Der Countdown läuft. Am Freitag, 26. Juli, starten die Olympischen Spiele in Paris. Die Eröffnungsfeier findet aber nicht wie bisher üblich in einem Stadion statt, sondern auf dem Fluss Seine. Die Sportler aus allen Herren Ländern werden dann auf Booten an den Zuschauern, die auf Tribünen am Uferrand sitzen, vorbeifahren. Die gesamte Innenstadt wird damit zur Olympia-Arena.
Kulmbachs erster Olympionike wird aber am Freitag noch nicht in der französischen Landeshauptstadt sein. Die Eröffnungszeremonie wird der 22-Jährige in der Sportschule Kienbaum bei Berlin verfolgen, wo sich ein Teil des deutschen Teams für die Spiele zur Vorbereitung trifft. Merlin Hummel wird am Donnerstag, 25. Juli, nach Kienbaum reisen und sich dort bis zum gemeinsamen Flug nach Paris am Montag, 29. Juli, vorbereiten. "Ich darf dafür die Schlussfeier mitmachen", sagt der Kulmbacher, der erst am Freitag, 2. August, in Paris in den Hammerwurfring geht.
Die 32 besten Athleten dieser Disziplin kämpfen dann um zwölf Plätze für das Finale am Sonntag ab 20.30 Uhr. Nach ein oder bestenfalls zwei Wettkampftagen wird Merlin Hummel so viel wie möglich von der einzigartigen Atmosphäre der Olympischen Spiele aufsaugen und so viele andere Wettkämpfe wie möglich verfolgen. Seine Favoriten sind "natürlich die Leichtathletik, aber auch Beachvolleyball am Eiffelturm".
Team D trifft sich in Kienbaum
Hummels Heimtrainer Martin Ständner hätte allerdings gerne noch länger mit seinem Schützling auf der heimischen Wurfanlage in Stadtsteinach trainiert. Doch der Deutsche Leichtathletik-Verband will seine Athleten schon frühzeitig in Kienbaum versammeln. Zum einen soll das gemeinsame Training den Teamgeist stärken, zum anderen sollen die Athleten dort auch Medientermine erledigen. Merlin Hummel nimmt es gelassen. "Natürlich wäre es schöner gewesen, noch drei Tage in Stadtsteinach zu trainieren. Aber das Medieninteresse verstehe ich. Außerdem gibt es in Kienbaum Physiotherapie vom Feinsten und perfekte Regenerationsmöglichkeiten."
In Kienbaum wird Merlin Hummel nicht nur viele andere deutsche Leichtathleten treffen, sondern auch den Topfavoriten auf Olympia-Gold im Hammerwurf, Ethan Katzberg. Der Weltmeister aus Kanada bereitet sich schon drei Wochen in Berlin auf die Spiele vor, "um sich zu akklimatisieren", wie Merlin Hummel weiß, der seit einem gemeinsamen Trainingslager gut mit Katzberg befreundet ist.
Natürlich ist in Kienbaum auch Sören Klose dabei, mit dem sich Merlin Hummel im Olympischen Dorf ein Zimmer teilen wird. Sein größter deutscher Konkurrent ist inzwischen zu einem guten Freund geworden. "Es ist sehr wichtig, jemanden im Wettkampf zu haben, mit dem man sich austauschen kann", sagte der aus Porta Westfalica stammende Klose seiner Heimatzeitung, dem Mindener Tagblatt.
"Wir pushen und gegenseitig und wünschen uns den größtmöglichen Erfolg." Mit Hummel habe sich "eine Freundschaft entwickelt, wir kommen sehr gut miteinander aus". Klose weiß, dass er dem Kulmbacher indirekt seine Olympiateilnahme zu verdanken hat. Denn hätte Hummel seinen Rivalen wie in allen anderen Wettkämpfen in diesem Jahr auch bei der Deutschen Meisterschaft geschlagen, hätte dieser die nötigen Punkte für die Weltrangliste, über die er sich in letzter Sekunde für Paris qualifiziert hat, nicht geholt.
Merlin Hummel warf bei der Deutschen Meisterschaft in Braunschweig aus einem harten Aufbautraining heraus nur 74,37 Meter und damit fünf Meter weniger als seine heuer aufgestellte Bestweite. Damit war für Klose mit 75,70 Metern der Weg zum Titel frei war.
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Beim letzten Testwettkampf vor den Olympischen Spielen stellte aber Merlin Hummel die gewohnte Reihenfolge wieder her. Bei einem Wurf-Meeting der „World Bronze-Serie“ in Schönebeck bei Magdeburg ließ er den 7,26 Kilogramm schweren Hammer auf 76,41 Meter fliegen und distanzierte damit Sören Klose (74,90 Meter) und den Ungarn Gabor Zeller (73,18) klar.
Der Erfolg und die ansprechende Weite gaben Hummel die Bestätigung, dass er für die Spiele in Paris gerüstet ist. "Ich hätte noch weiter werfen können", sagt der Kulmbacher, doch touchierten seine schwungvollsten Würfe das Netz.
Wichtig war für ihn jedoch zu sehen, "dass mein System funktioniert". Nebenbei sicherte sich Merlin Hummel auch 800 Euro Preisgeld für den souveränen Sieg im Deutschen Wurf-Cup 2024, zu dem auch seine Ergebnisse von Halle und Langenbrand beitrugen.
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Je näher die Olympischen Spiele in Paris rücken, desto größer wird auch das Medieninteresse. So drehte ein Team des Bayerischen Fernsehen jüngst beim Training von Merlin Hummel und seinem Coach Martin Ständner auf der Wurfanlage Stadtsteinach. Bericht wurde in der Frankenschau ausgestrahlt und ist in der Mediathek des BR abrufbar.














