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Er kämpft für die Linke
Jan Jaegers' Mission: Kinderarmut in Bamberg stoppen
Bamberger Linke Direktkandidat Jan Jaegers Bundestagswahl 2025
Der 30-jährige Jan Jaegers vertritt die Linke als Direktkandidat zur Bundestagswahl 2025. Er sich setzt sich für bezahlbares Wohnen und gute Arbeit ein. // Foto: Julian Megerle
Bamberg – Der 30-jährige Jan Jaegers kämpft im Wahlkreis Bamberg um den Verbleib der Linkspartei im Bundestag. Was der Direktkandidat in Berlin für Bamberg vorhat und warum er die Hoffnung nicht verliert.

Plakatieren ist hier noch Chefsache: Jan Jaegers bringt ein Plakat mit der Aufschrift „Silberlocken rocken“ an einem Mast in Bamberg an. Auf dem Bild blicken die langjährigen Linksparteigrößen Gregor Gysi, Bodo Ramelow und Dietmar Bartsch in die Kamera. Jaegers ist genauso wie die drei Herren Linke-Direktkandidat, allerdings für den Wahlkreis Bamberg und erst 30 Jahre alt. „Die drei haben sich verdient gemacht um die Partei“, sagt der Co-Sprecher des Kreisverbandes dazu. Es ist Jaegers zweiter Anlauf für den Bundestag, den der gebürtige Bad Aiblinger nimmt. Doch diesmal ist einiges anders als im Jahr 2021. 

Die Linke Bamberg Jan Jaegers Plakat Bundestagswahl
Wahlkampf ist Handarbeit: Auch Direktkandidat Jaegers packt an, wie hier am Kranen in Bamberg. Er plakatiert die drei „Silberlocken" Gregor Gysi, Dietmar Bartsch und Bodo Ramelow von der Linkspartei. // Foto: Julian Megerle

Gute Chancen für alle Kinder schaffen 

Jaegers hat sein Masterstudium in der Politikwissenschaft abgeschlossen und nun seit Ende 2023 den Job des Jugendpflegers in der Verwaltungsgemeinschaft Baunach übernommen. Ein Job, in dem er einschreitet, wenn Jugendliche gemobbt werden. Es ist ein Job, in dem er mit Jugendlichen spricht, wenn Videos aus Kriegsgebieten über die Handys flimmern. „Kinder müssen einen Ort haben, wo sie sich abseits der Schule zurückziehen können“, sagt Jaegers, den die Chancen von Kindern und Jugendlichen besonders bewegen. Er selbst ist mit wenig Geld in der Familie aufgewachsen. 

Neben dem Job läuft der Wahlkampf: Nach dem Ampel-Aus im November 2024 war der Kreissprecher flott dabei, Plakatlieferungen abzuklären und eine Aufstellungsversammlung zu stemmen.  Die Neuwahl habe sein Team gut vorbereitet getroffen: „Wir sind schon seit Ende Oktober an den Haustüren in Bamberg und Forchheim unterwegs, um die wichtigsten Themen der Menschen zu erfahren.“ So habe man von einer alleinerziehenden Mutter und ihren zwei Söhnen in Bamberg erfahren, die aus ihrer Wohnung geworfen wurden. Jaegers telefonierte quer durch Bambergs Verwaltung, bat um Unterstützung. Schließlich konnte man helfen.

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Kein Kind in diesem Land und in dieser Welt soll ohne ein festes und sicheres Zuhause aufwachsen. 

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Jan Jaegers Bundestagsdirektkandidat Die Linke für Wahlkreis Bamberg

In Berlin will sich Jaegers zudem dafür einsetzen, dass Firmen wie Bosch und Brose in Bamberg und die Mitarbeitenden investieren. Dazu gehören für das Verdi-Mitglied starke Gewerkschaften. „Wir müssen die Schuldenbremse abschaffen, damit wir unsere Infrastruktur wieder instandsetzen", fordert der Kandidat. Er will die steigenden Mieten anpacken. Das bedeute auch, große Wohnungskonzerne zu vergesellschaften. „Ich finde das Konzept der Mietshäuser-Syndikate sehr vielversprechend“, ergänzt er zum Thema Mieten. 

Jaegers feiert das Bamberger Weltkulturerbe 

Abseits vom politischen Geschäft genießt der Geschichtsfan das Leben in Bamberg: „Das Weltkulturerbe ist einfach geil!". An Wochenenden trifft er seine Freunde gerne im Stilbruch oder in der Galerie am Stephansberg. „Da gibt es immer gute Gespräche und eine schöne Atmosphäre.“ Für eine Auszeit wandert er durch die Fränkische Schweiz, Schottland oder Irland.

Die Linke hatte immer wieder mit Richtungsstreits und der Abspaltung des „Bündnis Sahra Wagenknecht“ zu tun. Nun sei in der Partei die Stimmung besser denn je, sagt der Kandidat. Nur bei den Umfragewerten, da kommt die Aufbruchstimmung noch nicht ganz an: Zuletzt äußerten sich vier Prozent der Befragten, dass sie die Linke wählen werden. Der Verbleib im Bundestag ist noch nicht geritzt. Ob die drei „Silberlocken“ die Linkspartei mittels Direktmandaten ins Parlament retten, ist offen.

Hoffnung trotz ungewisser Aussicht

Doch was gibt Jaegers trotzdem Hoffnung? „Das sind die zahlreichen Mitglieder, die seit Wagenknechts Weggang bei uns in Bamberg eingetreten sind. Und wir bleiben unabhängig von Großspenden durch Firmen." Es werde immer Menschen geben, die sich für andere Menschen in Not selbstlos einsetzen werden. Jagers sagt: „Eine Idee kann man nicht töten." 

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