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Einzigartiges Projekt
Sie werben in Bamberg für den Lehrerberuf
Sie wollen Schüler von ihrem Beruf überzeugen, diese fünf der insgesamt zehn Lehramtsbotschafter aus der Region Bamberg: (v.l.n.r.) Verena Meyer, Julia Behr, Erika Fischer, Heike Schrenker, Florentina Schäfer.
Sie wollen Schüler von ihrem Beruf überzeugen, diese fünf der insgesamt zehn Lehramtsbotschafter aus der Region Bamberg: (v.l.n.r.) Verena Meyer, Julia Behr, Erika Fischer, Heike Schrenker, Florentina Schäfer. // Manuela Nagl
Bamberg – Ein neues Projekt des Kultusministeriums soll mehr Nachwuchs bei Lehrkräften bringen. Wie das bei Bamberger Schülern der Oberstufe ankommt.

Zunächst wird viel getuschelt und gemurmelt, doch sobald die fünf Lehramtsbotschafterinnen aus der Region Bamberg die Bühne betreten haben, herrscht Ruhe. Mit großem Interesse lauschen rund 25 Schüler aus der Oberstufe des Clavius Gymnasiums (CG) Bamberg der Infoveranstaltung.

Erika Fischer von der Giechburgschule Scheßlitz, dem privaten sonderpädagogischen Förderzentrum, Heike Schrenker von der Staatlichen Berufsschule III Bamberg und Verena Meyer von der Grund- und Mittelschule Hirschaid sowie Florentina Schäfer von der Alexander-von-Humboldt-Realschule in Bayreuth und Julia Behr vom Franz-Ludwig-Gymnasium sind fünf der insgesamt zehn Lehramtsbotschafter aus der Region Bamberg. Ein Schuljahr lang haben sie vor Bambergern Oberstufenschülern ihre Arbeit vorgestellt haben.

Das sind die zehn Lehramtsbotschafter aus der Region Bamberg

Diese zehn Lehrkräfte sind als Lehramtsbotschafter für Bamberg tätig: (obere Reihe, v.l.n.r.) Oliver Stöckinger (MS), Joachim Bickel (GYM), Simon Weisheit (RS), Erika Fischer (FöS) und Florentina Schäfer (RS), (untere Reihe v.l.n.r.) Patrick Otto (FOS/BOS), Heike Schrenker (BS), Hanna Bittel (FöS), Verena Meyer (MS) und Julia Behr (GYM).
Diese zehn Lehrkräfte sind als Lehramtsbotschafter für Bamberg tätig: (obere Reihe, v.l.n.r.) Oliver Stöckinger (MS), Joachim Bickel (GYM), Simon Weisheit (RS), Erika Fischer (FöS) und Florentina Schäfer (RS), (untere Reihe v.l.n.r.) Patrick Otto (FOS/BOS), Heike Schrenker (BS), Hanna Bittel (FöS), Verena Meyer (MS) und Julia Behr (GYM). // E. Fischer

Hintergrund ist das laut Angaben des bayerischen Kultusministeriums bundesweit einzigartige Projekt „Vor Ort Zukunft prägen. Lehrer/-in werden!“ des bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus. Das Ziel des auf zwei Jahre angelegten Projektes: Dem Lehrermangel entgegenzuwirken. Ein authentischer Austausch mit Lehrkräften soll den Schülern eine andere Perspektive für diesen Beruf vermitteln.

Verena Meyer hat ihren Beruf als Lehrkraft an einer Mittelschule vorgestellt.
Verena Meyer hat ihren Beruf als Lehrkraft an einer Mittelschule vorgestellt. // Manuela Nagl

Ein Konzept, das bei den fünf Lehramtsbotschafterinnen auf große Resonanz stößt, erzählen sie bei der Infoveranstaltung am CG, der letzten für dieses Schuljahr. „Die Schüler erfahren hier von uns ganz ungeschminkt, wie der Lehreralltag wirklich ist und warum wir für diesen Beruf brennen“, sagt Verena Meyer. „Das ist auch für uns selbst eine Bereicherung, wenn wir uns das wieder in Erinnerung rufen“, ergänzt Julia Behr lachend. Ihr gefällt an diesem Projekt vor allem die Tatsache, dass alle Schularten gemeinsam vorgestellt werden. „Egal welcher Schulart man selbst angehört, wir ziehen alle an einem Strang.“

Positive Rückmeldung zum Projekt vom Kultusministerium

Diese Rückmeldung hat auch das bayerische Kultusministerium von den rund 500 Lehramtsbotschaftern erhalten. „Die Lehramtsbotschafter sind hoch motiviert und empfinden viele ‚Vor Ort‘-Informationsveranstaltungen als wirksam sowie ihre Arbeit als Botschafter sinnstiftend und bereichernd. Besonders der persönliche Kontakt werde von teilnehmenden Schülern sehr geschätzt“, heißt es dazu aus der Pressestelle.

Neben allgemeinen Fakten zum Lehrerberuf erfahren die Elftklässler des CG auch, dass ihre Chancen, eine sichere und feste Anstellung gleich nach dem Studium zu erhalten, sehr gut stehen. „Die Prognosen dafür sehen gut aus, auch dann noch, wenn ihr erst in zwei Jahren mit eurem Studium anfangt“, so Heiker Schrenker. Zudem bekommen die Schüler auch die Möglichkeit, in Kleingruppen in den direkten Austausch mit den einzelnen Lehrkräften zu treten. 

Julia Behr hat ihren Beruf als Lehrkraft an einem Gymnasium vorgestellt.
Julia Behr hat ihren Beruf als Lehrkraft an einem Gymnasium vorgestellt. // Manuela Nagl

Dabei erfahren sie beispielsweise, dass Julia Behr für ihren Beruf brennt, „weil es ein sehr abwechslungsreicher Beruf ist und er nie langweilig wird“. Als Gymnasiallehrerin unterrichtet sie Schüler von der Unter- bis zur Oberstufe. „Das ist natürlich eine Herausforderung, aber bringt auch viel Freude mit sich.“

Heike Schrenker hat ihren Beruf als Lehrkraft an einer Berufsschule vorgestellt.
Heike Schrenker hat ihren Beruf als Lehrkraft an einer Berufsschule vorgestellt. // Manuela Nagl

Auch der Berufsalltag von Heike Schrenker ist „total spannend“. Ihre Aufgabe als Lehrkraft an der Staatlichen Berufsschule III Bamberg ist es, den Unterricht fachlich so zu gestaltet, dass all ihre Schüler unabhängig ihres Alters mitkommen und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass eine gute Klassendynamik entsteht. 

Verena Meyer von der Mittelschule Hirschaid liebt an ihrem Beruf vor allem die Zusammenarbeit mit den Schülern, als auch mit deren Eltern. „Wir unterstützen unsere Schüler bei ihren wichtigen Entscheidungen“, sagt sie und fügt hinzu: „Ich möchte auch ein Vorbild für meine Schüler sein und ihnen Werte vermitteln, die mir wichtig sind.“

Erika Fischer hat ihren Beruf als Lehrkraft an einer Förderschule vorgestellt.
Erika Fischer hat ihren Beruf als Lehrkraft an einer Förderschule vorgestellt. // Manuela Nagl

Erika Fischer ist Förderlehrschulkraft geworden, weil sie „Motivation und Hilfestellung für all diejenigen bieten möchte, bei denen nicht alles optimal läuft“. In ihrem Alltag geht es darum, ungünstige Startbedingungen zu kompensieren und den Schülern „einen adäquaten Schulabschluss und eine positive soziale Teilhabe an der Gesellschaft“ zu ermöglichen.

Das sagen Bamberger Schüler zum Projekt „Vor Ort Zukunft prägen. Lehrer/-in werden!“

Die Infoveranstaltung kommt bei den Elftklässlern gut an. „Ich habe jetzt viel besser verstanden, was es bedeutet, Lehrer zu sein“, sagt Bastian. Maja hat sich zwar noch nicht genau überlegt, was sie später mal machen will, „Lehramt ist jetzt jedoch eine Option für mich“. Das denkt auch Nils. „Mein Interesse ist geweckt.“ Sophie hingegen ist sich schon recht sicher, dass sie Lehrerin werden möchte. „Für mich kam bisher nur die Grundschule infrage, doch jetzt klingen auch andere Schularten ganz gut.“

Florentina Schäfer hat ihren Beruf als Lehrkraft an einer Realschule vorgestellt.
Florentina Schäfer hat ihren Beruf als Lehrkraft an einer Realschule vorgestellt. // Manuela Nagl

„Lehrer ist man aus Überzeugung und weil man es gerne macht“, fasst Florentina Schäfer ihre Motivation zum Lehrerberuf zusammen. „Doch vor allem muss man menschlich sein.“

Das wünschen sich die Bamberger Schüler von einer guten Lehrkraft

Diese Meinung teilen auch die anwesenden Elftklässler. In einer vor Ort durchgeführten Umfrage zeigt sich, dass sie sich von einer guten Lehrkraft eine faire und gerechte Behandlung wünschen, und dass sie respektvoll mit ihnen umgeht. Die fachliche Kompetenz kommt dabei erst an zweiter Stelle. 

Bei der Infoveranstaltung zum Projekt „Vor Ort Zukunft prägen. Lehrer/-in werden!“ haben die interessierten Schüler des Clavius Gymnasiums Bamberg ihren ersten Rotstift erhalten.
Bei der Infoveranstaltung zum Projekt „Vor Ort Zukunft prägen. Lehrer/-in werden!“ haben die interessierten Schüler des Clavius Gymnasiums Bamberg ihren ersten Rotstift erhalten. // Manuela Nagl

Florentina Schäfer betont deswegen: „Ihr habt die Chance, die Lehrkraft zu sein, die ihr selbst gerne gehabt hättet. Daher kommt auf die andere Seite und werdet Lehrer!“

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