Durch einen verheerenden Großbrand wurde die Existenz der Gastronomenfamilie Schmitt, die ihre Wurzeln in Bärnfels in der Gemeinde Obertrubach in der Fränkischen Schweiz hat, auf einen Schlag vernichtet. In der Oberkonnersreuther Straße 6 in Bayreuth brannte am Dienstag letzter Woche das Traditionslokal „Zur Sudpfanne“ aus. Nach ersten Schätzungen entstand dabei ein Sachschaden von über zwei Millionen Euro.
Vor über 30 Jahren hat der Spitzenkoch Georg Schmitt aus Bärnfels die „Sudpfanne“ übernommen und zu einem weithin bekannten Gourmetrestaurant aufgebaut. Erst im Mai dieses Jahres hatte Georg Schmitt die Geschäftsleitung an seinen Sohn Julian übergeben, der in der „Schwarzwaldstube“ in Baiersbronn Koch gelernt hat.
„Wir sind geschockt“, teilte die Familie Schmitt auf ihrem Facebook-Account mit. Man fokussiere sich nun auf die Familie und sei dankbar für all die Unterstützung der Freunde. Bald werde man sich wieder melden, heißt es abschließend.
Verbindung zu Gasthof „Drei Linden“
Zu der Familie gehören auch Sabine und Heinrich Schmitt, Inhaber des Gasthofes „Drei Linden“ in Bärnfels. Heinrich Schmitt, ebenfalls ein Spitzenkoch, ist der jüngere Bruder von Georg Schmitt, Julian Schmitt wiederum sein Neffe und Taufpate.
Seit ihrer Kindheit verbindet sie die berufliche Laufbahn. Beide erlernten zunächst im elterlichen Betrieb bei ihrem Vater Gregor Schmitt den Metzgerberuf. Gregor Schmitt war nicht nur Metzgermeister und Gastronom, sondern auch stark in der Kommunalpolitik im Landkreis Forchheim engagiert: viele Jahre als Gemeinderat von Obertrubach und Zweiter Bürgermeister, als Kreisrat und langjähriger Vizelandrat.
Dann gibt es noch zwei weitere Söhne von Gregor Schmitt und seiner Frau Elisabeth, die noch heute im Gasthof „Drei Linden“ mithilft und ebenfalls gelernte Köchin ist. Der jüngste Sohn Thomas ist Chef eines Logistikunternehmens in Bayreuth, der mittlere Sohn Klaus arbeitet als Rechtsanwalt in Augsburg.
Alle vier Söhne arbeiteten schon seit Kindesbeinen in der Metzgerei und in der Wirtschaft mit. Georg lernte nach der Metzgerlehre Koch im alteingesessenen Weinrestaurant „Steichele“ in Nürnberg, Heinrich zunächst im „Maritim“-Hotel, ebenfalls in Nürnberg, und wechselte dann nach eineinhalb Jahren zum „Feiler“ in Muggendorf, wo er seine Kochlehre abschloss und seine Frau Sabine kennenlernte, die dort als Köchin arbeitete.
Tief in der Gastronomie verwurzelt
Die Geschichte der Gastwirtsfamilie Schmitt in Bärnfels lässt sich bis in das Jahr 1769 zurückverfolgen. Einst als Bierwirtschaft von den Vorfahren gegründet, dann Posthalterei, wo einst die Postkutschen Station machten. Gregor Schmitt baute den Gasthof „Drei Linden“ mit Gästebetten neu auf, 1971 eröffnete er auch seine Metzgerei, die 2000 aufgegeben wurde.
Heinrich Schmitt übernahm mit seiner Frau Sabine 1994 den Gasthof „Drei Linden“, als er dort wieder zu arbeiten anfing. Im Hintergrund wirkte Gregor Schmitt aber immer noch als Seniorchef mit. Der legendäre Forchheimer Vizelandrat – und Obertrubachs CSU-Urgestein – starb 2019 im Alter von 87 Jahren. Heinrichs Bruder Georg hatte zunächst mit Sebastian („Josch“) Wenk das Bistro „Wahnfried“ in der Bayreuther Badstraße aufgebaut. Wenk ist heute Geschäftsführer des „Urban Art & Smart Hotel“ in Bayreuth. Zwischenzeitlich betrieben beide auch das „Oskar“ in Bayreuth.
Der Gasthof „Drei Linden“ in Bärnfels wurde von Heinrich Schmitt unterdessen kontinuierlich ausgebaut und erweitert. Derzeit bietet der Gasthof 22 Doppelzimmer für Übernachtungsgäste an und ist immer gut ausgebucht. Sitzplätze im Lokal selbst gibt es 96, im Saal 150 und auf der Terrasse im Außenbereich 60.
Gastronomie: Eklatanter Personalmangel
Doch das Personal ist dünn gesät, der eklatante Personalmangel im Gastronomiebereich macht sich in den aktuellen Öffnungszeiten des Restaurants bemerkbar. Man habe daher nur noch von Montag bis Donnerstag ab 17 Uhr geöffnet. Vorher hatte man den ganzen Tag offen. Samstag ist ab 15 Uhr geschlossen, und von Freitag bis Sonntag gibt es warme Küche nur noch von 11 bis 14 Uhr und von 17 bis 20 Uhr.
Seine Hoffnungen für die Zukunft setzt Heinrich Schmitt auf seinen Sohn, der aktuell als Hotelfachmann im Hotelgasthof „Stempferhof“ in Gößweinstein arbeitet, und auf seine 22-jährige Tochter Sophie, die eine Lehre als Konditorin begonnen hat und nun bereits im Service mitarbeitet. Sie soll einmal den Betrieb übernehmen.
Sein Gästehaus mit den Hotelzimmern will Heinrich Schmitt, der auch stellvertretender Vorsitzender des Forchheimer Kreisverbands des Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) ist, ab Herbst zu Appartements umbauen. Denn Ferienwohnungen seien immer mehr der Trend.
Massiv zu schaffen machen dem Gastronomen auch die Teuerungsrate für den Einkauf von Lebensmitteln und die Explosion der Energiekosten. Und dann droht noch die von der Bundesregierung angekündigte Wiedereinführung der erhöhten Mehrwertsteuer zum Jahresende von bisher sieben auf 19 Prozent. „Dann bleiben die Gäste aus“, fürchtet Schmitt, wenn er das alles auf seine Preise umlegen muss.













