: Gebenbach hält Bamberg klein
An diesem Montag trifft sich der FC Eintracht zum Training, startet unter den Eindrücken des Wochenendes in heikle Tage. Eine Reaktion ist gefordert, auf das Erlebte, aber auch das Geleistete bis zum Kettler-Schock.
"Es war kein gutes Spiel von uns. Wir hatten viel Ballbesitz, aber wenig Chancen. Insgesamt haben wir einiges von dem vermissen lassen, was wir in den Spielen zuvor gut gemacht haben und haben bis zu dem Unfall auch verdient verloren", sagt Mohr.
Auch Linksverteidiger Linz, der gegen Gebenbach meistens involviert war, wenn gefährliche Bälle in den Sechzehner kamen, wird deutlich: "Uns fehlte ein wenig das Kreative. Wir sind manchmal zu verspielt, spielen nicht im richtigen Moment tief. In uns steckt viel mehr."
"Ganz wichtige Woche" für den FC Eintracht Bamberg
Bamberg fehlte gegen kampfstarke, aber keineswegs überragende Oberpfälzer die Anspielstation im Strafraum. Aber auch die Tiefe aus der Mitte. Zu viele Spieler hingen in der Luft, wirkten teils unschlüssig, was sie 30, 40 Meter vor dem Tor machen sollen. Aus der Schaltzentrale kam zu wenig - auch, weil weiterhin Stammspieler fehlen. Luca Auer kam nach überstandener Krankheit zumindest als Einwechselspieler, vorne fehlten mit David Lang und Paul Kraußold die etatmäßigen Stürmer.
Und so ist die Ausgangslage in der Liga nach starkem Zwischenspurt und zuletzt guten Auftritten des gesamten Teams wieder schlechter geworden. Nach zwei Punkten aus den vergangenen drei Spielen fehlen schon sieben Zähler zur Tabellenspitze.
Die belegt seit dem Wochenende der SC Eltersdorf, der das Topspiel in Neumarkt mit 2:0 gewann, dem ASV als erster Verein daheim Zähler abknöpfte. Am Freitag (19 Uhr) fahren nun die Bamberger zum SCE. Verlieren sie bei Bernd Eigners Quecken, ist der direkte Aufstiegsplatz schon zehn Punkte weg.
"Es ist eine ganz wichtige Woche, da müssen wir als Mannschaft zusammenstehen. Uns muss klar sein, dass jeder an sein Limit gehen muss. Dann können wir jeden schlagen. Außerdem wollen wir das Ganze auch für Kette so gestalten, um aus dem Negativen vielleicht doch etwas Positives ziehen zu können", sagt Linz.
In eine ähnliche Kerbe schlägt Mohr. Er ist überzeugt, dass das Team für Kettler spielen werde. "Es ist Aufgabe aller, am Freitag als Kollektiv aufzutreten. Wir müssen die Situation annehmen, egal ob der Platz hart, tief oder weich ist. Wir müssen da sein, dann wird es gegen Eltersdorf wie schon oft ein spannendes Spiel", so der Sportchef.













