Mit dem Herbsteinbruch ist auch der Regen gekommen. In Polen und Österreich werden ganze Landstriche bereits von Überflutungen heimgesucht. Und auch in Sachsen steigen die Pegel ständig an. Auch im Raum Erlangen-Höchstadt und Forchheim regnet es mitunter heftig – von einer Katastrophe ist man jedoch noch weit entfernt. Sowohl die Kräfte des THWs als auch die Feuerwehr beobachten die Lage jedoch aufmerksam.
Kein Hochwasser in Erlangen-Höchstadt und Forchheim
„Die Lage bei uns ist entspannt“, erklärt Matthias Rocca, Kreisbrandrat des Landkreises Erlangen-Höchstadt. Zwar habe es über das Wochenende einigen Regen gegeben, die Pegelstände seien jedoch keinesfalls problematisch. Ähnlich sieht es auch Forchheims Kreisbrandrat Oliver Flake. „Wir haben die Pegel immer im Auge, insbesondere im Bereich der Aisch, aber auch entlang der Wiesent“, betont er. An keinem der beiden Flüsse sei aktuell ein Hochwasser zu erwarten.
Dennoch könne es sein, dass Einsatzkräfte aus der Region sich im Laufe der Woche in einem Hochwassergebiete wiederfänden. So habe es aus Sachsen etwa bereits aufgrund der Regenfälle eine sogenannte Vormeldung gegeben, um benachbarte Bundesländer auf ein mögliches Hilfegesuch vorzubereiten.
Einsatz für Feuerwehren aus Franken wahrscheinlich
Käme es zu einem solchen Hilferuf, sei es schließlich Aufgabe des Bayerischen Innenministeriums zu entscheiden, welche Kontingente man entsende. Selbiges gelte auch bei einem Einsatz im europäischen Ausland. Diese hätten dann 48 Stunden, um ihre Ausrüstung bereit und sich selbst auf den Weg zu machen.
„Da es derzeit auch in der Region Rosenheim Überschwemmungen gibt, wäre es wahrscheinlich, dass beispielsweise Kräfte aus Franken angefordert werden“, erläutert Matthias Rocca. Einen Einsatz innerhalb Bayerns halte er aktuell jedoch für unwahrscheinlich. So schlimm wie im Juni sei die Situation im Süden des Freistaats aktuell noch lange nicht.
Pumpen aktuell nicht gebraucht
Ähnlich wie bei der Feuerwehr sieht es auch bei den Kräften des THWs in der Region aus. „Wir wurden noch nicht angefordert, sind aber jederzeit bereit, Hilfe zu leisten“, erklärt etwa Johannes Wendland, Ortsbeauftragter des THW Erlangen. Infrage für einen Einsatz käme etwa die Fachgruppe Elektroversorgung, welche beispielsweise kritische Infrastruktur wie Altenheime oder Krankenhäuser versorgen könnte. Oder auch die Fachgruppe Wasserschaden, welche über leistungsfähige Pumpen verfüge.
Eine solche Fachgruppe gibt es auch im Landkreis Forchheim. „Mit einer Anforderung ist aber erst dann zu rechnen, wenn das Hochwasser wieder abnimmt“, erklärt Christian Wilfling, Ortsbeauftragter des THW Forchheim. Schließlich mache es kaum Sinn, Keller auszupumpen, solange das Wasser von außen weiter hereinkäme.
Warten auf die Anforderung
Denkbar sei auch ein Einsatz der Forchheimer THW-Taucher. Diese seien jedoch auf Bergung spezialisiert – könnten etwa bei eingestürzten Brücken wie der Dresdener Carolabrücke unterstützen. Das sei aktuell jedoch noch nicht gefragt. Über Rettungstaucher, die Menschen aus Gefahrenzonen befreiten, verfüge hingegen die DLRG.
„Es kann sein, dass manche von uns vorsichtshalber schon eine private Tasche gepackt haben“, erklärt Wilfling. Schließlich dauere ein Einsatz oft mehrere Tage und THW-ler hätten nach einer Alarmierung lediglich einen Tag Vorbereitungszeit. Die Gerätschaften des Hilfswerks würden jedoch erst gepackt, wenn eine konkrete Anforderung vorliege, in der auch genau festgelegt sei, welche Ausrüstung im Katastrophengebiet benötigt werde.
Eher Polen als Österreich
Denkbar sei auch aus seiner Sicht übrigens nicht nur ein Einsatz in einem Nachbarbundesland, sondern auch eine Hilfeleistung im Ausland. „Unsere Pumpeneinheit ist in einem europäischen Hilfeleistungskontingent gelistet“, erklärt er. Wahrscheinlicher als Österreich sei aus seiner Sicht jedoch ein Einsatz in Polen oder Tschechien. Die Zusammenarbeit im Rahmen des Kontingents sei mitunter unterschiedlich stark ausgeprägt. Dies sorge auch dafür, dass Hilfe seitens der beteiligten Nationen unterschiedlich stark in Anspruch genommen werde.
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