In der jüngsten nichtöffentlichen Sitzung des Haupt,- Personal- und Kulturausschusses der Stadt Forchheim ging es Medienberichten zufolge offenbar hoch her. Grund hierfür war die Neubesetzung der Stabsstelle des Citymanagements. Diese wird bereits seit fast zwei Jahren unter anderem seitens der Einzelhändler der Forchheims gefordert. Ein Lösungsversuch, der wohl von Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD) kam, scheiterte nun vor dem Gremium.
Tatsächlich sucht Forchheim bereits seit längerem eine neue Leitung für die Stabsstelle Citymanagement, die in der Hierarchie des Rathauses direkt unter dem Oberbürgermeister angeordnet ist. 2021 hatte die damalige Inhaberin des Amtes gekündigt. Eine Neubesetzung war seither nicht möglich – trotz vorhandener Bewerbungen.
Bewerber bisher nicht überzeugend
„In der ersten Bewerbungsrunde war leider niemand dabei, der oder die fraktionsübergreifend eine Mehrheit der Stadträte für sich gewinnen konnte“, erklärt Josua Flierl, Fraktionsvorsitzender der CSU, auf Nachfrage. Aus diesem Grund habe man beschlossen die Ausschreibung inhaltlich in Zusammenarbeit mit allen Fraktionen nachzuschärfen und ein zweites Mal zu veröffentlichen. Darüber, wie viele Bewerbungen auf diese Ausschreibung bei der Stadt eingegangen seien, habe er jedoch keine Informationen.
Während die Suche nach einem neuen Citymanagement noch läuft, hat bislang eine ehemalige Assistenz die Aufgabe kommissarisch übernommen – in Teilzeit. In der jüngsten Sitzung des Ausschusses kam nun, laut Medienberichten, offenbar der Vorschlag, diese kommissarische Tätigkeit mittels einer Gehaltserhöhung durch eine permanente Besetzung zu ersetzen und die einstige Assistenz so letztendlich zur offiziellen Citymanagerin der Stadt zu machen – auch das aber nur in Teilzeit. Dagegen stimmte jedoch die Mehrheit der Ausschussmitglieder. Und das trotz vorhandener Qualifikation der Bewerberin. Hauptkritikpunkt ist offenbar, dass diese Nominierung in Anbetracht der wohl noch laufenden Ausschreibung zu intransparent sei. Fragen nach externen Bewerbern auf das Amt beantworte die Stadt nicht. Kirschstein setze sich damit über bestehende Absprachen hinweg.
Bei HeimFOrteil ist man einfach nur enttäuscht. Der Verein zur Förderung der Innenstadt wartet schon so lange auf einen Citymanager. Und jetzt dieser neue Rückschlag. „Es ist einfach nur superschade. Sie hat uns bisher immer toll unterstützt. Wir hätten es uns gewünscht“, sagt Petra Dietzel über die Vertretung, die aktuell kommissarisch die Aufgaben der ehemaligen Citymanagerin übernommen hat.
Händler: OB-Vorschlag besser als nichts
Selbst wenn es nur eine Teilzeitstelle gewesen wäre, für Dietzel wäre das besser als gar keine Citymanager gewesen. „Zumal es ja hieß, dass ihr auch noch jemand an die Seite gestellt werden sollte.“ Die Stadt müsse sich darüber bewusst werden, dass ein Citymanager mit Erfahrung eventuell auch andere Gehaltsvorstellungen habe als es derzeit ausgeschrieben ist.
Wortlos annehmen will HeimForteil die jüngste Entscheidung des Ausschusses nicht. „Wir werden uns da jetzt mal intern besprechen. Wir sollten darauf reagieren und uns überlegen: Wie können wir weitermachen?“
Kirschstein selbst schweigt
Für Dietzel haben die Stadträte mit ihrem Vorgehen ein „ganz falsches Signal“ gesetzt. „Man merkt es an so vielen Stellen, dass ein Citymanager in dieser Stadt fehlt. Es fehlt an Koordination, allein bei diesem ganzen Baustellen-Theater. Da braucht es einen, der die Fäden in der Hand hat.“
Trotz mehrfacher Anfragen wollten sich weder Oberbürgermeister Kirschstein noch das Presseamt der Stadt zu der Sache äußern. Auch auf die Fragen, was aus der zweiten Ausschreibung für das Amt geworden ist sowie wie viele Bewerber sich nach der Überarbeitung der Anforderungen gemeldet hatten, gab das Rathaus keine Antworten.
Lesen Sie auch:













