Sie haben sich Mühe gegeben und bei der „Langen Nacht der Feuerwehr“ die Blaulichteinsätze in den Mittelpunkt gerückt. „Erst gestern mussten wir zu einem Brand ausrücken“, erklärt Johannes Arneth, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Eggolsheim. Mit einem Programm für Jung und Alt gelang es, rund hundert Zaungäste für die Arbeit der Feuerwehr zu interessieren.
Höhepunkt war eine Schauübung, bei der ein rasch zusammengezimmertes Gartenhaus in Brand gesteckt und dann unter der Leitung von Zugführer Hans Arneth fachmännisch gelöscht wurde. „Wir wollen, dass die Bürgerinnen und Bürger die Technik, die Fahrzeuge und die Arbeit ihrer Feuerwehr hautnah erleben“, erklärt Kerstin König, Vorsitzende der Feuerwehr Eggolsheim. Mit Erfolg.
„Ich hatte keine Ahnung, wie schwer so ein Atemschutzgerät ist“, gesteht Elisabeth, die probehalber diese Ausrüstung anhebt. Auch das Überstreifen der Handschuhe war für die Besucher ungewohnt. Selbst einen Feuerwehrhelm aufzusetzen ließ die Besucher erahnen, unter welch außergewöhnlichen Bedingen die Floriansjünger im Einsatz sind.
70 aktive Mitglieder
Ihre Arbeit dokumentierten die 70 aktiven Mitglieder zwischen 18 und 65 Jahren mit einem Jahresbericht, der für das vergangene Jahr 786,5 Einsatzstunden aufweist. 35 Einsätze galt es zu bewältigen, darunter Brände, technische Hilfeleistungen, Verkehrsregelungen und ein Chemikalien-Einsatz, weil in der Volksschule zu viel Deo versprüht worden war. Hinzu kommen 750 Übungsstunden bei 20 Übungen.
Dies zeige, so Vorsitzende Kerstin König, dass bereits Kinder an die Feuerwehr herangeführt werden müssten. So hatten die Eggolsheimer für die ganz Kleinen Bastelbögen ausgelegt, aus denen sie ihr eigenes Feuerwehrauto zusammenbauen konnten.
Voll Stolz zeigen die elf Mitglieder der Jugendfeuerwehr, welche Grundkenntnisse die Retter und Brandbekämpfer der Zukunft beherrschen müssen. Sie demonstrieren den Mastwurf, der zum Sichern eines Saugkorbes benötigt wird, den Zimmermannsschlag zum Hochziehen von Gegenständen oder den Pfahlstich, den klassischen Rettungsknoten zur Menschenrettung, eine feste, nicht zuziehbare Schlaufe.
Interessante Übung
„Der Spierenstich ist in erster Linie ein Sicherungsknoten, der das lose Ende eines Seiles sichert“, erklärt Gustav von der Jugendfeuerwehr. Er ist gerade dabei, zu erklären, wie das Schlauchausrollen am effektivsten funktioniert. Spielerisch versteht sich. Wer die Technik beherrscht, kann einen Großteil der zehn Wasserflaschen umwerfen, die Bowling-Kugeln ersetzen. Eine Übung, an der auch Erwachsene scheitern.
Gleich daneben versuchen sich Gäste der Veranstaltung im Leinenbeutel-Zielwurf. Im Ernstfall wirft ein Retter auf einer Feuerleiter seinem Kollegen diese Leine zu, der daran einen Feuerwehrschlauch befestigt, der dann gefahrlos in die Höhe gezogen werden kann. Gleich neben dem Feuerwehrgerätehaus haben die Verantwortlichen der FFW Eggolsheim eine Sandsack-Füllmaschine vom Technischen Hilfswerk in Forchheim ausgeliehen. Johannes, der Sand auf das Förderband schaufelt, kommt ganz schön ins Schwitzen, während freiwillige Helfer den Sand in 15-Kilo-Säcke füllen. Fließbandarbeit. Der Sandsack wird über einen der sieben Einfüllstützen gestülpt, dann wird ein Hebel nach rechts bewegt und der Sand rieselt. Danach wird der Sandsack mit einer Drahtschlinge und einem Drillapparat verschlossen.
Im Bergesack
Auch die Bergwacht Bamberg mit ihren blau-roten Uniformen ist vor Ort. Bereitwillig erklären die Mitglieder, wann sie gebraucht werden und wie so ein Rettungseinsatz abläuft. Wer möchte, kann nachvollziehen, wie es sich anfühlt, in einem Bergesack abtransportiert zu werden Auch die medizinische Notfallausrüstung wird erklärt.
Damit nicht genug. Im Feuerwehrhaus steht noch die historische Handdruckspritze aus der Zeit, als es noch keine motorisierten Löschfahrzeuge gab und die Brandbekämpfung mit Muskelkraft bewerkstelligt werden musste. Auch dieses Kultur- und Traditionsgut, das bei Jubiläen oder Festzügen der Öffentlichkeit präsentiert wird, findet seine Bewunderer.
Bereitgelegt haben die Floriansjünger aus Eggolsheim auch ihre Chronik anlässlich des 150-jährigen Bestehens, das die Feuerwehr vor zwei Jahren gefeiert hat. „Wir sind zwar gut aufgestellt, aber wir freuen uns über jedes neue Mitglied“, bekennt Vorsitzende Kerstin König. Besonders stolz ist sie auf die 34 „Löschbären“ der Kinderfeuerwehr. „Unsere Zukunft“, bekennt sie. Aber auch fördernde Mitglieder seien wichtig. Die Grundausstattung werde zwar von öffentlicher Hand gestellt, doch vieles werde auch durch Spenden und Mitgliedsbeiträge finanziert.
Die Frauenquote der Feuerwehr Eggolsheim liegt bei überschaubaren acht Prozent. Dies, so Vorsitzende König, dürfe durchaus als Appell verstanden werden.










