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FC Eintracht macht Boden gut
Zwei Torpremieren machen dezimierte Bamberger froh
Arm in Arm feiern Jonah Schildbach und Nico Zietsch (Mitte, rechts) mit ihren Teamkollegen des FC Eintracht Bamberg drei wichtige Punkte - und ihre ersten Tore.
Arm in Arm feiern Jonah Schildbach und Nico Zietsch (Mitte, rechts) mit ihren Teamkollegen des FC Eintracht Bamberg drei wichtige Punkte - und ihre ersten Tore. // Sascha Dorsch
Bamberg – Nico Zietsch und Jonah Schildbach treffen beim Sieg in Regensburg erstmals für den FC Eintracht. Vorstandssprecher Sascha Dorsch freut sich für das Duo, das trotz unterschiedlicher Situation diese Treffer nötig hatte.

Es hätte Argumente gegeben, wenn der FC Eintracht Bamberg in Regensburg Punkte gelassen hätte. Angefangen bei der Spielstätte, die die Fortuna als Ersatz für ihren Rasenplatz gewählt hat. Statt Bayernligafußball in der "Projekt 28 Arena", die die Domreiter aus dem Verbandspokal der Vorsaison kennen, wurde auf einem Kunstrasen im Nordosten der Stadt gespielt.

Dessen Maße lagen sichtbar unter den Vorgaben, die Zuschauer standen teils direkt an der Auslinie. Kurios: Ein Fan mit Bier in der Hand lief direkt vor Jan Gernlein entlang, während gespielt wurde. Auf die Platzmaße hatte sich der FCE vorbereitet, steckte den eigenen Kunstrasenplatz im Abschlusstraining entsprechend ab. Beidseitig fehlten der ebenfalls kleinen Spielfläche an der Armeestraße noch ein paar Meter.

Zudem fuhren die Bamberger geschwächt zu den spielstarken Futsal-Experten nach Regensburg: Kapitän Christopher Kettler fehlte erkrankt, Abwehrkollege Jonas Hartwig studiumsbedingt ebenso. Valentin Schmitt war rotgesperrt und Benedikt Willert rückt zu Stürmer David Lang ins Lazarett. Der Torhüter hat aufgrund einer Sehnenverletzung am Daumen wohl Winterpause.

FC Eintracht Bamberg biegt Duell auf Kunstrasen

Ohne fünf potenzielle Stammspieler und trotz zweimaligen Rückstands hatten die Domreiter das bessere Ende für sich. Sie feierten beim 3:2 in Regensburg den dritten Sieg in Folge, verkürzten den Rückstand zu Spitzenreiter Neumarkt bei einem Nachholspiel auf fünf Zähler.

Entsprechend strahlten die Bamberger nach Spielende um die Wette, feierten im Siegerkreis auf Kommando von Willert, den Fabian Dellermann zwischen den Pfosten gut vertrat. Es war ein Statement-Sieg der Domreiter, die die Gegebenheiten letztlich annahmen und sich belohnten.

Und er hielt neben der Fortsetzung der eigenen Serie für zwei Bamberger auch besondere Momente parat: Nico Zietsch und Jonah Schildbach schossen ihre ersten Ligatore für den FC Eintracht, genossen den Jubel mit ihren Teamkollegen.

Zietsch zirkelte einen Freistoß aus fast 30 Metern zum zwischenzeitlichen 1:1 in den Winkel, Schildbach schoss das Siegtor. Keine zwei Minuten nach seiner Einwechslung drückte er einen Schuss von Andreas Pfahlmann über die Linie, wurde anschließend unter der Bamberger Jubeltraube begraben.

Zietsch und Schildbach: Große Freude nach Tordebüt

"Für beide freut es mich. Jonah will mehr Spielzeit, will sich beweisen. Aber er kam aus einer Verletzung und saß daher viel draußen. Dann kriegt er die Chance, kommt rein und macht es in der Situation gut", lobt Sascha Dorsch den 19-Jährigen. Schildbach traf Anfang November zweimal für die Kreisklassen-Reserve, schoss beim Pokalauftakt in Röslau ein Tor, ehe er zur Halbzeit rausmusste.

In der Bayernliga kam der im vergangenen Winter von der Baiersdorfer U19 gekommene Angreifer zuvor erst einmal für den FC Eintracht zum Einsatz - zehn Minuten half er beim 1:0-Sieg bei der zweiten Mannschaft von Jahn Regensburg mit. Die 13 Minuten beim Stadtrivalen der Drittliga-Reserve werden ihm wohl länger in Erinnerung bleiben.

"Bei Jonah wissen wir, dass seine größte Stärke im Torabschluss liegt. Er hat gerade in diesen letzten Aktionen immer wieder eine hohe Quote, deshalb wollten wir ihn in der Schlussphase reinwerfen. Der Auftrag war klar und er hat ihn zu unser aller Zufriedenheit erledigt", kommentiert Jan Gernlein.

Anders war die Ausgangslage für Zietsch, der kurz vor Transferschluss in Bamberg unterschrieb. Mit der Empfehlung von 33 Regionalliga-Einsätzen für den 1. FC Nürnberg II kam der zentrale Mittelfeldspieler zum FCE, kommt bislang auf zehn Saisoneinsätze in Lila-Weiß.

Der 21-Jährige überzeugte als fleißiger, mannschaftsdienlicher Mann in der Zentrale, ließ seine technische Finesse aber nur gelegentlich aufblitzen. Sein Traumfreistoß und das erste Tor für Bamberg taten ihm gut. Bambergs Coach hebt Zietschs Schusstechnik und die Qualität bei Standards hervor. "Diesmal hat er uns alle inklusive des Heimtorhüters überrascht und das Ding direkt ins Tor gehauen", lobt Gernlein.

Wann geht die Bayernliga in die Winterpause?

Die Partie bei Fortuna Regensburg war eine neuerliche Abfrage der Anpassungsfähigkeit, der Bereitschaft des Teams von Jan Gernlein, alles für den Sieg zu investieren. Weil das auch ohne fünf potenzielle Stammspieler gelang, scheint der Regionalliga-Absteiger gerüstet für den Endspurt vor der Winterpause.

An diesem Samstag (14 Uhr) ist das Heimspiel gegen den FC Ingolstadt II angesetzt. Ob und wo gespielt wird, ist angesichts der Witterungsbedingungen unklar. Der FC Eintracht will alles versuchen, um im Fuchsparkstadion den vierten Dreier in Folge nachzulegen. Drei Tage später folgt dann das durchaus spezielle Nachholspiel auf dem Wildensorger Kunstrasen gegen den TSV Kornburg. Am 29. November ist noch die Fahrt zur SpVgg Weiden angesetzt.

Seit dem bitteren Auftritt in Stadeln Ende August hat sich Bamberg weiterentwickelt, von neun Ligaspielen nur eines verloren und sich in der Tabelle nach vorne gearbeitet. Bestätigt die Gernlein-Elf den Trend, winkt zum Weihnachtsfest noch mehr als der derzeitige fünfte Platz.

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