Jeder tut es, jeden Tag: Ernährung spielt für die Menschen eine Hauptrolle. Weit abseits von echten Versorgungsproblemen wie in vielen anderen Ländern dominiert hierzulande eine andere Frage den Diskurs: Ist das gesund, was ich esse?
Alexander Hugel und Rosina Püttmann vom Kompetenzzentrum für Ernährung (Kern) in Kulmbach beantworten die wichtigsten Fragen:
1. Was gilt als gesunde Ernährung?
„Eine gesundheitsförderliche und vollwertige Ernährung nach den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) ist abwechslungsreich und besteht überwiegend aus pflanzlichen Lebensmitteln“, sagen Alexander Hugel und Rosina Püttmann vom Kompetenzzentrum für Ernährung (Kern) in Kulmbach.
Laut den beiden Experten stünde in der Region eine große Auswahl an Lebensmitteln zur Verfügung. „Gemüse, Obst und Vollkornprodukte sollten so abwechslungsreich wie möglich in den Speiseplan integriert werden.“
Tierische Produkte, zu denen nicht nur Fleisch, Wurst und Fisch, sondern auch Milchprodukte und Eier gehören, sollten den Ernährungsexperten zufolge nur in Maßen verzehrt werden.
Ergänzt werde die optimale Lebensmittelauswahl durch eine schonende Zubereitung, die den Geschmack erhält und die Nährstoffe schont.
2. Wie wichtig ist gesundes Essen für uns?
„Gesundheitsförderliche und vollwertige Ernährung hat nicht nur Einfluss auf unsere Gesundheit und unsere Leistungsfähigkeit, sondern auch auf die Lebensqualität und das Wohlbefinden“, sagen Hugel und Püttmann.
3. Wie ernähre ich mich gesund?
Empfehlungen für eine gesundheitsförderliche Ernährung, die dem Körper alle notwendigen Nährstoffe zur Verfügung stellt, gibt die DGE. Auf Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse wurden zehn Regeln zur Umsetzung formuliert.
Gesunde Ernährung: Zehn Regeln der DGE
1. Lebensmittelvielfalt genießen
Nutzen Sie die Lebensmittelvielfalt und essen Sie abwechslungsreich. Wählen Sie überwiegend pflanzliche Lebensmittel.
2. Gemüse und Obst – nimm „5 am Tag“
Genießen Sie mindestens drei Portionen Gemüse und zwei Portionen Obst am Tag. Zur bunten Auswahl gehören auch Hülsenfrüchte wie Linsen, Kichererbsen und Bohnen sowie (ungesalzene) Nüsse.
3. Vollkorn wählen
Bei Getreideprodukten wie Brot, Nudeln, Reis und Mehl ist die Vollkornvariante die beste Wahl für Ihre Gesundheit.
4. Mit tierischen Lebensmitteln die Auswahl ergänzen
Essen Sie Milch und Milchprodukte wie Joghurt und Käse täglich, Fisch ein- bis zweimal pro Woche. Wenn Sie Fleisch essen, dann nicht mehr als 300 bis 600 Gramm pro Woche.
5. Gesundheitsfördernde Fette nutzen
Bevorzugen Sie pflanzliche Öle wie beispielsweise Rapsöl und daraus hergestellte Streichfette. Vermeiden Sie versteckte Fette. Fett steckt oft „unsichtbar“ in verarbeiteten Lebensmitteln wie Wurst, Gebäck, Süßwaren, Fast Food und Fertigprodukten.
6. Zucker und Salz einsparen
Mit Zucker gesüßte Lebensmittel und Getränke sind nicht empfehlenswert. Vermeiden Sie diese möglichst und setzen Sie Zucker sparsam ein. Sparen Sie Salz und reduzieren Sie den Anteil salzreicher Lebensmittel. Würzen Sie kreativ mit Kräutern und Gewürzen.
7. Am besten Wasser trinken
Trinken Sie rund 1,5 Liter jeden Tag. Am besten Wasser oder andere kalorienfreie Getränke wie ungesüßten Tee. Zuckergesüßte und alkoholische Getränke sind nicht empfehlenswert.
8. Schonend zubereiten
Garen Sie Lebensmittel so lange wie nötig und so kurz wie möglich, mit wenig Wasser und wenig Fett. Vermeiden Sie beim Braten, Grillen, Backen und Frittieren das Verbrennen von Lebensmitteln.
9. Achtsam essen und genießen
Gönnen Sie sich eine Pause für Ihre Mahlzeiten und lassen Sie sich Zeit beim Essen.
10. Auf das Gewicht achten und in Bewegung bleiben
Vollwertige Ernährung und körperliche Aktivität gehören zusammen. Dabei ist nicht nur regelmäßiger Sport hilfreich, sondern auch ein aktiver Alltag, indem Sie zum Beispiel öfters zu Fuß gehen oder Fahrrad fahren.
Mangel und Überversorgung vorbeugen
Hugel und Püttmann vom Kern ergänzen: „Eine entsprechend zusammengestellte Ernährung stellt eine ausreichende Versorgung mit Nährstoffen, Vitaminen, Mineralstoffen, Ballaststoffen und sekundären Pflanzenstoffen sicher und hilft Mängeln, aber auch einer Überversorgung vorzubeugen.“
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