Viel zu wenig Geschäfte – diesen Satz konnten wir bei unserer Leser-Umfrage „Heimat-Monitor“, bei der wir von Ihnen wissen wollten, was bei Ihnen im Ort gut läuft und was besser werden könnte, häufig lesen. Höchste Zeit also für einen aktuellen Stand, was sich derzeit in der Forchheimer Innenstadt tut.
1. Welche Geschäfte haben zuletzt zugemacht?
Die Nachricht schockt sicherlich viele, die hier aktuell noch ihre Tasse Kaffee oder ihr Stück Kuchen genießen: Das Soul Café am Marktplatz wird zum 13. Mai schließen. Die Inhaberin Nicole Spiga war trotz mehreren Versuchen unserer Redaktion, sowohl telefonisch als auch schriftlich, für keine Stellungnahme zu erreichen.
Auf einem Zettel an der Eingangstür nennt Spiga, die im Januar 2022 ihr Café eröffnet hatte, persönliche Gründe. Das bestätigt auch Birgit Herrnleben, stellvertretende Pressesprecherin der Stadt Forchheim: „Die Baustellen-Situation, das betont die Eigentümerin ausdrücklich, ist nicht ausschlaggebend für die Schließung.“ Ob das Café übernommen wird oder zunächst leer bleibt, ist aktuell noch offen.
Auch das ehemalige Modegeschäft „Andrea Friedrich“ am Paradeplatz gehört der Vergangenheit an. Herrnleben informiert aber, dass ein Nachmieter bereits feststeht und diesen Sommer eröffnet. „Es wird ebenfalls wieder Mode geben.“
Die Goldschmiede „Matador“ in der Sattlertorstraße ist bereits seit März „wegen eines Todesfalls“ geschlossen. So steht es auf einer Notiz an der Eingangstür des Ladens. „Über einen eventuellen Abverkaufstermin der vorhandenen Schmuckstücke können Sie sich zeitnah auf unserer Homepage erkundigen“, heißt es darauf weiter.
Abverkauf läuft noch
Das Geschäft „Tupperware“ mitten in der Hauptstraße ist ebenfalls seit April geschlossen. Aktuell läuft noch der Abverkauf. „Hier gab es bereits mehrere Gespräche mit Interessenten“, sagt Herrnleben.
Branchenfremde Interessenten gebe es ihr zufolge auch für die Räumlichkeiten der „Stadtapotheke“, die im März dicht gemacht hat.
Die „Weltbild“-Filiale am Parapdeplatz hat bereits seit Januar zu. Im Zuge dessen auch der Euroshop. „Auch hier gibt es bereits Gespräche mit Interessenten, die bislang aber an den notwendigen Umbaumaßnahmen gescheitert sind“, so Herrnleben.
2. Welche Läden sind neu in der Innenstadt?
Doch in der Innenstadt gibt es nicht nur Leerstände. Es tut sich auch einiges. So dürfen sich die Forchheimer auf gleich zwei neue Modegeschäfte in der Hauptstraße direkt neben der Eisdiele „Buonissimo“ freuen. Laut Herrnleben bereits ab voraussichtlich Mitte Mai eröffnen im ehemaligen Belzer-Anwesen der Modeshop „Andows“ und „Extra Fashion“.
In den Räumen der ehemaligen „Schuhschachtel“ in der Hauptstraße, die auf die gegenüberliegende Straßenseite gezogen ist, eröffnet ein Second Hand-Laden. „Die Vermittlung lief über die Leerstandsbörse der Stadt“, erklärt Herrnleben.
Im Geschäft „BlumenArt“ in der Sattlertorstraße, das erst kürzlich geschlossen hat, ist nun das neue Zukunftshaus von „Forchheim for Future“ neu beheimatet.
Ebenfalls ganz neu ist die Pizzeria „Pizza36“ in der Gebsattelstraße inklusive Lieferservice, die erst in der vergangenen Woche ihren Betrieb aufgenommen hat.
3. Die Baustellensituation hält weiter an. Wie ist das aktuelle Stimmungsbild unter den Ladeninhabern?
„Es ist durchwachsen und könnte besser sein“, sagt Petra Dietzel vom Verein HeimFOrteil, der zur Stärkung des Forchheimer Handels 2019 gegründet wurde. Wenn Institutionen wie die Stadtapotheke schließen, sei das laut Dietzel ein schwerer Schlag für die Innenstadt.
„Wir haben den Personalmangel und die Baustellen. Rund um den Paradeplatz verstehe ich auch, dass da keiner mehr aufmacht. Wenn der Platz aber erstmal fertig ist, wird es ein schönes Areal“, betont Dietzel. Sie wünscht sich vor allem, dass es seitens der Stadt wieder einen Ansprechpartner für alle Ladeninhaber geben würde. Doch die Stelle des Citymanagers ist bereits seit 2021 vakant.
4. Wann wird es also einen neuen Citymanager geben?
Eine konkrete Antwort gibt es von der Stadt hier nicht. Aber es scheint sich etwas zu tun: „Die Personalie Citymanagement ist in Vorbereitung. Ergebnisse werden zunächst dem Stadtrat vorgelegt“, sagt Forchheims Pressesprecherin Britta Kurth.
5. Gibt es Neuigkeiten bezüglich eines neuen Nahversorgers am Paradeplatz?
Kurth rechnet damit, dass sich nach der Fertigstellung der Sanierungsmaßnahmen und der Neugestaltung des Paradeplatzes die Möglichkeit einer neuen Betriebsansiedlung ergeben wird.
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