Anfang August hatte die Stadt Gräfenberg mal wieder Besuch vom Fernsehen. Für vier Tage drehte ein Kamerateam des BR für das Format „Landfrauenküche“ bei Braumeisterin Barbara Friedmann. Seit Freitag null Uhr ist die Sendung in der BR-Mediathek zu finden. Wir haben mit der Teilnehmerin über diese besondere Erfahrung gesprochen.
BR-Landfrauenküche: Anruf kommt im März
„Den Anruf, ob wir teilnehmen wollen, bekamen wir im März“, erinnert sich Friedmann. Ursprünglich habe sie absagen wollen. „Ich stehe eigentlich eher selten in der Küche und war davon überzeugt, dass ich eigentlich nicht so richtig fränkisch kochen kann“, erklärt sie. Zumindest nicht so gut, wie ihre Großmutter, die mit 89 Jahren noch immer an jedem Abfülltag der Brauerei in der Küche stehe und Schäuferla sowie andere aufwendige fränkische Leckereien auf den Teller zaubere.
Hier gibt es die Bildergalerie der BR-Landfrauenküche-Dreharbeiten in Gräfenberg:
Letztendlich habe sie jedoch noch mal eine Nacht darüber geschlafen und schließlich doch zugesagt. Immerhin sei die Sendung eine großartige Gelegenheit für regionale Produkte zu werben sowie die oberfränkischen Brauerinnen zu vertreten. Diese Chance habe sie dann doch nicht an sich vorbeiziehen lassen wollen. Eine Entscheidung, die sich gelohnt habe.
Chemie hat gepasst
„Es war eine sehr lustige Erfahrung und eine coole Truppe“, erklärt sie. Anders als anfangs befürchtet. „Ich dachte, dass ich da mitunter an einer Gruppe älterer Damen gerate, die alles, was ich mache, besonders kritisch betrachten“, erinnert sich die quirlige Fränkin. Tatsächlich sei sie selbst am Ende jedoch die zweitälteste der sieben Teilnehmerinnen gewesen. Und die Stimmung zwischen den Teilnehmerinnen habe von Anfang an gepasst.
Gemeinsam auf der Kirchweih Gräfenberg
„Tatsächlich ist es schade, dass die Sendung nur einen kleinen Ausschnitt dessen zeigen kann, was wir im Rahmen der Aufnahmen erlebt haben“, berichtet Friedmann. So seien die Landfrauen während der Dreharbeiten in Gräfenberg etwa gemeinsam abends zur Kerwa gegangen und hätten auch auf dem Hof der Brauerei viel Spaß gehabt. Auch nach den Aufnahmen würden sie noch Kontakt halten und planten schon nächste Treffen – diesmal ohne die Kameras.
Omas Spezialrezept
Das Menü habe sie zusammen mit ihrer Nachbarin, die sie beim Kochen unterstützte, und ihrer Oma entwickelt, von der auch das Rezept für ihren Hauptgang stamme. „Eigentlich wollte ich das Rezept vor dem Sendetermin ein paar Mal üben“, berichtet Friedmann.
Doch immer wieder sei etwas dazwischen gekommen – beispielsweise sei die Seniorin kurz nach der Zusage gestürzt und habe sich dabei das Bein gebrochen. Folglich hätten die beiden erst an Himmelfahrt Zeit gefunden, sich gemeinsam in die Küche zu stellen.
Beim gemeinsamen Kochen seien dann neue Herausforderungen aufgetreten. „Die Oma neigt dazu, sehr viel nach Gefühl zu kochen“, berichtet ihre Enkelin. Das habe es schwierig gemacht, ein genaues Rezept für die Sendung zu notieren. Gelungen sei es am Ende dennoch irgendwie – sodass auch „das unübertreffliche Biergulasch von Barbara Friedmanns Oma“ es letztendlich in das Kochbuch zur Sendung geschafft hat, welches man jetzt unter anderem in der Familienbrauerei kaufen kann.
Rindfleisch und Forellen aus der Region
Besonders an Friedmanns Menü waren jedoch nicht nur die Rezepte, sondern auch die Zutaten, bei denen sie ganz auf Regionalität setzte. „Das Rindfleisch fürs Gulasch haben wir beispielsweise von dem Bauern bekommen, der uns immer unsere Treber abnimmt“, erklärt die Brauerin. Und auch für die Vorspeise habe sie Forellen aus einer befreundeten Räucherei serviert.
Darüber hinaus habe sie im Wettbewerb auch eine absolute Geheimzutat eingesetzt. „Eines meiner Rezepte wird vermutlich kaum einer richtig nachkochen können“, sagt Friedmann. Gemeint sei das Bierbaguette, welches sie zur Vorspeise gereicht habe. „Die Hälfte des Brotes hat nach kürzester Zeit schon das Produktionsteam wegschnabuliert – so lecker war das“, erinnert sie sich. Möglich sei dieser außergewöhnliche Geschmack nur, weil sie beim Backen frisch geschlauchtes Bier verwendet habe. Das verfüge über deutlich mehr aktive Hefe als gewöhnliches Bier. Zugriff auf diese Zutat habe aber lediglich ein Brauer.
Finale zuerst im Fernsehen
„Auch wir durften die Sendung vorab noch nicht anschauen“, berichtet sie. Folglich ist sie selbst gespannt auf die Folgen in der Mediathek. Hier gibt es die Landfrauenküche Folge mit der Gräfenberger Brauerin:
Ob Omas Rezept und die Geheimzutat am Ende gereicht haben, um den freundschaftlichen Wettstreit unter den Landfrauen zu gewinnen, bleibt erstmal noch ein Geheimnis für die Zuschauer. Die letzte Folge, in der die Punkte aufgerechnet würden, lädt der Sender erst in der Mediathek hoch, nachdem sie im Fernsehen ausgestrahlt werde. Dies geschehe am 18. November. Die Folge mit Barbara Friedmann aus Gräfenberg ist am Freitag, 4. November 2024, im BR zu sehen.
Lesen Sie auch:




























