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Buch von Gößweinsteiner Arzt
Fatale Verkürzung der Welt: Vom Wert ganzheitlicher Medizin
Klaus-Dieter Preis mit seinem neuen Buch, das in zwei Teilen erschienen istForchheim & Fränkische Schweiz
Klaus-Dieter Preis mit seinem neuen Buch, das in zwei Teilen erschienen ist // Thomas Weichert
Gößweinstein – Der Gößweinsteiner Arzt Klaus-Dieter Preis hat ein neues Buch geschrieben. Zehn Jahre lang hat er daran gearbeitet. Es ist ein Plädoyer für den Wert ganzheitlichen medizinischen Denkens. Kritik übt er auch an den Corona-Maßnahmen.

Der Gößweinsteiner Arzt Klaus-Dieter Preis hat ein neues Buch geschrieben. Genauer gesagt sind es zwei, weil das 728-seitige Werk mit dem Titel „Die fatale Verkürzung der Welt“ in zwei Bänden erschienen ist. Preis sagt selbst über sein neues Buch, dass es sein Lebenswerk sei, an dem er ein Jahrzehnt lang gearbeitet habe.

Die Neuererscheinung ist ein Sachbuch zu den Themen Medizin, Soziologie und Politologie und ein Plädoyer für eine gesunde Medizin und Gesellschaft für den Wert ganzheitlichen medizinischen Denkens für den Einzelnen und das Gemeinwesen.

Der erste Band zeigt die Grenzen des modernen Gesundheitsverständnisses und die Befreiung durch ein ganzheitliches Denken auf.

Band 2 zeigt den Wert ganzheitlichen Denkens für den Einzelnen und das Gesundheitswesen.

Umfassende Verbundenheit des Menschen

Bei einem ganzheitlichen Verständnis von Krankheit und Gesundheit erweist sich laut Preis auch eine komplementäre Therapien ergänzende wissenschaftliche Medizin als unzureichend. Sie müsse aufgrund der umfassenden Verbundenheit des Menschen mit seiner Mitwelt um die Gesundheit der Lebensgrundlagen erweitert werden.

„Wenn wirklich eine ganzheitliche Medizin und die Gesundheit der Gesellschaft als höchstes Gut angestrebt werden, sind ein grundlegendes Umdenken und entsprechende gesellschaftliche Veränderungen notwendig“, sagt Preis, Jahrgang 1953, der mehr als 40 Jahre als Facharzt für Allgemeinmedizin in eigener Praxis in Gößweinstein tätig war.

Zwölf Jahre im Kreistag

Als Mediziner war Preis schon immer auch ein politischer und politikkritischer Mensch. So ist er noch heute als Unterstützer der Friedensbewegung in der Ärzteorganisation IPPNW engagiert, war zwölf Jahre lang Mitglied des Kreistags Forchheim und dort Mitglied im Umweltausschuss und im Aufsichtsrat des kreiseigenen Krankenhauses.

Die verschiedenen Kapitel in seinem Werk, die auch unabhängig voneinander gelesen werden können, behandeln nicht nur medizinische Themen, sondern alle Themen, die für die Gesundheit des Menschen und der gesamten Gesellschaft von Bedeutung sind.

Das Werk ist in einer einfachen und verständlichen Sprache geschrieben und verzichtet weitgehend auf medizinische Fachbegriffe. Die Folgen der laut Preis dominierenden, aber verkürzten Weltsicht werden am Verständnis von Gesundheit und Krankheit der modernen Medizin unter anderem am Beispiel der medizinischen Forschung, von Tierversuchen und eines technifizierten Umgangs mit Patienten verdeutlicht.

Moderne Medizin droht humane Ansprüche zu verlieren

Dabei zeige sich, dass die moderne Medizin ihre humanen Ansprüche zu verlieren drohe. Sie erweise sich somit selbst als krank.

Dem entgegen wird in dem Werk ein ganzheitlich orientiertes Verständnis von Gesundheit mit dem Gespräch und der körperlichen Untersuchung als Grundlage einiger naturheilkundlicher Heilweisen wie der Neuraltherapie, Homöopathie und Akupunktur vorgestellt.

Ein ganzheitliches Verständnis greift dabei die Gesundheitsdefinition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf, erweitert sie aber über das dort aufgeführte körperliche, geistige und soziale Wohlbefinden hinaus auf die Lebensgrundlagen Boden, Wasser und Luft.

Schon das Erstlingswerk des Autors, „Die ökologische Region – Zur Zukunftsentwicklung der Fränkischen Schweiz“, befasste sich mit den ökologischen Lebensgrundlagen des Menschen. Folglich ist Preis auch in der „Öko-Modellregion Fränkische Schweiz“ einer der führenden Köpfe.

Im ersten Band seines neuen Werks wird nicht nur der Bestand an Krankheiten in der Bevölkerung untersucht, sondern auch das Problem der Armut, die Klimaveränderungen mit ihren Folgen, der leidvolle Umgang mit den Tieren und der Verlust der Artenvielfalt werden als Ausdruck gesellschaftlicher Krankheit begriffen.

Kritik an Corona-Maßnahmen

Auch der Corona-Pandemie, in der sich Preis immer wieder zu Wort meldete und Maßnahmen der Regierung kritisierte, ist ein eigenes Kapitel mit dem Titel „Krankheit, Corona-Pandemie und Tod“ gewidmet.

Die politische Aussage in der Corona-Zeit, dass Gesundheit das wichtigste Gut sei, sei fatal verkürzt worden. „In der Corona-Krise wurde dieses höchste Gut in einem sehr verkürzten Verständnis von Gesundheit zum beherrschenden Motiv des Handels“, schreibt Preis. Die Furcht vor dem Tod habe die entscheidende Erlaubnis gegeben, die Grundrechte der gesamten Bevölkerung einzuschränken.

Neben der Medizin werden in dem Buch die Landwirtschaft, der Verkehr, die Wirtschaft und das Verteidigungs- und Rüstungswesen eingehend in ihren Auswirkungen auf die Gesundheit oder Krankheit der Bevölkerung und ihrer Mitwelt betrachtet. Das Werk ist mit genauen Quellenangaben versehen.

„Der Entschluss, dieses Buch zu schreiben, rührte ursprünglich aus meiner Erfahrung, dass das Verständnis von Krankheit sich immer stärker auf technische Befunde verkürzt“, sagt Preis.

Er wird demnächst auch Lesungen aus seinem Werk geben.

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