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Brauerei in Japan übernehmen
Krug-Bräu Breitenlesau: Ein Japaner hilft beim Bierbrauen
In der Breitenlesauer Brauerei Krug: Kentaro Shinada aus Japan überprüft die Güte des Krug Biers.
In der Breitenlesauer Brauerei Krug: Kentaro Shinada aus Japan überprüft die Güte des Krug Biers. // Thomas Weichert
Gastronomie
Breitenlesau – In der Breitenlesauer Brauerei Krug hilft aktuell ein ganz besonderer Prakikant beim Bierbrauen. Wie Kentaro Shinada aus Japan in der Brauerei in der Fränkischen Schweiz gelandet ist.

Nanu, expandiert die Breitenlesauer Brauerei Krug nach Japan? Zuzutrauen wäre es Brauereichef Konrad „Conny“ Krug, denn in seiner Brauerei arbeitete kürzlich ein junger Japaner mit und half beim Bierbrauen. 

Brauerei Krug Breitenlesau: Japaner hilft beim Bierbrauen

Des Rätsels Lösung: Der 27-jährige Japaner Kentaro Shinada aus der japnischen Stadt Otaru, die etwa 30 Kilometer westlich der Zwei-Millionenstadt Saporro auf der japanischen Insel Hokkaido liegt, absolvierte bei der Brauerei Krug ein dreimonatiges Praktikum als Bierbrauer.

Kontakt über Ebermannstädter Braumeister 

Der Kontakt kam über den Ebermannstädter Braumeister Johannes Braun zustande, der bereits 1995 nach Japan umsiedelte, eine Japanerin heiratete und seine erste Gasthausbrauerei in Otaru auf der Insel Hokkaido aufbaute. Wegen der großen Nachfrage baute er 1999 auch noch eine weitere Regionalbrauerei in Japan auf.

Conny Krug (r.) und sein Braumeister Kurt Käsperlein stoßen mit ihrem japanischem Praktikanten Kentaro Shinada mit dessen Lieblingsbier „Ur-Stoff“ an.
Conny Krug (r.) und sein Braumeister Kurt Käsperlein stoßen mit ihrem japanischem Praktikanten Kentaro Shinada mit dessen Lieblingsbier „Ur-Stoff“ an. // Thomas Weichert

Einstige Brauerei „Sonne“ in Ebermannstadt

In Ebermannstadt ist Braun inzwischen für die „Bavarian Festbeer Brewery“ in der einstigen Brauerei „Sonne“ bekannt, die der Däne Carsten Raun gekauft hatte, um hier Bier für das Ausland zu produzieren. Dennoch ist Braun noch immer jedes Jahr sechs Monate in Japan, um Bier zur brauen. Und so kam auch der Kontakt mit dem Vater von Kentaro Shinada in Otaru zustande, der dort eine der bekanntesten japanischen Brauereien hat. Diese nennt sich „Otaru Beer“.

Kentaro Shinada aus Japan arbeitet drei Monate als Praktikant bei der Breitenlesauer Brauerei Krug.
Kentaro Shinada aus Japan arbeitet drei Monate als Praktikant bei der Breitenlesauer Brauerei Krug. // Thomas Weichert

Vier Restaurants gehören zu der Brauerei dazu. Auch in dieser Brauerei hatte Braun eine beratende Tätigkeit und da sich Johannes Braun und Kurt Käsperlein, der einer der Braumeister der Krug-Bräu ist, gut kennen, kam der Kontakt mit der Breitenlesauer Brauerei Krug zustande.

Brauerei in Japan übernehmen

Brauereichef Conny Krug stimmte sofort zu, als ihm sein Braumeister Käsperlein den Vorschlag mit dem japanischen Praktikanten machte. „Denn wir sind weltoffen“, sagt Conny Krug, der den Japaner, ebenso wie Käsperlein, sehr lobt. „Wir sind sehr zufrieden mit ihm, er ist willig, gelehrig, nimmt alles positiv auf und macht, was man ihm sagt“, lobt Käsperlein seinen Praktikanten. „Er schaut uns immer interessiert über die Schulter und sammelt Eindrücke, denn schließlich wird er ja einmal die Brauerei seines Vaters in Japan übernehmen“, so Braumeister Käsperlein.

Biersorten nach dem bayerischen Reinheitsgebot

Zunächst soll Kentaro Shinada Chef des Sudhauses der Brauerei seines Vaters werden, der dort schon viele Biersorten nach dem bayerischen Reinheitsgebot braut. Es gibt aber auch Gewürzbiere mit Orangenschalen oder Koriander, was die Japaner auch lieben. Oder Bier mit Maistärke. Um in Japan eine Brauerei zu betreiben, müsse man kein Braumeister sein. Wie Kentaro Shinada, er spricht perfekt englisch, im Gespräch mit unserem Reporter erklärt, gibt es sehr viele kleine Brauereien in Japan, die ständig mehr werden und vor allem „Craftbeer“ brauen.

So viele kleine Brauereien wie in Oberfranken gibt es in Japan freilich noch nicht, aber vor allem in Gegenden mit vielen Sehenswürdigkeiten gebe es schon viele Brauereien. Denn die Japaner lieben Bier und vor allem Bier, das nach dem bayerischen Reinheitsgebot gebraut wird. „Deutsches Bier ist sehr gut, besser als das japanische“, sagt Kentaro Shinada, weshalb er auch hier sei, um die deutsche Braukunst zu erlernen.

Biersorten der Brauerei Krug verkostet

In Breitenlesau hat er natürlich schon alle Biersorten der Brauerei Krug verkostet. Am besten schmeckt ihm der Breitenlesauer „Ur-Stoff“.  Zuvor sammelte Kentaro Shinada Erfahrungen in einer Brauerei in den USA. Bevor es für ihn zurück in die Heimat ging, besuchte er noch die Hauptstadt Tschechiens, Prag, die für das Pilsner Bier berühmt ist. 

 

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