Händler. Besucher. Anwohner. Autofahrer. Arbeitende. Schulkinder. Vielen verschiedenen Menschen bietet Forchheims Innenstadt eine Heimat, sei es beruflich oder privat. Aber je diverser die Gruppe, desto unterschiedlicher auch die Bedürfnisse.
Die alle unter einen Hut zu bekommen, gehört zum Aufgabenfeld eines Citymanagements. Jene 2018 eigens geschaffene Stelle ist nach dem Weggang Elena Büttners nach nur knapp dreieinhalb Jahren noch immer nur aushilfsmäßig besetzt. Kommt jetzt Bewegung in den Personalfall?
Zweite Runde: Citymanager gesucht
Aktuell läuft wieder eine Bewerbungsrunde für die Vollzeitstelle als „Citymanager*in (m/w/d)“. Wieder, weil eine erste Ausschreibung damals erfolglos verlaufen ist. Zwar hatte es relativ viele Bewerber gegeben, drei davon sollten sogar bei den Räten im Personalausschuss vorsprechen.
Einer sprang ab, zwei fielen bei der Mehrheit der zuständigen Stadträte im April dieses Jahrs durch. Zum Leidwesen und zur Überraschung von Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD) sollte damals eine neue, noch besser zugeschnittene Ausschreibung her.
Gesagt, getan. Kirschstein ließ seine Stadtverwaltung die Stelle im Herbst noch einmal ausschreiben, die Frist endete am 27. November. Den Ausschreibungstexten vom Anfang und Ende des Jahres jedoch ist kein Unterschied zu entnehmen. Nachschärfung: Fehlanzeige.
Laut OB habe er aus den Fraktionen keine Rückmeldung erhalten, wie genau sie sich einen neuen Wortlaut vorstellen. „Also haben wir die selbe Ausschreibung noch einmal genommen.“
Zweistellige Zahl an Bewerbungen
Mit Erfolg? Tatsächlich sind wieder einige Bewerbungen eingegangen, laut Kirschstein zehn an der Zahl. Etwas weniger zwar als beim ersten Mal, aber das müsse nichts heißen. Wie vielversprechend diese Bewerbungen sind und wann es konkret weitergeht, kann er noch nicht sagen.
Stadtsprecherin Britta Kurth teilt auf Anfrage mit: „Üblicherweise werden Bewerber im nichtöffentlichen Teil der Gremiensitzungen vorgeschlagen, das wird Anfang des kommenden Jahres geschehen.“
Gesetzt den Fall, die der städtischen Vorauswahl entnommenen Anwärter gefallen dem Ratsgremium dieses Mal, ist eine rasche Nachbesetzung noch im ersten Quartal 2023 eher unwahrscheinlich. Schon alleine, weil in der Regel Kündigungsfristen im alten Job anfallen. Dass es diesmal klappt, hoffen alle Beteiligten.
Hat Forchheim zu viel Zeit verloren?
Einer dieser Beteiligten ist der CSU-Fraktionsvorsitzende im Stadtrat Josua Flierl. Christsoziale und Freie Wähler waren seinerzeit die größten Kritiker an der Arbeit Büttners.
„Die Stelle des Citymanagements ist in Forchheim sehr wichtig, mit hohen Anforderungen vor allem beim Kommunizieren und Vernetzen. Auch abends, auch am Wochenende. Diese Position ist nicht vergleichbar mit anderen.“ Als wichtigste Eigenschaft arbeitete der Personalausschuss damals Berufserfahrung heraus, auch der Studienabschluss sollte als Voraussetzung stehen bleiben.
Hat Forchheim mit dem politisch erwirkten Scheitern des ersten Nachbesetzungsversuches doch zu viel Zeit verloren? Flierl bleibt bei seiner Haltung vom April, lieber eine weitere Bewerbungsrunde zu starten, als einen aus seiner Sicht ungeeigneten Kandidaten einzustellen. „Mehrere Ausschreibungen sind in der Privatwirtschaft gang und gäbe.“
Gibt es wichtigere Baustellen in der Stadtverwaltung?
Weil das Büro des Citymanagements interimsweise besetzt ist und die Stadt in anderen Referaten wie etwa im Bauamt noch größere Personalbaustellen zu bewältigen hat, steht diese Personalie aktuell wohl nicht auf der obersten Zeile der Hausaufgabenliste.
Dabei sind die Probleme Forchheims wie die anderer Innenstädte akut – Leerstände, mangelnde Aufenthaltsqualität, schwindende Kauflust im stationären Handel. Um die Probleme nicht chronisch werden zu lassen, müsste sich professionell gekümmert werden. In Vollzeit. Am besten sofort.
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