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Gefährliche Entdeckung
Granatenfund in Pretzfeld - Sprengung mitten in der Nacht
Granatenfund in Pretzfeld
Granatenfund in Pretzfeld // LKA München
Pretzfeld – Ein bedrohlicher Fund hat am Donnerstagabend dazu geführt, dass Sprengstoffexperten der Polizei aus München in die Fränkische Schweiz anreisen mussten. Gegen zwei Uhr nachts wurde es dann laut.

Anwohner in Pretzfeld wurden in der Nacht von Donnerstag auf Freitag gegen zwei Uhr mitunter durch lautes Knallen aufgeschreckt. Grund hierfür war jedoch kein Jäger, sondern die Sprengmeister der Sondergruppe des Bayerischen Kriminalamtes aus München, die westlich der Ortschaft unweit der Staatsstraße 2760 zwei Gewehrgranaten aus dem Zweiten Weltkrieg unschädlich machten.

Gefunden wurde die gefährliche Weltkriegsmunition bei Abbrucharbeiten einer Scheune in der Straße Schloßberg wurde am Donnerstagabend. Gegen 19.42 Uhr ging diesbezüglich der Anruf bei der Polizeiinspektion Ebermannstadt ein. Knapp zehn Minuten später erreichten die Beamten den Fundort. Dort erwarteten sie diverse Munition, Zünder, Granaten und sonstige unbekannte Stoffe. Die Polizei Ebermannstadt verständigte daraufhin die Technische Sondergruppe des Landeskriminalamtes München, die zur Unterstützung anrückten.

Zwei Granaten zu instabil für Transport

Nach etwa drei Stunden kamen die Spezialisten aus der Landeshauptstadt schließlich zur Entschärfung der Munition in der Fränkischen Schweiz an. Ihrer Einschätzung zufolge waren zwei Gewehrgranaten jedoch zu instabil, um sie abzutransportieren. Folglich entschloss man sich, diese vor Ort noch in der Nacht kontrolliert zu sprengen. Als geeigneten Ablageort wählte man einer Wiese westlich von Pretzfeld.

Video | Nach Granatenfund in Pretzfeld: Explosion in stockfinsterer Nacht

Video | Nach Granatenfund in Pretzfeld: Explosion in stockfinsterer Nacht

Die Absperrung der benachbarten Staatsstraße 2760, sowie der Bahngleise erfolgte durch die Polizei und der örtlichen Feuerwehr. Der Ort Pretzfeld selbst war durch einen Hügel abgeschirmt, um eine Gefahr durch herumfliegende Splitterfragmente auszuschließen. Die erste Sprengung erfolgte um 02:15 Uhr, die zweite knapp eine Viertelstunde später. Kurz darauf konnten die Sperrungen wieder aufgehoben werden.

Aktion geheim gehalten

Als Kommandant der Feuerwehr Pretzfeld war auch Felix Schitzlein bei der Sprengung mit vor Ort. „Es war sehr spannend, so etwas mal mitzuerleben“, berichtet der Feuerwehrmann. Die Alarmierung erhielten er und seine Kameraden kurz vor ein Uhr nachts. „Erst vor Ort wurden wir aber von der Polizei darüber unterrichtet, worum es bei dem Einsatz ging“, erinnert er sich.

Nach einer kurzen Lagebesprechung habe die Feuerwehr dann am Ablageort ein Loch für die Sprengung ausgehoben. „Die Sprengkörper selbst haben wir nicht zu Gesicht bekommen“, erklärt Schnitzerlein. Aus Sicherheitsgründen. Schließlich habe es sich um instabile Munition gehandelt, die jederzeit hätte detonieren können. Das sei eine zu große Gefahr gewesen.

Im Anschluss darauf seien die Feuerwehrleute dann an ihre Sicherungspositionen ausgerückt. „Da standen wir knapp einen Kilometer von dem Loch entfernt“, berichtet der Feuerwehrkommandant. Die Arbeit der Sprengstoffexperten habe man aus dieser Entfernung nicht beobachten können.

Sprengung eher unspektakulär

Wenig später habe er dann jedoch den ersten Knall gehört. „Der war irgendwie weniger spektakulär als ich erwartet hätte“, erklärt er. Und auch die zweite Sprengung sei lediglich etwa so laut, wie ein lauter Silvesterböller gewesen. Aus Sicht der Feuerwehr sei ein solch unspektakulärer Knall dem spektakulären Ende eines Einsatzes aber selbstverständlich zu bevorzugen.
„Nachdem die Sprengung beendet war, haben wir das Loch wieder zugeschüttet“, erzählt Schnitzerlein. Gegen 3 Uhr Nachts hätten er und seine Mannschaft sich dann wieder auf den Weg nach Hause machen dürfen.

Weitere Munition sichergestellt

Nach Ende der Sprengaktion wurden seitens der Polizei übrigens mehrere Kilogramm Munition aus dem 2. Weltkrieg zur Verwahrung an das Landratsamt Forchheim übergeben. Diverse weitere Granaten, die noch sicher genug für einen Transport wirkten, wurden zudem durch die Experten des Landeskriminalamts sichergestellt und nach München verbracht.

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