„Das ist der einzige Zugang zum Schloss“, sagt Heinrich von Pölnitz und zeigt auf die marode Brücke vom Schloss Hundshaupten. Er ist der Eigentümer und lebt seit einigen Jahren mit seiner Frau Fiona und den fünf Kindern in der Schlossbaustelle. Denn seit vier Jahren lässt er das Schloss sanieren.
„Das wollen wir auch richtig gut machen. Doch es ist nicht einfach in einer Baustelle zu leben. Aber jetzt sehen wir ein Ende“, sagt von Pölnitz, der Eigentümer des Schlosses in zehnter Generation ist. Er zeigt den Rest einer kleinen Begrenzungsmauer an der Brücke und erklärt, dass diese bis ganz nach vorne verlief, aber teilweise schon 20 Zentimeter nach außen geneigt war.
Abegetragen hat der Schlossherr die alte Mauer selbst
Um einen Unfall zu vermeiden, beschloss von Pölnitz, die Mauer selbst abzutragen. Dabei half sein Sohn, der außen an der Brücke arbeitete, dabei auf eine lose Steinplatte trat und nach unten fiel. „Zum Glück ist nichts passiert, weil sich Anton abrollen ließ wie eine Katze. Da hatte er einen Schutzengel“, meint von Pölnitz und erzählt, dass man auf alten Bildern sehen könne, dass die Brücke, die ganz früher eine Zugbrücke war, links und rechts ein Holzgeländer hatte.
Erst vor etwa 80 Jahren war seitlich die Mauer auf die Brücke gesetzt worden. „Und die ist halt zu schwer“, stellt der Schlossherr fest. Zukünftig soll wieder ein Holzgeländer angebracht werden.
„Für solche Projekte braucht man Herz und Liebe für das Objekt und finanzielle Unterstützung“, sagt Heinrich von Pölnitz. Er fühlt sich seiner Familie, aber auch der Gesellschaft verpflichtet und möchte deshalb dieses Kulturgut erhalten.
Restaurierung der Brücke wird 180.000 Euro kosten
Die Restaurierung der Brücke wird etwa 180.000 Euro kosten. Von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, in die Erträge der Lotterie Glücksspirale fließen, erhielt der Schlossherr 45.215 Euro. Er hofft auf weitere finanzielle Hilfe durch die Oberfranken Stiftung und das Landesamt für Denkmalpflege.
„Auch wenn es nicht so aussieht, aber bei der Restaurierung muss viel gemacht werden“, stellt von Pölnitz fest. Zum Beispiel müssen riesige Stahlschrauben in die Brücke gebohrt werden, die dann mit Kalk ummantelt werden. „Es wird kein Beton verwendet“, ergänzt der Schlossherr.
Traurig macht ihn, dass eine alte Esche entfernt werden musste. Diese wird nun zum Lärmschutz am Friedwald von Schloss Hundshaupten umgebaut. „Eine große Holzscheibe habe ich aber behalten und baue einen Tisch daraus“, verrät Forstwirt Heinrich von Pölnitz. Die Arbeiten an der Brücke beginnen im Frühjahr und dauern etwa drei Monate.
Zwischenzeitlich gehört das Schloss dem Landkreis
Von Pölnitz erzählt, dass das Schloss Hundshaupten strategisch günstig am Ende eines südlichen Seitentals der Trubach auf einem in das Tal vorspringenden Jurabergsporn liege: „Die frühere Burg war kleiner als das jetzige Schloss. Sie konnte gut verteidigt werden und einen Brunnen gab es unten auch.“
Nach dem Dreißigjährigen Krieg erwarb seine Familie das damalige Rittergut als Lehen. Zwischen 1991 und 2005 gehörten Schloss und Wildpark dem Landkreis Forchheim. Jetzt ist die Familie von Pölnitz wieder Eigentümer des Schlosses.
In den vergangenen Jahren wurden umfangreiche Restaurierungsmaßnahmen durchgeführt. Zukünftig will er kleine angemeldete Gruppen durch das Schloss führen und von der Geschichte der Familie erzählen.
Am Ende soll es mit den Gästen in die Kapelle gehen und ein kleines Gebet soll gesprochen werden. „Das ist ein Innehalten und danken für das Vergangene und ein Bitte für die Zukunft.“
Lesen Sie auch:















