37 Medaillen, Platz 9 im Medaillenspiegel - das war die deutsche Bilanz der vergangenen Olympischen Sommerspiele in Tokio im Jahr 2021. So schwach haben die deutschen Sportler seit der Wiedervereinigung noch nie bei Olympia abgeschnitten.
Generell geht es seit 1992 eher bergab bei der Medaillenjagd. Geht es bei den anstehenden Spielen in Paris endlich wieder bergauf? Diese Frage können nur die Sportler selbst beantworten. Ein Blick in die Historie zeigt aber, in welchen Sportarten die Hoffnung besonders groß ist.
Deutschland im Kanu am erfolgreichsten
Die mit Abstand meisten Medaillen holten die deutschen Sportler im Kanu. 67 Mal gab es in dieser Disziplin Edelmetall, fast die Hälfte davon waren Goldmedaillen. Mit einem großen Abstand kommen die weiteren Paradedisziplinen der Deutschen. In der Leichtathletik, im Reiten, Schwimmen, im Radsport und im Rudern sind die heimischen Athleten ähnlich erfolgreich.
Noch gar keine Medaillen gab es seit 1992 übrigens in neun Sportarten. Dazu zählen klassische Disziplinen wie Badminton, Basketball, Golf, Rugby, Volleyball genauso wie neue olympische Disziplinen wie Surfen, Tanzen, Skateboard und das in Paris erstmals eingeführte Breakdancen.
Im Sportklettern gibt es mit Alexander Megos sogar eine fränkische Medaillenhoffnung. Der Erlanger erreichte vor drei Jahren in Tokio zweimal Platz 6. Zuletzt holte er bei der Kletterer-WM 2023 in Bern Bronze.
Die Kanusportler waren vor drei Jahren mit sieben Medaillen am erfolgreichsten. Auf diesen ruhen auch in diesem Jahr die Hoffnungen. Schließlich sind mit Tim Hecker, Sebastian Brendel und Jacob Schopf drei Medaillengewinner wieder dabei. Genauso wie Max Lemke und Max Rendschmidt, die Teil des Vierer-Kajaks waren, der Gold holte. Unter den Slalomfahrern ist mit Ricarda Funk eine weitere Olympiasiegerin mit an Bord.
Gut schnitten auch die Reiterinnen ab. Mit Jessica von Bredlow-Werndl und Isabell Werth sind eine Gold- und eine Silber-Gewinnerin wieder mit dabei. Beide holten auch zusammen im Mannschaftsdressurreiten Gold.
Erlanger bei Schwimmern dabei
Hoffnung machten auch die Schwimmer, die erstmals seit 2008 wieder dreimal Edelmetall abräumten. Zwei davon, einmal Gold und einmal Bronze, gingen auf das Konto von Florian Wellbrock, der auch in Paris wieder am Startblock stehen wird. Auch unter den Schwimm-Assen ist mit Peter Varjasi ein Franke. Der Erlanger debütiert bei der 4x100-Meter-Freistil-Staffel.
2021 gab es erstmals seit 1992 wieder eine Goldmedaille im Tennis. Damals holten Boris Becker und Michael Stich gemeinsam Gold im Doppel. Aus dem Jahr 1988 datiert der letzte Olympia-Sieg im Einzel von Steffi Graf. Diese beiden Durststrecken beendete Alexander Zverev. In diesem Jahr ist der aktuelle Weltranglisten-Vierte wieder mit dabei, darunter auch im Mixed zusammen mit Laura Siegemund. Diese hatte in Tokio noch mit Kevin Krawietz aus dem Landkreis Coburg gespielt. Der Franke tritt diesmal nur im Doppel mit Tim Pütz an. Mit Maximilian Marterer aus Nürnberg darf sich ein weiterer Franke über die Olympia-Teilnahme freuen.
Nicht dabei waren bei den vergangenen Spielen die Fußballerinnen, die 2016 noch das Turnier gewannen. Jetzt haben sie sich unter Trainer Horst Hrubesch wieder qualifiziert. Die deutsche Fußballlegende hat mit Klara Bühl aus Haßfurt auch eine Fränkin nominiert.
Holt Gina Lückenkemper Gold für Deutschland?
Enttäuschend lief es vor drei Jahren auch für die deutschen Leichtathleten. Nur drei Medaillen brachten die Sportler mit nach Hause. Als Titelverteidigerin im Weitsprung ruhen die Hoffnungen wieder auf Malaika Mihambo. Im Diskuswurf will die Silber-Gewinnerin Kristin Prudenz erneut aufs Treppchen.
Bei den Läuferinnen zählen die deutschen Fans auf eine Wahl-Fränkin. Gina Lückenkemper nimmt erstmals an den Olympischen Spielen teil. Die schnellste Frau Deutschlands mit Wohnsitz in Bamberg tritt über die 100 Meter im Einzel und in der Staffel an. Mit dem Hammerwerfer Merlin Hummel aus Kulmbach wird ein gebürtiger Oberfranken bei seinem Debüt hoch gehandelt.
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