Party-Hotspot
Ein ganzes Jahr Streit um die Untere Brücke
Von 20. August bis 12. September war die Untere Brücke in den Wochenend-Nächten gesperrt.
Die Untere Brücke in Bamberg: Vor allem im Sommer ein beliebter Treffpunkt für Jung und Alt.
Foto: Barbara Herbst
Untere Brücke Bamberg
Bamberg – Polizeieinsätze, genervte Anwohner, feiernde Jugendliche: Die Untere Brücke ist seit einem Jahr Anlass für Ärger in Bamberg. Was bisher geschah.

April 2021:

Die Debatte um den Party-Hotspot Untere Brücke beginnt vor einem Jahr mit einer typischen Oster-Bilanz der Polizei. Wie ein Sprecher damals in einem Nebensatz zu Protokoll gibt, habe sich die beliebte Brücke über die Ostertage als "totaler Hotspot" erwiesen. Der Beginn einer kontrovers geführten Debatte um grölende Jugendliche, Polizeikontrollen, Alkohol-Verkaufsverbote,  Sperrzeiten und Störlichter.

Mai 2021:

Schlägereien, genervte Anwohner, Angriffe auf Polizeibeamte und Rettungsdienst: Der Bamberger Party-Hotspot interessiert jetzt auch die überregionale Medienlandschaft. OB Starke will die Notbremse ziehen und die Brücke temporär sperren. Doch es kommt anders: Im Stadtrat gehen die Pläne und selbst eine verkürzte Kompromisslösung sang- und klanglos unter.

Juni 2021:

Ballermann Bamberg? Die Anwohner-Beschwerden über grölende und randalierende Nachtschwärmer nehmen zu. Die Stadt gerät immer weiter unter Druck und wagt den nächsten Vorstoß: Im Sandgebiet und im Innenstadtbereich darf Freitag und Samstag ab 22 Uhr kein Alkohol to go verkauft und auch nicht getrunken werden – von der Kettenbrücke bis zur Karolinenstraße. 

Juli 2021:

Auch diese Maßnahmen greifen nicht wirklich, die große Party auf der Unteren Brücke geht weiter. Dann der nächste Vorstoß: Flutlichter sollen aufgehängt werden, die den unbelehrbaren Nachtschwärmern gewissermaßen heimleuchten sollen. Die installierte Störbeleuchtung hat aber keinen Effekt - und wird in den sozialen Netzwerken zur Lachnummer. 

Erstmals wird auch die Idee eines geregelten Gastronomiebetriebs auf der Unteren Brücke ins Spiel gebracht. Doch am Ende winken alle Interessenten ab. 

August 2021:

Ein 20-Jähriger balanciert auf der Unteren Brücke auf der Brüstungsmauer und stürzt mehrere Meter tief ab. Der alkoholisierte Mann zieht sich schwere Verletzungen an Beinen und Becken zu. Der Stadtrat greift durch: Die Untere Brücke wird am Wochenende temporär gesperrt. Ein Security-Dienst und die Polizei sollen das Gitter bewachen.

Februar 2022:

Die Gastro-Pläne für die Untere Brücke sind doch noch nicht vom Tisch. Brauereichef Tom Land reicht einen abgeänderten Vorschlag ein - und bekommt nach langem Hin und Her den Zuschlag. 

März 2022:

Der Brücken-Biergarten ist beschlossene Sache - und auch ein Schutz-Geländer, das vor Abstürzen schützen soll, soll installiert werden. Mit diesen Entscheidungen mehren sich aber auch die kritischen Stimmen in Bamberg. Die Stadtgesellschaft fragt sich bang: Macht sich Bamberg vor aller Welt etwa lächerlich? 

April 2022: 

Ostern, entspannte Menschen mit viel Freizeit, herrliches Frühlingswetter: Besser hätten sich die Betreiber die Bedingungen für den Start ihres  Biergartens auf der Unteren Brücke  nicht malen können.  So weit die Theorie. In der Praxis aber lief längst nicht alles rund.

Wie Einheimische und Touristen den Biergarten annehmen? Ungewiss.

Ob sich die Bamberger Jugendlichen mit den neuen Verhältnissen arrangieren? Ebenso ungewiss. 

Als sicher gelten kann nur: Fortsetzung folgt! 

 

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Während sich die Jugend gegen die Buhmann-Karte wert, befürchten einige Stadträte und die Schutzgemeinschaft Alt Bamberg, dass die Brücke durch die Gastro-Pläne ihr Gesicht verliert. Droht durch den Brücken-Biergarten die Verschandelung der Welterbestadt?

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