In diesem Jahr findet am Sonntag, 11. September, der Tag des offenen Denkmals statt – auch mit drei Objekten im Landkreis Forchheim. Über 7500 historische Stätten bundesweit öffnen jedes Jahr kostenfrei an diesem Tag ihre Pforten.
Geheimnis des Gebäudes auf die Spur kommen
Die Besucher können Einblicke in manche sonst unzugängliche Innenräume erhaschen und vielleicht dem einen oder anderen Geheimnis des Gebäudes auf die Spur kommen.
Koordiniert wird diese Aktion von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. In jedem Jahr gibt es auch ein Motto. Das diesjährige Motto ist „Kulturspur“, denn alte Gebäude stecken oft voller Geschichten, Beweismittel oder historischer Narben. Um Kulturspuren untersuchen zu können, bedarf es Experten.
Vortrag in Schloss Hundshaupten
Ein Denkmal der Region, das seine Tore an diesem Tag öffnet, ist Schloss Hundshaupten. Die Spurensuche hat Kreisheimatpfleger und Dendrochronologe Georg Brütting aus Ebermannstadt vorgenommen.
Er wird am Tag des offenen Denkmals um 11 Uhr einen Vortrag im Schloss Hundshaupten über seine Untersuchungen halten.
„Er hat unterschiedliche Balken angebohrt und deren Alter bestimmt“, erklärt Schlosseigentümer Heinrich von Pölnitz und erläutert weiter, dass beim Bau einer Burg manchmal alte Balken verwendet worden sind oder später neue hinzugefügt wurden. Durch eine Sammlung von Bohrungen kann man das Alter der Gebäude ermitteln.
Modell vom Schloss wird erklärt
Außerdem wird der 15-jährige Gustav Frenzl aus Wiesenthau in der Scheune des Schlosses sein Modell zeigen und erklären. Er hat nachgebaut, wie die frühere Burg, die später zum Schloss wurde, im Mittelalter ausgesehen hat. „Das ist alles detailgetreu“, fügt von Pölnitz hinzu.
Gustav verrät, dass er für den braunen Boden vor der Burganlage Hamsterstreu, Zahnpasta, Dreck und Kleber gemischt und mit einem Pinsel aufgetupft habe. Beim Bau des Modells habe ihm sein Pate geholfen. Er habe ein Vierteljahr gebraucht, um das Modell herzustellen.
Heinrich von Pölnitz hält die Vorträge
Heinrich von Pölnitz will am Sonntag die Besucher nach dem Vortrag stündlich in Gruppen von der Brücke abholen und in das Gebäude führen. Er wird vom Umbau und seiner Familie erzählen und die Kapelle zeigen.
Hier möchte er auch mit jeder Gruppe ein Vaterunser beten. Außerdem können die Besucher einen vom Nachbarn gebrannten Geist – „Böbel“ – in der Flasche käuflich erwerben.
Das Spörlhaus in Hiltpoltstein
In der Region nimmt auch das Spörlhaus in Hiltpoltstein teil. Das Gebäude war von 1503 bis 1806 das Brauhaus des ehemaligen Nürnberger Pflegeamtes Hiltpoltstein und wurde 1872 zu einem Wohnhaus mit Stall umgebaut.
Zum Vereinsheim umgebaut
2012 wurde es vom örtlichen Fränkische-Schweiz-Verein erworben und zu einem Vereinsheim mit Ausstellungsräumen umgebaut.
Hier werden Zeugnisse der Geschichte von Hiltpoltstein aufbewahrt und präsentiert. Reinhold Geldner will anhand von Dokumenten aus Archiven und Spuren im Gebäude die wechselvolle Geschichte des Hauses erläutern.
Das Schwarzhaupthaus in Emreuth
Zu besichtigen ist auch das Schwarzhaupthaus in Ermreuth. Es war früher in jüdischem Besitz. Das Gebäude s ist ein zweigeschossiger, traufständiger, verputzter Fachwerkbau mit Satteldach und hebräischer Inschrift.
Es wurde 1754 erbaut und 1776 erweitert. Mit der angrenzenden Synagoge Ermreuth bildet es ein einmaliges Ensemble in Oberfranken.
Denkmal verdankt seinen Namen einer jüdischen Familie
„Das Denkmal verdankt seinen Namen der jüdischen Familie Schwarzhaupt, die im Dritten Reich noch nach Amerika fliehen konnten. Danach hat es oft den Besitzer gewechselt“, erzählt Hermann Stengel, der das baufällige Haus 2013 gekauft und mit seiner Lebensgefährtin Marlena Schulz-Drost liebevoll saniert hat.
Am Sonntag wird es um 15 Uhr geöffnet. Es wird eine Dokumentation und kleine Führungen geben.
Landkreis Erlangen-Höchstadt
Das gibt es in Baiersdorf zu besichtigen
Die Untere Denkmalschutzbehörde des Landkreises Erlangen-Höchstadt lädt anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Landkreises am Sonntag, 11. September, an zwei Orte zum Entdecken ein.
Landrat Alexander Tritthart eröffnet die Aktion „Kulturspur. Ein Fall für den Denkmalschutz“ des bundesweiten Aktionstages in Baiersdorf mit Bürgermeisterin Ehrhardt-Odörfer um 13.30 Uhr am Eingang des jüdischen Friedhofs .
Führungen finden statt
Kreisheimatpflegerin Bettina Keller verrät, welche Geschichten das einzigartige Bau- und Kulturdenkmal des jüdischen Friedhofs in Baiersdorf birgt. Es finden Führungen statt. Der Eintritt ist frei. Eine Bewirtung erfolgt durch die Kulturscheune Baiersdorf.
Spurensuche in Mühlhausen
Geschichtsinteressierte und Architekturfans können sich von 10.30 bis 17 Uhr in Mühlhausen auf Spurensuche begeben. Kreisheimatpfleger Manfred Welker nimmt das jüdische Leben in Mühlhausen in der Alten Synagoge unter die Lupe.
Landrat Alexander Tritthart eröffnet den Aktionstag in Mühlhausen um 10.30 Uhr gemeinsam mit Bürgermeister Klaus Faatz vor der Alten Synagoge Mühlhausen, Schloßweg 5. Eine Bewirtung erfolgt durch die Kulturgemeinschaft Mühlhausen.
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