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JuLis, JU, Grüne Jugend, Jusos
Das sagen Bambergs Nachwuchs-Politiker zur Wahl ab 16
Erstmals dürfen auch Bamberger ab 16 bei der Europawahl ihr Kreuzchen machen  — sehr zur Freude der Bamberger Jungorganisationen der Parteien CSU, SPD, FDP und Grüne.
Erstmals dürfen auch Bamberger ab 16 bei der Europawahl ihr Kreuzchen machen — sehr zur Freude der Bamberger Jungorganisationen der Parteien CSU, SPD, FDP und Grüne. // Collage: Franziska Schäfer
Bamberg – In fünf Tagen ist Europawahl — und lange war keine Wahl mehr so bedeutend für Bambergs Jugend wie diese. Das sagen die Bamberger Jugendorganisationen der Parteien zu diesem historischen Ereignis.

Constantin Rudrof, Lysander Buntfuß, Teresa Kressel und Timo Schmelz. Vier Menschen, die sich schon in jungen Jahren in Bamberg politisch engagieren — wenn auch jede und jeder für eine andere Partei.

Rudrof bei der Jungen Union (JU), der Jugendvereinigung von CDU und CSU, Buntfuß bei den Jungen Liberalen (JuLis), der Jugendorganisation der FDP. Kressel als Sprecherin der Grünen Jugend (GJ) Bamberg und Schmelz bei den Jungsozialistinnen und Jungsozialisten in der SPD (Jusos). 

Von Ihnen allen wollten wir wissen, wie sie zur Europawahl am Sonntag, 9. Juni 2024, stehen und welche Rolle sie für die Jugendlichen in Bamberg spielt. Deshalb kommen hier nun vier Fragen an vier junge Bamberger aus vier unterschiedlichen Parteien. 

1. Was halten Sie von der Wahl ab 16 Jahren?

So unterschiedlich ihre Parteiprogramme auch sein mögen, in dieser Frage sind sich die vier Bamberger auf jeden Fall einig: Alle befürworten sie die Absenkung des Wahlalters auf 16 Jahre.

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„Es ist wichtig, junge Menschen frühzeitig in demokratische Prozesse einzubinden und ihnen eine Stimme zu geben. Dadurch werden sie ermutigt, sich mit politischen Themen auseinanderzusetzen und aktiv an der Gestaltung unserer Gesellschaft mitzuwirken“, sagt Constantin Rudrof (JU). 

Constantin Rudrof ist der Kreisvorsitzende der Jungen Union Bamberg-Land.
Constantin Rudrof ist der Kreisvorsitzende der Jungen Union Bamberg-Land. // JU

Lysander Buntfuß (JuLis) pflichtet bei: „Politische Partizipation sollte für all jene ermöglicht werden, deren Leben durch Politik geprägt und gelenkt wird. Besonders Anliegen junger Menschen sollte man ernst nehmen und ihnen etwas zutrauen.“ 

Lysander Buntfuß ist der stellvertretende Vorsitzende des Bamberger Kreisverbands der Jungen Liberalen.
Lysander Buntfuß ist der stellvertretende Vorsitzende des Bamberger Kreisverbands der Jungen Liberalen. // JuLis Bamberg

Auch Teresa Kressel (GJ) und Timo Schmelz (Jusos) sprechen sich für die Wahl ab 16 aus, da diese die „demokratische Teilhabe“ vieler Menschen in Deutschland fördere. 

Teresa Kressel spricht für die Grüne Jugend Bamberg.
Teresa Kressel spricht für die Grüne Jugend Bamberg. // GJ Bamberg

Forderung nach Bildung und Konsequenz 

Rudrof und Schmelz finden jedoch auch warnende Worte: „Allerdings habe ich auch Bedenken, da es sehr viele selbst 18-Jährige gibt, die in diesem Alter weder über das aktuelle politische Geschehen Bescheid wissen noch den Unterschied zwischen beispielsweise dem Bundespräsidenten und dem Bundeskanzler kennen“, sagt der 26-jährige Vorsitzende der Jungen Union. „Das zeigt, dass politische Bildung eine zentrale Rolle spielen muss, um sicherzustellen, dass junge Wähler informierte Entscheidungen treffen können und nicht irgendeinem Trend oder sinnlosen TikToks hinterherrennen.“

Timo Schmelz ist der Vorsitzende der  Bamberger Jungsozialistinnen und Jungsozialisten in der SPD, kurz: Jusos.
Timo Schmelz ist der Vorsitzende der Bamberger Jungsozialistinnen und Jungsozialisten in der SPD, kurz: Jusos. // Jusos Bamberg

Und der Bamberger Jusos-Chef sagt: „Das darf allerdings nicht die letzte Wahl sein, bei der dieser Schritt gegangen wird. Außerdem hat es den faden Beigeschmack, dass diese Wahl nicht so wichtig sei. Ganz nach dem Motto, da könne man jungen Leuten auch mal die Möglichkeit geben mitzuentscheiden, aber bei wichtigen Wahlen überlässt man es dann wieder den Alten.“ 

2. Wie versuchen Sie, die jungen Leute zur Wahl zu motivieren?

„Wir versuchen aktiv bei Veranstaltungen oder Infoständen mit jungen Menschen in den Austausch zu kommen“, sagt Timo Schmelz. Viele junge Bamberger würden sehr ablehnend reagieren, wenn die Gespräche von älteren Personen gesucht würden. „Da kommt dann häufig der alte Mann um die Ecke und möchte den Jungen etwas von der Welt erzählen“, stellt es Schmelz überspitzt dar.

Composing einer Europafahne mit einer Wahlurne und einem Stimmzettel
Europawahl 2024:
Was bedeutet sie für Ihre Heimat?

Gerade in der SPD, der im Altersdurchschnitt ältesten Partei, habe er mehrfach die Erfahrung gemacht, dass ältere Genossinnen und Genossen nicht offen für junge Perspektiven sind. Deswegen sei es umso wichtiger, als Jugendorganisation ein Gespräch anzubieten und politische Angebote zu schaffen. 

„Ich denke, den Menschen zu verdeutlichen, was tatsächlich für sie gemacht und erreicht werden kann, ist zentral, um eine Wahlmotivation hervorzurufen“, sagt Lysander Buntfuß von den JuLis Bamberg. „Das gilt für Ältere, genauso wie für Jüngere. Speziell bei der EU-Wahl heißt das, Aspekte hervorzuheben, wieso es auch für 16- und 17-jährige Personen wichtig ist, kurz ins Wahllokal zu gehen und bei der Partei ihrer Wahl ein Kreuzchen zu setzen.“

3. Kann die Jugend in Bamberg überhaupt etwas bewegen?

„Absolut“, sagen Rudrof und Buntfuß. „Ganz klar: Ja!“, meinen auch Kressel und Schmelz. „Fünf Jahre Fridays For Future Bamberg, ‚Untere bleibt unsere’ (Demo gegen die Gastro auf der Unteren Brücke), ganz viele junge Menschen, die das Kontakt-Festival auf die Beine stellen —, um nur einige Beispiele zu nennen, in denen die Jugend den gesellschaftlichen Diskurs in Bamberg klar beeinflusst“, führt Kressel weiter aus. 

„Man muss sich vorstellen, dass man mit seinen Anliegen und vielleicht auch Problemen nicht allein in Bamberg, nicht allein in Bayern, und auch nicht allein in Deutschland oder der EU ist“, erklärt Buntfuß. „Auch wenn die Anzahl der Jüngeren in Bamberg in Relation zur Anzahl der EU-Bürger unbedeutend erscheint, so ist die Anzahl aller 16- und 17-Jährigen in der EU eine wahlentscheidende Wählergruppe.“

Schmelz empfiehlt, sich zu engagieren, und dabei sei es erstmal egal, wo genau: „Auch wenn euch die Jugendorganisationen der Parteien nicht ansprechen — Es gibt so viele Möglichkeiten, über die Gewerkschaftsjugenden des DGB, die Falken, Fridays for Future und viele mehr.“

4. Was wollen Sie den jungen Menschen in Bamberg für die Wahl mit auf den Weg geben?

„Deine Stimme zählt und kann einen Unterschied machen. Informiert euch, hinterfragt kritisch und wählt bewusst. Politische Extreme waren noch nie eine gute Lösung“, sagt Rudrof (JU). 

Buntfuß (JuLis)  gibt jungen Bambergern diesen Rat: „Jeder Mensch hat Wünsche und Träume, wie das eigene oder gesellschaftliche Leben zukünftig aussehen soll. Der erste und leichteste Schritt, diese Wünsche und Träume zu erfüllen, ist eine politische Richtung zu suchen, die diese Hoffnungen realisieren will. Und dann diese in Form einer Partei zu wählen.“

Die AfD sei keine Alternative

„Wer wählt, hat ein größeres Recht, Kritik zu üben und ihre oder seine Vorschläge für eine bessere Welt einzubringen!“, sagt außerdem Kressel (GJ). „EU-Politik ist super wichtig und hat in einigen Bereichen deutlich größeren Einfluss als Bundespolitik“, ermahnt sie die jungen Wähler. 

Eines ist Schmelz (Jusos)  besonders wichtig: „Die AfD ist keine Alternative. Dieses Jahr hat genügend Belege für die faschistische Ideologie der Partei offenbart. Und wenn wir eines aus der Geschichte lernen können, dann dass wenn Leute wie Krahl oder Höcke an die Macht kommen, es nicht lange dauert, bis wir unsere Demokratie verlieren werden.“


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