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Jan Gernlein blickt voraus
Gereifte Regensburger prüfen Bamberger Fortschritt
Jan Gernleins FC Eintracht Bamberg erlebte gegen Regensburg in der Hinrunde ein böses Erwachen. Beim Wiedersehen soll das ganz anders laufen.
Jan Gernleins FC Eintracht Bamberg erlebte gegen Regensburg in der Hinrunde ein böses Erwachen. Beim Wiedersehen soll das ganz anders laufen. // Sportfoto Zink
Bamberg – Am Samstag (14 Uhr) kann sich der FC Eintracht bei Fortuna Regensburg für die bittere Heimpleite in der Hinrunde revanchieren. Auf ungewohntem Geläuf erwartet Jan Gernlein ein gänzlich anderes Spiel. Zwei Offensivspieler fehlen noch länger.

Es war eines der kuriosesten Spiele der vergangenen Jahre im Fuchsparkstadion. Beim Bayernliga-Heimauftakt Ende Juli spielte der FC Eintracht Bamberg die Fortuna aus Regensburg 30 Minuten lang an die Wand, hätte höher als 2:0 führen können.

Doch so stark die Domreiter begannen, so sehr wendete sich das Blatt mit dem Anschlusstreffer vor der Halbzeit. Nach dem Seitenwechsel wirbelten Lukas da Silva Freundorfer und Co. die Bamberger durcheinander, gewannen mit 4:2. Und gaben dem FCE einen ersten Vorgeschmack darauf, wie Bayernligaspiele laufen, wenn die Intensität fehlt.

Ähnliche Erfahrungen machte der FC Eintracht am vergangenen Samstag gegen den FC Coburg. Doch weil die Domreiter in Unterzahl aufdrehten und verdient den Rückstand umbogen, fährt die Mannschaft von Jan Gernlein mit Selbstvertrauen nach Regensburg. Am Samstag (14 Uhr) peilt Bamberg den dritten Sieg in Folge an.

Fußball, Bayernliga Nord

SV Fortuna Regensburg (7.) - FC Eintracht Bamberg (8.)

Licht und Schatten hielt Bambergs womöglich letztes Heimspiel des Jahres im Fuchsparkstadion für den FC Eintracht bereit. Beim 3:1 gegen Coburg kehrte Christopher Kettler nach seiner Kopfverletzung in die Viererkette zurück. Die Domreiter bewiesen in Unterzahl ihre Klasse, drehten das Oberfrankenduell und bleiben im Verfolgerfeld der Bayernliga-Tabellenspitze.

Doch gerade die schwache Anfangsphase gegen den FCC gab einen Auftrag in die Trainingswoche mit. "Grundsätzlich hat das Spiel wieder gezeigt, dass es gegen keinen Gegner von selbst läuft. Wir brauchen immer eine seriöse Leistung gegen den Ball und die war in der ersten Halbzeit definitiv nicht da", sagt Bambergs Cheftrainer.

Kein längeres Thema ist für Gernlein die Rote Karte gegen Valentin Schmitt. Der Flügelspieler flog gegen Coburg unmittelbar nach dem Bamberger Ausgleich wegen Nachtretens mit Rot vom Platz. "Valentin ist ein junger Spieler mit Feuer, der unbedingt will. Wichtiger ist, dass er ein guter Junge ist. Er hat zur Mannschaft gesprochen, das zeigt seinen Charakter. Sowas gehört dazu."

Enttäuschung bei Valentin Schmitt nach seiner roten Karte. Kurz vor der Halbzeit flog der Bamberger im Spiel gegen den FC Coburg vom Feld.
Enttäuschung bei Valentin Schmitt nach seiner roten Karte. Kurz vor der Halbzeit flog der Bamberger im Spiel gegen den FC Coburg vom Feld. // Sportpress

Valentin Schmitt gesperrt, David Lang fehlt

Schmitt wurde für drei Spiele gesperrt, könnte also zum letzten Spiel vor der Winterpause am 29. November in Weiden zurückkehren - wenn denn gespielt wird. Der angekündigte erste Wintergruß in der nächsten Woche setzt hinter die Partien nach dem Regensburg-Spiel jedoch Fragezeichen. Sicher stattfinden kann nach Stand der Dinge nur das Nachhol-Heimspiel gegen Kornburg (25. November) auf der Rudi-Ziegler-Sportanlage in Wildensorg.

Neben Schmitt könnte sich ein weiterer Angreifer vorzeitig in der Winterpause befinden: David Lang laboriert weiterhin an einer Oberschenkelverletzung, die er sich bei einer Abwehraktion gegen den Würzburger FV am 3. Oktober zugezogen hatte. "David muss geduldig sein, da der Muskel noch kein Go gegeben hat. Da kann man leider keine Vorgänge beschleunigen. Dass er uns fehlt, ist kein Geheimnis", kommentiert Gernlein.

Bamberg auf Kunstrasen bei Fortuna Regensburg

Auch ohne das Offensivduo bringt der FC Eintracht genügend Feuerkraft mit in die Oberpfalz. Ein neuerliches Spektakel wie im Hinspiel erwartet Bambergs Trainer aber nicht. "Ich glaube es wird ein ganz anderes Spiel als zu Saisonbeginn. Wir sind damals euphorisch gestartet, haben dann sechs Gänge zurückgeschaltet", erinnert sich Gernlein.

Ein Faktor für diese Einschätzung ist die Austragungsstätte der Partie. Gespielt wird nicht auf dem Rasenplatz der Fortuna, den die Bamberger vom 3:0-Pokalerfolg der Vorsaison kennen, sondern auf dem Kunstrasenplatz des BSC Regensburg im Nordosten der Stadt. "Auf dem engen Kunstrasen wird es eher ein Fehlervermeidungsspiel", prognostiziert Gernlein.

Diesbezüglich bringt die Fortuna den besseren Trend mit. Mit 34 Saisontoren stellt Regensburg weiterhin eine der besten Offensivreihen der Liga. Zuletzt zeigten die Oberpfälzer bei den 0:0-Unentschieden in Weiden und Neumarkt aber defensive Kompaktheit.

Beim ASV Neumarkt half vor Wochenfrist auch das Glück, scheiterten die Adler doch gleich dreimal am Aluminium. Aber der Grundauftritt passt zur Witterungszeit. Der Spektakel-Fußball der Sommerzeit ist in Regensburg einem gefestigteren, ausgeglichenerem Matchplan gewichen. Die individuelle Klasse der mit Futsal-Spezialisten gespickten Mannschaft von Arber Morina bleibt.

So wartet ein tückischer Gegner auf den FC Eintracht, der die Lerneffekte des Hinrundenduells und der vergangenen Monate umsetzen will. "Wir haben eine Aufgabe vor uns, die einerseits schwer zu lösen ist, andererseits aber unsere Bringschuld uns selbst gegenüber ist. Wir müssen am Samstag gegen einen guten Gegner ganz viel arbeiten, um die Basis für ein gutes Ergebnis zu legen", sagt Jan Gernlein.

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