Abgeordnete des Bundestages treffen sich quer durch die Parteien in sogenannten Parlamentskreisen, wenn sie an einem speziellen Thema interessiert sind. Der größte davon widmet sich der Braukultur – und wurde von Lisa Badum gegründet.
Lisa Badums Einsatz in Berlin für fränkische Braugasthöfe
In der Corona-Zeit bekamen Brauereien Hilfsgelder – doch die fränkischen Braugaststätten fielen durchs Raster, „weil Berlin das Konstrukt, dass eine Brauerei ihr Bier selber ausschenkt, so nicht kennt“, erklärt Badum. Seite an Seite mit ihren fränkischen Kollegen der anderen Parteien leistete sie in der Hauptstadt echte Aufklärungsarbeit in Sachen Braugaststätten. Mit Erfolg: Die Hilfen flossen, das Bier ebenso. Für die Grüne ein Beispiel für gelungene Abgeordnetenarbeit.
„Das Thema Brauerei habe ich quasi mit der Muttermilch aufgesogen“, sagt die Forchheimerin, der Themen ihrer Heimat am Herzen liegen. Von der „Verhinderung der Umgehungsstraße im Wiesental“ am Eingangstor der Fränkischen Schweiz bis zum „immateriellen Welterbe der Wässerwiesen“.
Energiewende als Kernthema ihrer Kampagne
Die 41-Jährige nennt diese Themen lokale „Dauerbrenner“ – überregionaler Dauerbrenner Nummer eins ist für sie die Energiewende. Lokal unterstützt sie deshalb Energieprojekte wie in Burgebrach und Eggolsheim. Auf Bundesebene setzt sie sich für eine starke Klimapolitik ein. Sie steht für Deutschlandticket, Balkonsolar und erschwingliche E-Autos – so wie ihres, das sie gebraucht für 10.000 Euro gekauft hat.
Ihren größten Erfolgt der laufenden Legislaturperiode nennt Lisa Badum deshalb die Abschaffung der 10-H-Regel, die in Bayern Windräder verhindert hatte.
Hat sie auch etwas auf die Palme gebracht? „Was mich ärgert ist, dass wir zwar den Anfang gemacht haben bei der Wärmewende, aber noch nicht alles ausrollen konnten. Das läuft erst langsam an.“
Vom Heiz-Hammer und Wärmepumpen-Desaster will sie nichts wissen
Der Heiz-Hammer hallt nach. Doch Badum will ihre Grünen nicht als Buhmann der Nation sehen. „Die Leute waren sehr verunsichert. Aktuell haben wir aber ein Allzeithoch bei den Förderanträgen für Wärmepumpen, aktuell wäre mein Fazit also ein positives.“
Hier ein Werbevideo von Lisa Badum:
Was die Grünen für Badum auszeichnet, ist ohnehin die „positive Zukunftsvision“.
Chancen für die Bamberger Autoindustrie
Auch für die kriselnde Bamberger Autoindustrie sieht Badum Chancen. „Die großen Autobauer fordern Planungssicherheit. Daher braucht es Flottengrenzwerte, damit man weiß, in welche Richtung die Produktion geht“, sagt Badum. Die Region dürfe nicht den Kopf in den Sand stecken. „Wir müssen auch beim E-Auto nach vorne gehen, um vom Kuchen noch was abhaben zu können.“
Gut, dass Wirtschaftsminister Robert Habeck bei Bosch Bamberg die Brennstoffzelle mit angeschoben habe. „Der Cleantech-Park müsste eigentlich ein grüner Think-Tank-Park sein, wo junge Firmen Ideen entwickeln.“
Höhen und Tiefen habe sie viele erlebt, seit sie 2005 in die Partei eingetreten ist und seit 2017 Mitglied des Deutschen Bundestages ist. Mit Listenplatz 5 in Bayern hat Badum gute Chancen, wieder einzuziehen.
Klar, zuletzt sei nicht mehr viel gegangen in der Ampel. „Weil die FDP rauswollte.“ Doch schon switcht sie zum Positiven: „Wir haben 25.000 Neumitglieder bekommen seit der Ankündigung zu Neuwahlen, das macht mich zuversichtlich.“
Robert Habeck als Hoffnungsträger
Zuversichtlich ist sie auch hinsichtlich ihres Spitzenkandidaten Robert Habeck, der in den jüngsten Sympathiewerten mit Friedrich Merz von der CDU gleichzieht. Überhaupt merkt man Badum an, dass sie gerne große Habeck-Wahlplakate aufhängt. „Hätte ich eine Katze, würde sie Robert heißen“, gibt sie lachend zu.
Eine Katze hat sie „leider“ nicht. Dafür schätzt sie es sehr, als Tante mit ihrer Nichte und ihrem Neffen zu spielen. Um zu entspannen, geht die 41-Jährige gerne spazieren oder liest Bücher, die nicht direkt mit Politik zu tun haben.
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