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Lübbis-Chefin im Glück
Kellerwald Forchheim: Wo die große Sanierung starten soll
Im Forchheimer Kellerwald ist Großreinemachen angesagt: Für die geplanten Sanierungen ist nun klar, mit welchem Keller begonnen werden soll.
Im Forchheimer Kellerwald ist Großreinemachen angesagt: Für die geplanten Sanierungen ist nun klar, mit welchem Keller begonnen werden soll. // Stephan Großmann
Forchheim – Die lang ersehnten Grundsanierungen im Forchheimer Kellerwald können wohl starten. Zumindest gibt es nun einen Musterkeller, der als Blaupause für alle dienen soll. Was dort geplant ist.

Der Luftsprung ist Kathrin Grüner durchs Telefon anzuhören. Dass ihr Rappen Keller künftig die erste Geige bei der groß angelegten Sanierung des Kellerwaldes spielen soll, erfüllt die 44-jährige Vollblutgastronomin mit Freude. Als sogenannter Musterkeller wird das Biergarten-Plateau auf den unteren Kellern nicht nur als Blaupause für den großen Sanierungswurf dienen, darüber hinaus soll dort baldmöglichst die dringende Sanierung starten.

„Das wird toll“, sagt Grüner, die den meisten Forchheimern vor allem durch das Lübbis in der Apothekenstraße bekannt ist. Seit 2022 betreibt sie den Rappen Keller, nachdem dieser seit dem Weggang des langjährigen Betreiberpaares Andreas Woithe und Alexandra Seitz im Jahr 2019 leer gestanden hatte. Geöffnet hat der Keller nur zu besonderen Anlässen, heuer am Herrentag, an Pfingsten und selbstverständlich zum Annafest. „Aber wenn alles so klappt, wie die Planungen vorsehen, öffne ich den Keller gerne ganzjährig“, sagt Grüner.

Kathrin Grüner alias Lübbi ist seite 2022 die neue Pächterin des Rappenkellers im Bergwald.
Kathrin Grüner alias Lübbi ist seit 2022 die neue Pächterin des Rappenkellers im Bergwald. // Ronald Rinklef

Kellerwald Forchheim: Viele Keller sanierungsbedürftig

Die meisten Keller in Deutschlands größtem zusammenhängenden Biergarten sind teils stark sanierungsbedürftig, angefangen bei den Mauern und Treppen bis hin zu den tatsächlichen Kellerstollen. Im Zuge eines städtebaulichen Gesamtkonzeptes sollen die Keller nach und nach saniert und modernisiert werden. Alles in enger Abstimmung mit den Fördergeldgebern der kostenintensiven Vorhaben, der Regierung von Oberfranken sowie dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege. Dahinter steckt ein kompliziertes Konstrukt aus Zuständigkeiten und Zeitplänen.

Entscheidend ist: „Um neben der Konzeptentwicklung auch erste bauliche Ergebnisse zu erzielen, soll es nach Abstimmung mit den Fördergebern das Projekt Musterkeller geben“, erklärt Konzeptsteuerer Daniel Waldhoff vom Planungsbüro dwplanung. Ausgewählt worden ist der Rappenkeller, und zwar aus verschiedenen Gründen. Erstens bestehe dort gegenüber anderen Kellern in städtischer Hand größerer Sanierungsbedarf, wegen statischer Probleme sogar akuter. Und: „Mit einer Sanierung können unterschiedliche denkmalpflegerische, bauliche und städtebauliche Herausforderungen angegangen werden, aus denen wichtige Erkenntnisse für die weitere Gesamtplanung des Kellerwaldes gewonnen werden können“, so Waldhoff.

Was genau ist geplant? Der Keller soll rundum neu erstrahlen (natürlich baudenkmalerisch einwandfrei). Idealerweise lässt sich die Küche so (um)gestalten, dass sie fortan sowohl für den Rappen Keller als auch den nebenan liegenden Kronenkeller genutzt werden könnte. Kathrin Grüner hätte schon große Pläne, falls dies klappt. „Wenn wir dort einen Fettabscheider bekommen, dann könnte ich endlich oben kochen. Und idealerweise sogar gleich für beide Keller“, sagt sie.

Rappen Keller Forchheim: Sanierung dauert noch – erst kommt Konzept

Der Rappen Keller gilt als der Musterkeller. Wann die umfassende Sanierung stattfinden kann, ist eine Geldfrage. Vorerst kann nur geplant werden.
Der Rappen Keller gilt als der Musterkeller. Wann die umfassende Sanierung stattfinden kann, ist eine Geldfrage. Vorerst kann nur geplant werden. // Stephan Großmann

Dann wäre es auch wieder möglich, dass im Rappen Keller nicht nur ein paar Mal im Jahr offen ist. „Dort ließe sich über das ganze Jahr ein tolles Angebot zaubern“, sagt Grüner. Ihr sei zwar bewusst, dass es nicht nur noch dauern wird, sondern auch die Phase des wirklichen Umbauens schwierig werden könnte. „Aber ich bin zu allem bereit“, so Grüner.

Qua Amt drückt Bauamtsleiter René Franz leicht auf die Euphorie-Bremse. Ganz konkret könne man derzeit noch nicht werden, weder inhaltlich noch zeitlich, sagt Bauamtsleiter René Franz. Ausgebremst wird die Stadt in ihrem großen Kellerwaldsanierungsplan durch die aktuelle Haushaltslage. „Wir hätten gerne schon 2025 mit dem Musterkeller angefangen“, sagt Franz. Nun müsse man sich aber erst einmal mit dem Erstellen eines Konzepts begnügen.

Immerhin – dem einstimmigen Beschluss am Dienstagabend im Planungsausschuss zufolge – besteht der offenkundige politische Wille, das Herzensprojekt der Forchheimer endlich in die Tat umzusetzen.

Kellerwald: Nach Musterkeller wird noch ein Musterstollen gesucht

Der Idee nach sollen also die oberirdischen Anlagen sowie der erste Abschnitt des ebenfalls stark in Mitleidenschaft gezogenen Kellerstollens sein. Wobei der komplette Stollen des Rappen Kellers selbst offiziell nicht als Musterstollen gelten darf, weil er vor einigen Jahren bereits teilweise saniert worden ist, wie Franz ausführt. Das aber sei sogar positiv zu bewerten: Denn so könne man zugleich einen weiteren Stollen angehen, beispielsweise den Nürnberger Tor- oder Brauwastl-Kellerstollen.

Nun muss die Vollversammlung des Stadtrates das Ja des Ausschusses zwar noch bestätigen, dies dürfte aber lediglich Formsache sein. Dann steht den Kellerträumen von Kathrin Grüner, der Forchheimer Ausgehfans sowie der Stadtverwaltung zumindest theoretisch nichts mehr im Wege.

 

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