Wenn am 26. Juli im Stade de France im Pariser Vorort die Eröffnungsfeier der 33. Olympischen Sommerspiele stattfindet, dann sind auch einige Sportler aus Franken mit dabei. Insgesamt haben es mehr als ein Dutzend Athletinnen und Athleten mit Geburtsort in Franken zum Großereignis in der Hauptstadt Frankreichs geschafft. FränkischerTag.de stellt sie Ihnen in alphabetischer Reihenfolge vor.
Klara Bühl (Fußball; Haßfurt)
Nach dem Viertelfinal-Aus bei der WM 2019 und der damit verpassten Olympia-Qualifikation für die Spiele in Tokio sind die deutschen Fußball-Frauen in Paris wieder dabei. Bei der bis dato letzten Teilnahme in Rio gewann die Nationalmannschaft Gold, in den 2000er Jahren gab es zudem dreimal Bronze in Folge. Und dieses Jahr?
Zum deutschen Kader gehört auch die gebürtige Haßfurterin und Olympia-Debütantin Klara Bühl. Die Flügelspielerin steht seit 2020 beim FC Bayern München unter Vertrag. Bühl ist die aktuelle Nationalspielerin des Jahres und stand schon 2022 im Kader, als die deutsche Mannschaft das EM-Finale erreichte.
Timo Cavelius (Judo; Hof)
Timo Cavelius aus Hof startet im Judo in der Gewichtsklasse bis 81 Kilogramm. In Paris ist er zum ersten Mal bei Olympischen Spielen dabei, 2019 vertrat er Deutschland noch bei den European Games in Minsk. Besonders gut lief es für den 27-Jährigen im vergangenen Jahr.
Da gewann er Silber beim Grand Slam in Paris und Bronze bei den Grand Slams in Tel Aviv und Tiflis. Außerdem wurde Cavelius im Finalkampf gegen Tim Gramkow Deutscher Meister. In diesem Jahr ließ er Silber beim Grand Slam in Astana folgen.
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Luisa Geiselsöder (Basketball; Ansbach)
Die deutschen Basketballerinnen haben sich zum ersten Mal für die Olympischen Spiele qualifiziert. Bei der Europameisterschaft im vergangenen Jahr erreichten sie das Viertelfinale, schieden dort aber nach einer 42:67-Niederlage gegen Spanien aus. In den anschließenden Platzierungsspielen erreichten sie nach einem Sieg gegen Tschechien und einer Niederlage gegen Serbien den sechsten Rang. Dieser reichte für die Teilnahme am olympischen Qualifikationsturnier in Brasilien im Februar. Mit einem abschließenden 73:71-Sieg gegen die Gastgeberinnen lösten die DBB-Damen ihr Paris-Ticket.
Zum deutschen Kader gehört mit Luisa Geiselsöder eine Spielerin mit Geburtsort Ansbach. Von 2015 bis 2020 spielte sie für die BG Donau-Ries und wurde vom Fachportal Eurobasket.com als beste Center-Spielerin der Bundesliga-Saison 2019/20 ausgezeichnet. Seit 2020 spielt sie in Frankreich und dort aktuell für Basket Landes. Im WNBA-Draft 2020 sicherten sich die Dallas Wings an 21. Stelle die Rechte an Geiselsöder.
Alina Hartmann (Basketball; Bamberg)
Mit Alina Hartmann steht auch eine Bambergerin im Basketball-Aufgebot. Die 28-jährige Flügelspielerin debütierte vor mehr als zehn Jahren für die DJK Don Bosco Bamberg in der ersten Liga und ging nach ihrem Abschied 2014 für verschiedene Bundesligisten auf Korbjagd. In der vergangenen Saison spielte sie für den BC Namur Capitale in der ersten belgischen Liga.
Merlin Hummel (Hammerwurf; Kulmbach)
In der Leichtathletik ist mit Merlin Hummel ein Kulmbacher am Start. Der 22-Jährige kämpft im Hammerwurf um die Positionen und hofft auf eine ähnliche Leistung wie bei den Europameisterschaften im Juni in Rom. Dort hatte Hummel als Vierter mit 79,25 Metern eine neue persönliche Bestleistung aufgestellt, Bronze aber um knapp einen Meter verpasst.
Für Hummel ist es die erste Olympia-Teilnahme. Im vergangenen Jahr startete er noch bei der U23-EM im finnischen Espoo, wo er mit 75,61 Metern die Silbermedaille gewann. Auch bei der U20-EM 2021 in Tallinn gab es Silber für den Kulmbacher.
Moritz Karlitzek (Volleyball; Hammelburg)
Erstmals seit London 2012 haben sich die deutschen Volleyball-Männer wieder für die Olympischen Spiele qualifiziert. In Großbritannien erreichte die Nationalmannschaft die Finalrunde, schied aber im Viertelfinale glatt mit 0:3 gegen Bulgarien aus.
Nun wagt die DVV-Auswahl in Paris einen neuen Anlauf und mit dabei ist auch ein Hammelburger: Moritz Karlitzek, für den es die ersten Spiele sind. Der Angreifer debütierte 2016 in der A-Nationalmannschaft und gehörte ein Jahr später zum Team, das die erste EM-Silbermedaille für den DVV überhaupt gewann. Derzeit spielt er in der polnischen Liga für Indykpol AZS Olsztyn.
Kevin Krawietz (Tennis; Coburg)
In Paris kehrt Kevin Krawietz an den Ort seiner größten Erfolge zurück: Roland Garros, wo er 2019 und 2020 die French Open im Doppel gewann. Ein gutes Omen für den Coburger? Vor drei Jahren in Tokio wurde nicht auf Sand, sondern auf Hartplatz gespielt.
Damals schied Krawietz mit seinem Partner Tim Pütz im Achtelfinale aus, im Mixed mit Laura Siegemund war im Viertelfinale Endstation. Seit den Spielen 2021 hat Krawietz drei Turniere auf der ATP-Tour gewonnen - alle auf Sand. Bei Grand-Slam-Turnieren kam der Doppelspieler seither allerdings nicht mehr über das Halbfinale hinaus (Wimbledon 2023). Der Deutsche Tennis Bund hat die genaue Besetzung seiner Teams noch nicht bekannt gegeben. Krawietz könnte sowohl im Doppel als auch im Mixed zum Einsatz kommen.
Julia Maidhof (Handball; Aschaffenburg)
Zum fünften Mal nach 1984, 1992, 1996 und 2008 haben sich die deutschen Handballerinnen für die Olympischen Spiele qualifiziert. In Los Angeles und Barcelona verloren sie jeweils das Duell um Bronze, doch besser als Platz vier waren die deutschen Handballerinnen bei den Spielen noch nie. Seit 2019 sind sie bei Welt- und Europameisterschaften immer in den Top 8 gelandet.
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Zum Kader gehört auch die gebürtige Aschaffenburgerin Julia Maidhof. Die 27-Jährige, die auf der rechten Seite zu Hause ist, gewann 2022 und 2023 mit der SG BBM Bietigheim die deutsche Meisterschaft. Seit 2023 spielt sie in Rumänien beim SCM Râmnicu Vâlcea.
Maximilian Marterer (Tennis; Nürnberg)
Der Nürnberger Tennisprofi Maximilian Marterer kommt in Paris dank glücklicher Umstände zu seinem Olympia-Debüt: Durch den Ausfall eines anderen Spielers nominierte ihn der Deutsche Tennis-Bund für die Olympischen Spiele 2024 nach. Marterer tritt bei den Spielen im Herren-Einzel an.
Auf dem roten Sand von Roland Garros feierte der 29-Jährige den bislang größten Erfolg seiner Karriere: 2018 erreichte er bei den French Open das Achtelfinale und spielte dieses gegen Superstar Rafael Nadal. In diesem Duell unterlag Marterer mit 3:6, 2:6 und 6:7 (4:7). In diesem Jahr erreichte er die 2. Runde beim Grand-Slam-Turnier in Paris.
Alexander Megos (Sportklettern; Erlangen)
Sportkletterer Alexander Megos ist nach Tokio 2021 zum zweiten Mal bei Olympischen Spielen am Start. Vor drei Jahren verpasste der gebürtige Erlanger die Finalrunde nur knapp. Sechste Plätze im Bouldern und Lead sowie Rang 19 im Speed reichten für Position neun in der Gesamtwertung.
Das Olympiaticket löste Megos bei der Qualifikationsserie im Frühsommer in Shanghai und Budapest - obwohl er sich dem Klimaschutz verschrieben hat und möglichst auf Flüge zu den Wettkämpfen verzichten will. Seine Form ist ungebrochen: Bei der Kletter-WM 2023 in Bern holte Megos Bronze im Lead.
Charline Schwarz (Bogenschießen; Nürnberg)
Die zweiten Olympischen Spiele sind es für Charline Schwarz von den Bogenschützen Feucht. Die 23-Jährige gewann 2021 in Tokio bereits Mannschaftsbronze mit dem Recurvebogen und kurz vor den Spielen in Japan Mannschaftssilber bei der EM in Antalya.
In den folgenden Jahren lief es für die gebürtige Nürnbergerin noch besser: Bei der Europameisterschaft 2022 in München siegte sie im Teamwettbewerb, ein Jahr später gab es wieder Mannschaftsgold, diesmal bei der Weltmeisterschaft in Berlin.
Peter Varjasi (Schwimmen; Erlangen)
Für einen Schwimmwettbewerb wurde Peter Varjasi nominiert: Der 24-jährige gebürtige Ungar vom Turnerbund Erlangen ist zum ersten Mal bei Olympischen Spielen dabei und einer von fünf Athleten, die für die 4x100-Meter-Freistil-Staffel in Frage kommen. Varjasi reist mit einem Erfolgserlebnis im Rücken nach Paris: Im Juni gewann er in Belgrad mit der 4x100-Meter-Mixed-Freistil-Staffel EM-Bronze.
Bei der Junioren-EM 2018 in Helsinki hatte er bereits drei Medaillen gewonnen: Silber mit der 4x100-Meter-Freistil-Mixed-Staffel und mit der 4x100 Meter-Lagen-Staffel sowie Bronze mit der 4x100-Meter-Freistil-Staffel. 2019 hat sich Varjasi zwischenzeitlich aus Erlangen verabschiedet, um dank eines Schwimm-Stipendiums an der Florida State University zu trainieren und zu studieren.
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Justus Weigand (Hockey; Nürnberg)
Nach Platz vier vor drei Jahren in Tokio gehen die deutschen Hockey-Herren als amtierender Weltmeister auch in diesem Jahr ambitioniert in das olympische Turnier. Seit den Spielen 1984 in Los Angeles haben sie nur dreimal eine Medaille verpasst: Neben den Spielen 2021 in Japan war dies 1996 in Atlanta und 2000 in Sydney der Fall.
Der Nürnberger Justus Weigand steht in Paris zum zweiten Mal im Olympia-Aufgebot der Hockey-Herren. Vor drei Jahren in Tokio zählte der 24-jährige Offensivmann noch nicht zu den Stammspielern. Mit dem Mannheimer HC wurde Weigand 2022 Deutscher Meister in der Halle und 2024 Deutscher Meister im Freien.
Mia Zschocke (Handball; Aschaffenburg)
Mit Mia Zschocke ist eine weitere Aschaffenburgerin auf der Ersatzliste der deutschen Handballerinnen. Die 28-jährige Rückraumspielerin steht gemeinsam mit Julia Maidhof beim rumänischen Erstligisten SCM Râmnicu Vâlcea unter Vertrag. 2015 wurde sie in Diensten von Bayer Leverkusen deutsche Meisterin in der A-Jugend.












