Der Duft nach Vanille, getrockneten Früchten und einem Hauch von Schokolade hüllt Kunden ein, sobald sie die Tür öffnen. Während draußen dicke Schneeflocken auf die Innenstadt herabfallen, geht Elena Eisenbraun zwischen deckenhohen Regalen und einer Glastheke ihrer Leidenschaft nach: Tee.
Rund 140 Sorten hat sie derzeit in ihrem neuen Laden, dem „Teepott" in der Forchheimer Hauptstraße, im Sortiment. In ihrem Hauptstandort in Schweinfurt sind es sogar um die 600. „Das Ziel ist, dass das Sortiment mit den Forchheimern wächst", erzählt Eisenbraun. Kunden sollen keine weiten Wege mehr zurücklegen müssen, um an spezielle Teesorten zu gelangen, sondern sie direkt bei ihr vor Ort bestellen können.
140 Teesorten: Von traditionell bis ausgefallen
Und spezielle Sorten gibt es so einige. Sie zeigt Mischungen mit Popcorn, Eisbonbon-Stücken und glitzernden kleinen Glücksschweinchen. Dabei ist Eisenbraun selbst eher in der traditionellen Teekunde angesiedelt, wie sie selbst es ausdrückt.
Tee ist für sie ein Grundnahrungsmittel. „Er ist für mich wie ein Gefühl des Nachhausekommens", erklärt sie. „Je nach Stimmung gibt es immer eine passende Teesorte. Man kann mal einen trinken, der die Stimmung hebt, oder der durchwärmt." Genauso könne man sich den Jahreszeiten anpassen. „Im Sommer habe ich mehr fruchtige Sorten, wie Himbeer-Minze, Melone-Minze, alles was frisch ist oder was man zum Eistee umwandeln kann."
Teepott in Forchheim: Augenmerk auf regionale Lieferanten
Seit 2017 führt sie ihre erste Filiale von „Teepott" in Schweinfurt. Dort habe sie inzwischen auch ein breites Sortiment an japanischen Tees. „Wir haben auch eher exquisite Teesorten, die es so auf dem Markt nicht gibt", erklärt die Unternehmerin. „Wir arbeiten da mit kleinen Teebauern aus Japan zusammen." Abgesehen von den japanischen Sorten und den Ostfrießentees versucht Eisenbraun ihre Tees vor allem von regionalen Herstellern zu beziehen. Die Zusammenarbeit mit regionalen Lieferanten ist ihr wichtig, vom Tee bis zur Schokolade.
Genau diese hat auch zur Standortfindung in Forchheim beigetragen. „Ich arbeite in Schweinfurt mit einer regionalen Konfiserie zusammen, die auch die Chocolaterie in Forchheim beliefert hat." Durch diesen Lieferanten sei sie auf die leer werdende Ladenfläche in Forchheim aufmerksam geworden. „Ich habe mir nur gedacht: Nein, nicht schon wieder ein Laden."
Also habe sie sich das Geschäft angeschaut, die Mitarbeiterinnen getroffen. „Man hat gespürt: Die brennen für den Laden." Nicht weiter verwunderlich also, dass Kunden, die den Forchheimer Teepott neu entdecken, neben Eisenbraun doch auch noch alte Gesichter wieder treffen: Die Unternehmerin hat beide Mitarbeiterinnen übernommen.
Mitarbeiterinnen von Chocolaterie übernommen
Mit einem Lächeln steht Simone Micheel hinter der Schokoladentheke und bedient Kunden. Seit 1992 hat sie in der Chocolaterie gearbeitet. Ihr Arbeitsweg hat sich nicht geändert, die Arbeit aber schon. „Als es hieß, da wäre vielleicht jemand, der das hier übernimmt, das war schon ein tolles Gefühl", erzählt sie. „Wenn ich nicht hätte bleiben können, wenn ich woanders hingekommen wäre, hätte ich alles neu lernen müssen. Hier kenne ich wenigstens einen Teil der Produkte, ich kenne einen Teil der Kundschaft, den Laden."
Damit sie beim Tee bald genauso viel Wissen haben, wie zur Schokolade, sollen die beiden Mitarbeiterinnen demnächst Schulungen bekommen. „Und bis dahin höre ich immer ganz aufmerksam zu, wenn Frau Eisenbraun die Kunden berät", scherzt Micheel.
Denn Beratung wird im Teepott großgeschrieben. „Mir ist der Kundenkontakt sehr wichtig", erzählt Eisenbraun. Die erste Woche nach Eröffnung habe sie deswegen komplett in Forchheim verbracht. Aktuell teilt sie ihre Arbeitszeit zu gleichen Teilen auf die Standorte in Forchheim und Schweinfurt auf. Für ihre Kunden hat sie jederzeit Empfehlungen bereit.
Erfahrung aus Schweinfurt fließt in Forchheim mit ein
Von der Wahl der Sorten bis zur Einrichtung des Ladens: Elena Eisenbraun hat sich viele Gedanken gemacht und arbeitet immer daran, ihr Geschäft weiterzuentwickeln und zukunftsfähig zu halten. Für die Filiale in Forchheim profitiert sie aber auch von der Erfahrung in Schweinfurt. „Wir haben für Schweinfurt selbst die Regale entworfen. Der Gedanke war, so platzsparend wie möglich zu arbeiten und so viele Teesorten wie möglich unterzukriegen."
In Forchheim, wo die Ladenfläche ein gutes Stück kleiner ist, als in Schweinfurt, hat dieses Konzept sich bewährt. Auch die Gläschen mit Teeproben, an denen Kunden schnuppern können, sind in dieser Form eine Eigenkreation.
Von der Resonanz der Forchheimer nach den ersten eineinhalb Wochen im neuen Laden zeigt Eisenbraun sich begeistert. „Die Forchheimer sind so gastfreundlich", erzählt sie. „Viele schauen einfach mal rein, um hallo zu sagen und sich anzuschauen, was wir hier machen." Fertig ist Eisenbraun mit ihrem neuen Geschäft aber noch nicht.
Zwar stehen in einigen Regalen schon jetzt Geschenkpäckchen voller handgefertigter Pralinen von ihrem Lieferanten sowie Liköre von einem regionalen Hersteller. „Es soll aber noch eine richtige Feinkostwand dazu kommen", erzählt sie. Und neben den eigens angefertigten Forchheim-Pralinen soll auch noch eine eigene Forchheimer Kräutertee-Mischung ins Sortiment kommen.
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