Bereits seit Monaten wird im Wildpark des Landkreises eifrig gebaut. Seither befindet sich dort, wo einst das Reich der Enten lag, ein Bauzaun. Dieses „Baggergehege“ soll primär aber nicht etwa technikbegeisterte Kinder in den Bann ziehen, vielmehr entsteht hier der neue barrierefreie Weg durch das teils steile Parkgelände, dessen Bau bereits im Sommer 2021 beschlossen worden war.
Der erste von drei geplanten Abschnitten soll noch dieses Jahr eröffnet werden und ist auf 3,9 Millionen Euro veranschlagt. 2,4 Millionen steuert die Tourismusförderung bei.
Beschwerlicher Aufstieg
„Was hier gebaut wird, sieht schon spannend aus“, erklärt eine Besucherin. Sie freue sich schon auf den neuen Weg. Gerade mit dem Kinderwagen sei sowohl der Weg zu den Hirschen und der Greifvogelvorführung als auch der Aufstieg zu den Gehegen von Wolf und Luchs sehr mühsam. Man müsse sich den Blick auf die Tiere hart erarbeiten.
Besucher müssen körperlich fit sein„Bei der Steigung kommt man vollkommen verschwitzt oben an und muss auf dem Weg mehrfach Pausen machen“, erklärt eine andere Besucherin. Folglich könne sie mit ihren Kindern stets nur eine der beiden Bergkuppen besuchen. Für die andere fehle ihr die Kraft. Das sei schade, schließlich würden die Kleinen am liebsten immer alle Tiere bestaunen.
Körperliche Fitness erforderlich
„Ich habe selbst kleine Kinder und bin mir des Problems daher bewusst“, berichtet auch Parkleiter Daniel Schäffer. Wer eines oder gar beide Plateaus erreichen wolle, müsse körperlich fit sein. Die Steigung sei zudem nicht nur für Eltern, sondern auch für Rollstuhlfahrer ein Problem. So habe eine ältere Dame ihn einmal darauf angesprochen, dass sie außerdem Angst habe vor dem Weg vom Plateau ins Tal und deshalb vorsichtshalber lieber im unteren Bereich bleibe.
Aus diesem Grund habe man beschlossen, mit Brücken einen neuen Weg zu bauen, der bei deutlich geringerer Steigung durch den Park mäandere. „Dadurch entstehen ganz neue Perspektiven“, so der Parkleiter. Wenngleich man auch von der Brücke über dem Teich leider nicht über das ganze untere Parkgelände hinwegschauen könne.
Auch würden im Zuge der Umbaumaßnahmen zahlreiche Gehege und Umweltstationen neu angelegt. „Wir werden an mancher Stelle beispielsweise das Geländer des Pfads auch als Zaun für die Gehege nutzen“, berichtet er. So kämen die Besucher den Tieren gefühlt noch näher. An anderen Stellen wie beim Teich, der selbstverständlich wieder angelegt werde, könnten die Besucher die Tiere künftig von oben betrachten.
So geht es weiter
„Wir hoffen, den ersten Abschnitt, der vom Restaurant zu den Rentieren führt, noch in diesem Jahr abzuschließen“, erklärt der Parkleiter. Von dort solle der Pfad anschließend in einem zweiten Bauabschnitt durch das Rentiergehege bis zu den Wölfen weitergeführt werden. Im dritten Bauabschnitt – der möglicherweise jedoch vorgezogen werde – ginge es schließlich darum, eine besucherfreundliche Verbindung zwischen den beiden Plateaus zu schaffen und so allen Besuchern das gesamte Parkgelände zugänglich zu machen.
„Wenn die neuen Gehege fertiggestellt sind, werden auch einige Tiere, die zuletzt ausquartiert waren, wieder zurück in den Park kommen“, verspricht Schäffer. So solle im Frühjahr etwa der Teich wieder neu besetzt werden. „Natürlich hoffen wir, dass es uns gelingt, es hier so einladend zu gestalten, dass auch das eine oder andere Wildtier sich bei uns niederlässt“, betont er. So könnten Besucher noch mehr über heimische Arten lernen, die sie sonst vielleicht kaum wahrnähmen.
Wisente kehren zurück
Abseits des Pfades durch den Park gebe es noch eine zweite Neuigkeit, auf die sich die Parkbesucher mit etwas Glück noch heuer freuen dürften. „Wenn alles gut geht, können wir noch vor dem Winter die Arbeiten im Wisentgehege abschließen“, so der Parkleiter.
Das bedeute, dass mitunter noch vor Weihnachten eine Gruppe der seltenen Wildrinder im Park einziehe. Von wo die Tiere nach Hundshaupten gebracht würden, könne er jedoch noch nicht sagen. „Wir nehmen an einem internationalen Zucht- und Auswilderungsprogramm teil“, erklärt Schäffer.
Dort bemühe man sich darum, die Tiere so auszuwählen, dass es eine große genetische Vielfalt gebe.
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