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Händler warten sehnsüchtig
Forchheim: Suche nach Citymanager geht in die dritte Runde
Innenstadt Forchheim Januar 2024Innenstadt Forchheim Januar 2024
Wird sich in diesem Jahr endlich ein Citymanager finden, der sich um die Forchheimer Innenstadt kümmert? // Katharina Steinhäuser
Forchheim – Wer bringt endlich neuen Schwung in die Innenstadt? Seit zwei Jahren sucht die Stadt schon einen Citymanager. Für manche Stadträte ist der lange Prozess kein Problem. Für den Handel dagegen schon.

Vor zwei Jahren wurde die Position das erste Mal ausgeschrieben. Die bisherige Citymanagerin, Elena Büttner, hatte im September 2021 die Kündigung eingereicht. Die Stelle ist bis heute unbesetzt. Zurzeit startet die Stadt erneut einen Anlauf. 

Ein neues Leitbild für die Forchheimer Innenstadt

Die Anforderungen an die zukünftige Citymanagerin oder den Citymanager haben sich seit damals kaum verändert: Uni-Abschluss, praktische Erfahrung und überdurchschnittliche Eigeninitiative sind gewünscht. Weiter nach oben gerutscht auf der Liste der Eigenschaften, die mögliche Bewerberinnen und Bewerber mitbringen sollten, sind Organisationstalent und ein überzeugendes Auftreten. 

Für ein Gehalt in der Entgeltgruppe 10 TVöD − also je nach Qualifikation und Erfahrung zwischen 3492 und 4950 Euro − soll die zukünftige Sachgebietsleitung Citymanagement Marketingmaßnahmen für den Handel und die Innenstadt entwickeln, ein Netzwerk aus Bürgern, Stadt und Händlern aufbauen und ein Leitbild für die Innenstadt 2030 entwerfen. 

Innenstadt Forchheim Januar 2024Innenstadt Forchheim Januar 2024
Wie wird die Forchheimer Innenstadt für Kunden, Händler und Gastronomen attraktiver? Eine Frage, mit der sich der zukünftige Citymanager beschäftigen soll. // Katharina Steinhäuser

2022 gab es 19 Bewerbungen als Citymanager

Wie viele Menschen diesmal Interesse bekundet haben, Forchheims Innenstadt voranzubringen, ist aktuell noch offen. „Die Bewerbungsfrist läuft noch“, heißt es auf Anfrage bei der Stadt. Beim ersten Versuch 2022 konnte sich die Zahl der Bewerbungen sehen lassen. 19 Interessenten gab es für die Position des Citymanagers. Die drei Favoriten sollten zur Auswahl den Stadträten vorgestellt werden. Ein Kandidat sprang vorher ab, die zwei anderen wurden vom Personalausschuss als nicht geeignet befunden (der FT berichtete).

Im Herbst 2022 sollte die Stelle mit nachgeschärftem Profil erneut ausgeschrieben werden. Die Stellenanzeige, die online ging, war allerdings identisch mit der ersten. Von den Fraktionen seien keine konkreten Änderungswünsche gekommen, erklärte damals Oberbürgermeister Uwe Kirschstein gegenüber dem FT. 

Zweite Stellenausschreibung versandet

Zeitsprung: Im Juni 2023 hat Forchheim noch immer keinen neuen Citymanager. Eine ehemalige Assistenz hat die Aufgabe in der Zwischenzeit kommissarisch in Teilzeit übernommen. Der Vorschlag, besagte Mitarbeiterin durch eine Beförderung offiziell zur neuen Citymanagerin zu machen, findet keine Mehrheit. Was aus der zweiten Ausschreibung im Herbst 2022 geworden ist, dazu bleibt das Rathaus zunächst Antworten schuldig. 

Paradeplatz ForchheimInnenstadt Forchheim Januar 2024
Die Kommunikation rund um Baustellen wie hier am Paradeplatz soll in Zukunft Aufgabe des Citymanagers sein. // Katharina Steinhäuser

Einige Monate später, im August 2023, erklärt Kirschstein auf Nachfrage, dass es 15 Bewerbungen in der zweiten Runde gegeben habe. Warum keine zweite Vorstellungsrunde stattfand, dazu gibt es nur Mutmaßungen. Die einen behaupten, Kirschstein sei eingeschnappt gewesen, weil sein Vorschlag nicht angenommen wurde, andere sprechen von einer Blockade durch Stadtratsmitglieder. 

Statt mit der Besetzung der Position befasst sich der Haupt-Personal- und Kulturausschuss im September damit, wo die Stelle angesiedelt sein soll. Das Citymanagement war bis dahin als Stabsstelle direkt dem OB unterstellt. In Zukunft soll es dem Referat 3 in der Stadtverwaltung zugeordnet werden, in dem sich auch das Tourismusmanagement befindet. Davon erhofft man sich Vorteile beim Netzwerken und der Planung von Veranstaltungen. Nachdem das geklärt ist, geht die Ausschreibung in die dritte Runde. Ob es diesmal klappt?

Lange Vakanz nicht für alle Stadträte ein Problem

Die Meinungen zur bisherigen Odyssee auf der Suche nach einem neuen Citymanager gehen im Stadtrat auseinander. Für Josua Flierl (CSU) ist es völlig in Ordnung, dass in den vergangenen Bewerbungsrunden kein passender Kandidat dabei war. Das sei in der freien Wirtschaft ganz normal. Er blickt optimistisch auf die neue Ausschreibung: „Wir sind gespannt, was uns die Stadtverwaltung präsentieren wird.“ Bei der damaligen Ausschreibung sei einfach kein geeigneter Bewerber dabei gewesen, bestätigt Manfred Hümmer von den Freien Wählern. Diesmal sei das Aufgabenprofil für die Stelle noch einmal nachgeschärft worden, damit klarer werde, wer sich bewerben könne.

Ganz andere Töne kommen von Reiner Büttner (SPD). „Ich hätte schon beim ersten Mal jemanden gefunden“, erklärt Büttner. Er hoffe, dass diesmal auch die bisher kritischeren Fraktionen überzeugt werden könnten. Gerhard Meixner (Grüne) erhofft sich von der neuen Zuordnung der Stelle eine Verbesserung. Der Citymanager sei nun nicht mehr alleiniger Kämpfer als Stabsstelle unter dem OB, sondern beim Tourismus gut aufgehoben. 

Händler wollen endlich einen Citymanager

Was die neue Sachgebietsleitung Citymanagement mitbringen soll, darüber herrscht weitgehend Einigkeit. Der Hochschulabschluss steht für viele nicht ganz oben auf der Prioritätenliste. Laut Hümmer könne es genauso gut jemand sein, der in der Geschäftswelt oder Gastronomie erfolgreich sei und entsprechende Referenzen mitbringe.

Auch für Flierl ist das Studium nicht der ausschlaggebende Punkt. Am wichtigsten sei, dass die Person gut netzwerken könne und offen auf andere Menschen zugehe. Rein an den Qualifikationen könne man die Entscheidung nicht festmachen, davon ist auch Meixner überzeugt. Man müsse einfach merken, dass jemand für die Aufgabe brenne. 

Die ersten Kandidaten sollen sich im Februar vorstellen

Die Händler in der Forchheimer Innenstadt bekommen die Vakanz im Citymanagement derweil weiter zu spüren. „Natürlich haben wir gemerkt, dass keine Elena Büttner mehr da ist“, sagt Petra Dietzel von HeimFOrteil, dem Verein zur Stärkung des Forchheimer Handels. Man habe davor viel mit der Citymanagerin zusammengearbeitet.

Obwohl sich die Suche nach einer Nachfolge schon länger hinzieht, gibt sich Dietzel positiv:  „Wir sind guter Dinge und hoffen, dass es einigermaßen schnell geht.“ Die Bewerbungsfrist läuft noch bis 4. Februar, Gespräche sollen laut Stellenanzeige direkt in der Woche danach stattfinden

Die bisherige Entwicklung zum Citymanagement zum Nachlesen:

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