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Vorstellungen werden konkreter
Neubau: Was die VR-Bank Forchheim im „Quartier 24“ plant
Noch schützen Bauzäune das ehemalige Müller & Seybold-Areal in der Nürnberger Straße in Forchheim. Das soll sich ändern, sagt die VR-Bank Bamberg-Forchheim.
Noch schützen Bauzäune das ehemalige Müller & Seybold-Areal in der Nürnberger Straße in Forchheim. Das soll sich ändern, sagt die VR-Bank Bamberg-Forchheim. // Stephan Großmann
Forchheim – Die VR-Bank Bamberg-Forchheim plant ihre neue Zentrale in Forchheim. Wie weit die Planungen sind, was mit der Filiale in der Hauptstraße geschieht und warum die Stadtapotheke eine Rolle spielt.

Die Reste des ehemaligen Sägewerkes Müller & Seybold sind Geschichte. Wer dieser Tage an der Ecke Nürnberger Straße und Ruhalmstraße entlangschlendert, wird wissbegierige Blicke durch die Öffnungen des Bauzaunes werfen. Viel ist außer der 1895 erbauten Neurenaissance-Villa nicht (mehr) zu sehen, statt der alten Sägerei und des Öllagerraums klafft auf dem Gelände aktuell nur ein großes Loch vom Abriss. Doch das könnte sich bald ändern.

Knapp 6000 Quadratmeter groß ist das Areal südlich des Paradeplatzes. Dort soll einmal die Zentrale der VR-Bank Bamberg-Forchheim entstehen.
Knapp 6000 Quadratmeter groß ist das Areal südlich des Paradeplatzes. Dort soll einmal die Zentrale der VR-Bank Bamberg-Forchheim entstehen. // Stephan Großmann

VR-Bank Bamberg-Forchheim will Kompetenzzentrum in Forchheim bauen

Die brachliegende Fläche soll reaktiviert werden, und zwar durch ein Bank- und Bürogebäude. Dahinter steckt der Plan der VR-Bank Bamberg-Forchheim, dort ihr neues zentrales Verwaltungsgebäude zu errichten. Die Planungen für den Neubau laufen bereits, nähere Details will der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Alexander Brehm aktuell aber noch nicht verraten. Nur so viel: „Für die Kundinnen und Kunden soll das geplante Kompetenzzentrum mehr Service bieten.“

Alle Angebote der Genossenschaftsbank unter einem Dach, moderne Ausstattung, Parkplätze. Statt wie bisher die Kundschaft in der Hauptstraße 39 sowie der Nürnberger Straße 5 zu betreuen, sollen die Fäden voraussichtlich ab 2028 in dem neuen Kompetenzzentrum zusammenlaufen.

Nach Fusionen braucht VR-Bank Platz für die vielen Beschäftigten

Brehms Kollege, der Vorstandsvorsitzende der VR Bank Bamberg-Forchheim Joachim Hausner, erläuterte Anfang des Jahres den Grund für die Neubauüberlegungen. Nach den Fusionen der Volksbank Forchheim mit der VR Bank Bamberg im Jahr 2019 und den Vereinigten Raiffeisenbanken im Jahr 2021, verteilen sich die insgesamt knapp 430 Mitarbeitenden insgesamt auf fünf Standorte in Forchheim, Bamberg und Memmelsdorf.

Um der „neuen Größe der Bank Rechnung zu tragen und auch intern das Prinzip der kurzen Wege umzusetzen“ habe man sich für die Zentrierung in Forchheims Innenstadt entschieden. Forchheim liege günstig in der Mitte des fast 40 Filialen umfassenden Geschäftsgebietes zwischen Nürnberg und Zapfendorf. Auch für die Mitarbeitenden sei die Königsstadt eine günstige Lage. 

Online-Banking auf dem Vormarsch, Filialen bleiben wichtig

Geld überweisen, den Kontostand abfragen oder ein Konto eröffnen: 84 Prozent der Deutschen nutzen Online- beziehungsweise Mobile Banking, um wesentliche Bankgeschäfte auf diesem Weg zu erledigen, wie eine repräsentative Umfrage des Bankenverbandes zeigt. Und doch nutzen noch viele den Service in einer Filiale, beispielsweise wenn sie sich für einen Kredit beraten lassen wollen. Der Erhebung des Bankenverbands zufolge besucht immerhin fast ein Drittel der Befragten mindestens einmal im Monat ihre Bankfiliale vor Ort.  „Wir als Regionalbank wollen und müssen diesen Service auch in der Fläche künftig bieten“, sagt Alexander Brehm.

Stadträte nehmen Quartier 24 kurzfristig von der Tagesordnung

Für den stadtplanerisch korrekten Weg muss die Stadt Forchheim vorher einen Bebauungs- und Grünordnungsplan aufstellen. Hierfür sind bereits die notwendigen Gutachten und Planungen erstellt worden, am Dienstagnachmittag sollte das sogenannte „Quartier 24“ den Mitgliedern des Planungs- und Umweltausschusses vorgelegt werden. Allerdings wurde das Thema wegen eines gemeinsamen Antrags fast aller Fraktionen (ohne SPD) kurzfristig von der Tagesordnung genommen. Der Grund: Es bestehe weiterer Abstimmungsbedarf. Aber, beeilt sich CSU-Fraktionschef Josua Flierl im Nachgang zu erläutern, dieser habe nichts damit zu tun, dass man das Projekt nicht umsetzen wolle. Ganz im Gegenteil sogar, sagt er. Weitere Details wolle er zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht verraten.

Stadt Forchheim ab März 2025 Eigentümerin des alten Gebäudes

Doch auch in der jetzigen Zentrale der VR-Bank mitten in der Fußgängerzone tut sich etwas. Nachdem im Frühjahr der Verkauf der Immobilie an die Stadt Forchheim ein breites Echo in der Stadt ausgelöst hatte, werden die Angaben zur weiteren Nutzung konkreter. So wird der von Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD) unterzeichnete Kaufvertrag zum 1. März 2025 gültig, ab dann wird die Stadt Eigentümerin der ehemaligen Theilerschen Brauerei sein.

Ab März 2025 ist die Stadt Forchheim Eigentümerin des historischen Gebäudes in der Hauptstraße 39. Die VR-Bank aber will vorerst drinbleiben.
Ab März 2025 ist die Stadt Forchheim Eigentümerin des historischen Gebäudes in der Hauptstraße 39. Die VR-Bank aber will vorerst drinbleiben. // Stephan Großmann

Allerdings wird die VR-Bank den Großteil der gut 2000 Quadratmeter großen Nutzfläche weiterhin einnehmen, dann als Mieterin. Und zwar mindestens so lange, bis das Kompetenzzentrum in der Nürnberger Straße bezugsfertig ist. Ab März 2025 wird die Stadtverwaltung überdies einige Räumlichkeiten nutzen, anfangs soll das Stadtarchiv in das historische Gebäude ziehen. Ob und wie die Stadt die Räume dann frühestens 2028 nach dem Auszug der VR-Bank nutzen wolle, sei noch nicht abschließend geklärt. Angedacht wäre beispielsweise das Citymanagement.

Bank statt Apotheke: Neues Leben ab 2025 in der Stadtapotheke

Zudem tut sich bald etwas in der Ecke Hauptstraße/Apothekenstraße, direkt neben der VR-Bank. Seit Ende März 2023 steht das zweigeschossige Eckhaus aus dem 16. Jahrhundert leer, als die Stadtapotheke ihre Türen schloss.

Zumindest vorübergehend – „befristet“, wie Alexander Brehm sagt – wird seine VR-Bank im Frühjahr 2025 die Räumlichkeiten übernehmen. Dem Vernehmen nach wird wohl die Immobilienvermittlung einziehen.

Und, wohl die entscheidende Frage für Forchheimer VR-Bank-Kundschaft: Auch nach 2028 sollen es eine Selbstbedienungsfiliale in der Hauptstraße geben; mindestens bestückt mit Automaten zum Geldabheben und zum Ausdrucken von Kontoauszügen.

 

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