Wirklich scheu wirken sie nicht. Warum auch, Mama Lotta weicht den Elch-Zwillingen kaum einen Meter von der Seite und von den Besuchern trennt die Elchkälber ein großer Zaun. Kein Grund zur Eile also.
Gut drei Wochen sind beiden Jungelche nun alt, am 8. Mai haben sie das Licht der Welt im Wildpark Hundshaupten erblickt. Wie üblich haben die Wildparkhüter den Jungtieren in den ihren Lebenswochen aber etwas Ruhe verordnet und die Öffentlichkeit noch nicht breit informiert.
Elch-Zwillinge begeistern im Wildpark Hundshaupten
Geschlecht der Elch-Zwillinge noch unklar
Wie die beiden heißen, ist aktuell noch nicht klar.
Zuerst müsse das Geschlecht der Zwillinge herausgefunden werden, danach sollen sich die Wildpark-Fans wieder in einer öffentlichen Abstimmung Namen überlegen können.
Elchkuh Lotta und Elchbulle Lasse: Nicht der erste Nachwuchs
Für Elch-Mama Lotta und Elch-Papa Lasse ist es nicht der erste Nachwuchs, den sie in der Fränkischen Schweiz auf die Welt bringen.
„Die beiden sind bereits Nummer neun und zehn“, sagt Parkleiter Daniel Schäffer.
Und er ist froh, dass heuer wieder alles gut gegangen ist, noch immer steckt der Schreck von 2021 in den Knochen, als die damaligen Elch-Zwillingen nicht überlebt haben.
Fast zehn Lastenräder: So schwer wird ein Elch
Knapp acht Monate lang trägt eine Elchkuh, dann gebärdet sie in der Regel ein oder zwei Kälber. Ein ausgewachsener Elchhirsch kann bis zu 16 Jahre alt werden und bis zu 500 Kilogramm wiegen, so viel wie fast zehn Lastenräder.
Im Wildpark Hundshaupten werden die noch namenlosen Jungelche bis zur Geschlechtsreife vermutlich im Herbst bleiben können.
„Danach werden sie über den offenen Tiertausch anderen Zoos und Wildparks angeboten“, erklärt Schäffer. Würden sie die Tiere nicht trennen, könnte Inzucht die Zucht sonst gefährden.
Wäre Aussetzen in Wildnis eine Option?
Seit einigen Jahren leben wieder einige Elche in Deutschland in freier Wildbahn. Selbst in Oberfranken sollen bereits welche gesichtet worden sein. Die wenigsten aber halten sich dauerhaft in Deutschland auf.
Aber: Theoretisch gäbe es genügend Platz, zumindest im Nordosten und in den Mittelgebirgen wie Spessart und Thüringer Wald. Elche bevorzugen Landschaften mit Wäldern, offenen Flächen und Feuchtgebieten.
Aussetzen von Elchen in Wäldern in Deutschland?
Also wäre Aussetzen eine Option? Nein, sagt Andreas Kinser von der Deutschen Wildtierstiftung. „Das Aussetzen von Elchen steht in Deutschland nicht zur Debatte.“
Zwar gehöre der Elche wie alle Hirsche zu den Fluchttieren. „Aber es handelt sich um ein Tier, das weite Wanderungen unternimmt und sich seiner Größe bewusst ist“, so Kinser.
Anders als kleine Rehe wird ein Elch also nicht zwingend in panischer Hast von der Straße rennen, nur weil sich ein Kleinwagen nähert.
Würde der Elche also in größerer Anzahl beispielsweise durch die östliche Fränkische Schweiz streifen, wären wegen der vielen Straßen Zusammenstöße nur eine Frage der Zeit.
Was tue ich, wenn ich einem Elch begegne?
Und was tun, wenn man doch einmal einem aus Polen oder Gegend am Moldau-Stausee in Tschechien hierher verirrtem Exemplar begegnet? „Keine Bange“, sagt Kinser.
Elche würden grundsätzlich eher flüchten, außerdem sind sie reine Vegetarier. „Als Erstes darf man sich gerne freuen, einen gesehen zu haben“, sagt er schmunzelnd.
Dann, weil es einer Sensation gleich käme, würden sich offizielle Stellen wie etwa die Untere Naturschutzbehörde (angesiedelt am Landratsamt Forchheim) über diese unwahrscheinliche Meldung freuen.
Wildpark Hundshaupten: 170 Tiere, 30 Arten
Wer auf Nummer sicher gehen möchte, einen Elch aus der Nähe beobachten zu können, kann dies seit 1971 im Wildpark Hundshaupten in Egloffstein tun. Neben den vier Elchen lassen sich dort aktuell etwa 170 Tiere von 30 unterschiedlichen Arten entdecken.
Und wenngleich Teile des Parks derzeit zur Baustelle für die barrierefreie Wegführung wurden, sind zumindest an den Wochenenden alle Wege begehbar.
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