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Wildpark Hundshaupten
XXL-Brücke soll Gehege verbinden und den Zugang erleichtern
Wildpark Hundshaupten
Wer im Tierpark Hundshaupten zu den Wölfen will, muss bisher einen steilen Berg hoch. Das ist nicht für alle Besucher möglich. // Katharina Steinhäuser
Hundshaupten – Eine Brücke soll Wolfsgehege und Wildplateau im Tierpark Hundshaupten verbinden. Drei Entwürfe gingen ins Rennen. Jetzt steht der überraschende Sieger fest.

Wer einen Ausflug in den Wildpark Hundshaupten macht, der sollte gut zu Fuß sein. Um alle Tiere bestaunen zu können, müssen Besucher einen steilen Anstieg in Kauf nehmen. Das kann mit Kinderwagen oder im Rollstuhl zur Herausforderung werden. Wer das nicht auf sich nehmen wollte, muss bislang auf manche Gehege verzichten.

Das soll künftig anders sein: Eine Brücke soll Wolfsgehege und Wildplateau miteinander verbinden. So bleibt Besuchern das bisherige Auf und Ab erspart. Gleichzeitig ermöglicht die Brücke eine völlig neue Aussicht auf den Park.

Wildpark Hundshaupten
Eine Brücke soll ab 2026 Wolfsgehege und Wildplateau im Tierpark Hundshaupten verbinden. // Katharina Steinhäuser

Wie das zukünftige Bauwerk aussehen soll, dazu gab es verschiedene Entwürfe. Die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Versionen stellte Max Brust vom Ingenieurbüro Weyrauther den Kreisräten bei der Sitzung des Ausschusses für Bauangelegenheiten vor. Vom extravaganten, modernen Riesenbau bis zur schlichten Eleganz war alles dabei. Drei der sechs Entwürfe schieden direkt aus, da sie nicht für eine Förderung infrage kamen.

Drei Entwürfe in der engeren Wahl

Brückenentwurf Hundshaupten
Variante 1: Die Hängebrücke // Landkreis Forchheim

Zur Auswahl blieb eine Hängebrücke, die mit ihren zwei großen Pfeilern an die weltberühmte „Golden Gate Bridge“ erinnert. Diese sei von der Montage her relativ aufwendig und auch sehr windempfindlich, gab Brust zu bedenken.

Brückenentwurf Hundshaupten
Variante 2: Die S-förmige Schrägseilbrücke // Landkreis Forchheim

Variante zwei, die S-förmige Schrägseilbrücke, würde wohl dem ein oder anderen Wildtier die Show stehlen: ein riesiges „S“, das die Schlucht überragt und von unzähligen schrägen Seilen gehalten wird. Auch bei dieser Brücke wären zwei Pylone, also große Pfeiler, nötig. Durch ihre Form und die Abspannung brauche diese Variante besonders viel Platz, so Brust.

Bei der letzten Version, der Bogenbrücke, sei das Gegenteil der Fall. Diese brauche keine Stützen, wodurch nicht in das Tal eingegriffen werde. „Bei allen anderen muss ich irgendwo im Wildpark riesige Türme bauen“, erklärte Brust.

Brückenentwurf Hundshaupten
Variante 3: Die Bogenbrücke // Landkreis Forchheim

Hundshaupten: Bogenbrücke am günstigsten

Auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten lag die unscheinbare Bogenbrücke vorne. Laut dem Ingenieurbüro wäre die schlichte Version mit 2,4 Millionen Euro netto rund halb so teuer wie die imposante Schrägseilbrücke mit 4,6 Millionen. Die Hängebrücke läge mit 3,3 Millionen irgendwo dazwischen. Auch der Aufwand beim Unterhalt der Brücke sei bei der Bogenbrücke am geringsten, erklärte Brust.

Schlichte Brücke macht das Rennen

Das Ziel der Barrierefreiheit würden alle drei Brücken erfüllen. Daher stellte sich die Frage, wie attraktiv die Konstruktion sein müsse. Auch, wenn die aufwendigeren Varianten von der Optik durchaus ihre Fans hatten, war für die anwesenden Kreisräte die Bogenbrücke die erste Wahl. „Sie passt vom Stil her zum Wildpark“, erklärte stellvertretende Landrätin Rosi Kraus.

Wildpark Hundshaupten
Bisher müssen Besucher in Hundshaupten im Zweifelsfall zwei Berge erklimmen. // Katharina Steinhäuser

„Trotz des guten Fördersatzes von 80 Prozent müssen wir die Kosten verantworten“, sagte Helmut Taut (FW). Auch, wenn man zwischenzeitlich bei den anderen Entwürfen ins Träumen gerate, siege am Ende die Vernunft. Nicht begeistert von der generellen Brücken-Idee zeigte sich Konrad Rosenzweig (CSU). „Wir bräuchten gar keine Brücke“, erklärte er. Die Bogenbrücke sei das kleinste Übel, da möglichst wenig in die Natur eingegriffen werde. Aus dem Wildpark solle schließlich kein Freizeitpark werden.

2026 soll die Brücke fertig sein

Nach der einstimmigen Entscheidung für die Bogenbrücke geht die Planung nun in die nächste Phase. Der Baugrund ist bereits vermessen und untersucht worden. Im kommenden Jahr beginnt die konkrete Planung, im Sommer 2024 könnte die Ausschreibung stattfinden. Bis 2026 soll die Brücke fertig sein.

Finanzielle Unterstützung gibt es vom bayerischen Umweltministerium im Rahmen der „Richtlinien zur Förderung öffentlicher touristischer Infrastruktureinrichtungen“ (RÖFE). Der Fördersatz liegt voraussichtlich bei 60 Prozent. Obendrauf gibt es 20 Prozent von der Oberfrankenstiftung.

Stück für Stück zur Barrierefreiheit

Wildpark Hundshaupten
Die Brücke ist nur der dritte Schritt hin zu mehr Barrierefreiheit im Tierpark. An anderen Stellen wird schon gearbeitet. // Katharina Steinhäuser

Die Brücke ist der letzte von drei Bauabschnitten im Wildpark Hundshaupten. Bereits 2022 hatte der Kreisrat für einen barrierefreien Rundweg gestimmt. Im ersten Abschnitt wurde der Weg von den Rentieren hinunter zum Weiher überarbeitet.

Schritt zwei ist der Baumstockwerkpfad zwischen dem neuen Rentier- und dem Luchsgehege. Hier sind die Arbeiten schon angelaufen.

Wildpark Hundshaupten
Regennasses Laub auf den Wegen im Wildpark. Auch in der kalten Jahreszeit ist der Park geöffnet. // Katharina Steinhäuser

Der Wildpark hat trotzdem täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Unter der Woche gibt es kleinere Einschränkungen, am Wochenende und an Feiertagen sind alle Wege wie gewohnt begehbar.

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