„Es ist an der Zeit, dass ich jetzt mal eine kleine Bombe platzen lasse“, verkündet Nohad Becker auf ihrem Instagram-Kanal. Und diese Bombe dürfte vor allem Forchheimer Café-Liebhaber freuen. Denn Nohad Becker eröffnet in Forchheim ein neues Café. Ihr „Café Julie“ - benannt nach ihrer Tochter - eröffnet am Freitag, 22. März, am Marktplatz.
Sie tritt damit die Nachfolge des ehemaligen „Café Soul“ von Nicole Spiga an, das seit Mai vergangenen Jahres geschlossen hat.
Frischer Wind: Neue Stadt und neuer Job
Für Nohad Becker ist es ein großer Schritt. Denn die Eröffnung des Cafés bedeutet für sie zweierlei: Neuer Job und neue Stadt. In den vergangenen zehn Jahren stand die gebürtige Wiesbadenerin nämlich als Opernsängerin am Theater in Bielefeld auf der Bühne. In Bielefeld lebt sie aktuell noch mit ihrem Mann und ihrer Tochter, bevor sie in den kommenden Wochen die Umzugskisten Richtung Forchheim packt, wo ihre Schwiegereltern leben. „Da kommt mit uns frischer Wind von außen, der in diese Stadt fällt", sagt Becker und lacht.
Durch ihre Schwiegereltern wurde Becker auch auf das leere Café aufmerksam. Innerhalb kürzester Zeit kam es zur Entscheidung: „Ich habe es gesehen und die Chance sofort beim Schopfe gepackt. Ich dachte: Jetzt oder nie." Denn der Traum, ein eigenes Café zu haben, schlummerte schon ihr ganzes Leben in ihr: „Ich wollte mich nochmal umorientieren und habe schon immer diesen Hang zur Gastronomie. Mein grundsätzlicher Plan war: Nach zehn Jahren auf der Bühne will ich ein Café eröffnen."
Café ist täglich und durchgehend geöffnet
Gesagt, getan. Geöffnet ist ihr Café täglich und durchgehend. Auf die künftige Speisekarte darf man sich jedenfalls freuen. „Wir haben ein bodenständiges Patisserie -Konzept. Also nichts Abgehobenes im französischen Sinn, sondern eher Küche à la Mama. Alles sehr liebevoll, von mir selbstgemacht“, betont Becker. Neben Kuchen, Torten und Kleingebäck bietet Becker auch ein breites Frühstücksangebot mit selbstgebackenen Brötchen und veganen Aufstrichen.
Libanesische Küche mittags und abends
Und wer es lieber etwas herzhafter mag, ist bei Becker auch genau an der richtigen Adresse. Mittags und abends bietet sie Warmspeisen aus dem französischen und libanesischen Bereich. „Da hat meine libanesische Mama eine sehr schöne Tradition in mich gelegt, die ich weiterführen möchte."
Für all das verschwindet sie übrigens nicht in einen Hinterraum, sondern ist mittendrin im Geschehen, mit einer offenen Backküche.
Die junge Gründerin möchte in ihrem Café außerdem jeden Monat eine kulturelle Veranstaltung anbieten. Auf ihrem Instagram-Kanal geht sie offen auf die Suche nach geeigneten Künstlern. Egal ob aus dem klassischen Bereich, Jazz, Pop oder Soul – jede Musikrichtung sei willkommen. Verschiedene Anfragen von Singer-Songwritern oder Stand-Up-Comedians gebe es bereits. „Für mich ist es ganz wichtig, dass die Kultur Einzug hält, und ich bin da komplett offen für alles."
Bewerben könne man sich direkt bei ihr: info@cafe-julie.de
Auch interessierte Köche und Köchinnen sowie Servicekräfte werden noch gesucht und können sich ebenfalls bei der oben stehenden E-Mail-Adresse bewerben.
Nicole Spiga führte das Café Soul zwei Jahre und entschied sich im vergangenen Jahr aus persönlichen Gründen, das Café zu schließen. Die Baustellen-Situation am Paradeplatz, das betonte die damalige Eigentümerin ausdrücklich, sei nicht ausschlaggebend für die Schließung gewesen. Diese spiele auch für Becker gar keine Rolle: „Mich beschäftigt das nicht so sehr. Ich denke, das ist ein guter Ort."
Ihr gefällt das Café genau so, wie es war. "Ich werde jetzt nicht komplett was Neues drauf stülpen und finde es toll, wie es bisher war."
Und warum eigentlich "Café Julie"? Benannt ist es nach ihrer Tochter. Und das nicht ohne Grund. Denn diese Geschichte begleitet Becker und ihre Tochter schon seit deren Kindsein. "Kennen Sie Gilmore Girls? Das sind wir. Und ich habe meiner Tochter immer gesagt: Wenn ich mal ein Café habe, dann benenne ich das nach dir."

















