„Hallo Kinder, seid ihr bereit zu lernen, wie man sicher über die Straße geht?“, fragt der Rabe Adacus die Erstklässler der Grundschule Bamberg-Hain. Begeisterte Zustimmung weht ihm entgegen. Die Handpuppe Adacus, geführt von ADAC-Moderatorin Dagmar Mayer, ist zu Besuch an der Bamberger Grundschule. Dort bringt sie den Erstklässlern im Rahmen des Verkehrssicherheitsprogramm „Aufgepasst mit Adacus“ spielerisch bei, wie man sich als Fußgänger richtig im Straßenverkehr verhält. Durchgeführt wird dieses Programm vom ADAC Nordbayern im Auftrag der ADAC Stiftung.
„Es geht darum, dass die Schüler lernen, wie sie sicher eine Straße überqueren. Ihre Aufmerksamkeit soll geschult werden“, erklärt Mayer. Die richtige Verhaltensweise wird ihnen zwar auch im Unterricht und von der Verkehrspolizei beigebracht, doch es schadet nie „das so oft wie möglich zu wiederholen“, sagt die Moderatorin. „Es geht ja um die Sicherheit unserer Kinder.“
Die 13 Erstklässler, die in dieser Runde am Verkehrssicherheitsprogramm teilnehmen, sitzen schon gespannt auf der Bank in der Turnhalle und lauschen der Handpuppe Adacus. Gemeinsam mit der Moderatorin singt Adacus sein Verkehrslied: „Bei Rot bleibe ich stehen, bei Grün darf ich gehen.“ Nach erstem Zögern steigen die Kinder bei der 2. Strophe leise mit ein.
ADAC zu Besuch bei Grundschule Bamberg-Hain
„Was muss man also beachten, wenn man über die Straße geht?“, fragt die ADAC-Moderatorin. Eifrig strecken die Kinder ihre Hände in die Höhe. „Die Straße darf nur bei Grün überquert werden“, sagt Maxim, während sein Klassenkamerad Bruno hinzufügt: „Man muss den Autofahrern in die Augen schauen, ob sie auch wirklich anhalten.“ Meyer nickt zustimmend und erklärt, dass die Kinder beim Überqueren einer Straße erst nach links, dann nach rechts und zum Schluss wieder nach links schauen müssen, auch wenn die Ampel für die Fußgänger auf Grün steht. „Wir müssen uns erst versichern, ob die Autofahrer auch wirklich anhalten. Dabei schaut ihr ihnen am besten in die Augen“, so Meyer.
Auch die Ohren sind gefragt. Ist eine Sirene zu hören? Dann könnte es sein, dass Feuerwehr, Polizei oder Krankenwagen im Anfahren sind. „Die dürfen auch bei Rot über die Ampel fahren“, weiß Bruno. „Hören wir nichts, schauen wir noch einmal kurz auf die Ampel, ob die auch noch weiterhin grün ist und gehen dann über die Straße – und zwar zügig“, sagt Mayer. Also nicht rennen, sonst besteht die Gefahr, hinzufallen. „Die Hände soll man auch nicht in die Tasche stecken, sonst kann man sich nicht abfangen, wenn man stolpert“, sagt Marlene. Die ADAC-Moderatorin nickt zustimmend. Und wie ist das an einem Zebrastreifen? „Da dürfen zuerst die Fußgänger hinübergehen, aber man muss trotzdem schauen“, weiß Erstklässlerin Merle.
Erstklässler der Hain-Schule Bamberg: die Straße sicher überqueren
Jetzt ist es an der Zeit, das Gelernte in die Praxis umzusetzen. Die Erstklässler werden in zwei Gruppen eingeteilt. Die eine Hälfte spielt Autofahrer, die andere Hälfte Fußgänger. Ein freudiger Höhepunkt für die Kinder war sicherlich, als ihre Lehrerin Evelyn Simke zum Polizeiauto ernannt wurde und die Anweisung erhielt, ab und zu mit lautem „Tatütata“ auf der aufgezeichneten Straße zu fahren.
Los geht die Übung. Die Autofahrer überqueren den auf dem Boden aufgelegten Zebrastreifen, während die Fußgänger in Zweier-Gruppen an der Bordsteinkante warten. Unter dem wachsamen Blick der ADAC-Moderatorin setzen die Schüler das in die Praxis um, was sie kurz zuvor in der Theorie gelernt haben. Es wird aufmerksam nach links-rechts-links geschaut und fast schon im Gleichschritt der Zebrastreifen zügig überquert.
Sicher auf dem Schulweg: Erstklässler der Grundschule Hain-Bamberg
Als nach dem Rollentausch jeder mindestens zweimal den Zebrastreifen erfolgreich überquert hat, geht das Training an der Ampel weiter. Auch hier schauen die Erstklässler wieder mit voller Konzentration nach links-rechts-links, bevor sie die Straße überqueren. Das ist auch wichtig, denn der ein oder andere junge Autofahrer fährt doch sehr knapp durch die gelbe Ampel. „Das ist ja richtig realitätsnah“, sagt die ADAC-Moderatorin lachend und fügt hinzu: „Deswegen ist es so wichtig, dass ihr zu allen Seiten schaut, auch wenn ihr grün habt.“
Als die Polizei mit eingeschalteter Sirene durch die rote Ampel fährt, zeigen die Erstklässler, dass sie gut aufgepasst haben. Sowohl die Autofahrer, die für die Polizei extra eine Rettungsgasse bilden, als auch die Fußgänger, deren Ampel eigentlich Grün anzeigt, bleiben stehen und warten, bis das Polizeiauto vorbeigefahren ist.
Rund 45 Minuten später ist das Verkehrserziehungsprogramm beendet. Die Handpuppe Adacus lobt die Erstklässler: „Ich bin stolz auf euch.“ Als Belohnung nimmt der Rabe die Schüler in den Verkehrsclub auf. Auch ADAC-Moderatorin Dagmar Mayer ist sehr zufrieden mit dieser Erstklässler-Gruppe. „Die haben wirklich toll mitgemacht und waren sehr aufmerksam“, lautet ihr Fazit.
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