(Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist zuerst am 8. November erschienen und wurde am 11. November, 15.35 Uhr, durch die Aussagen der Tucher Brauerei ergänzt.)
Mittagspause am Paradeplatz: Ein köstlicher Kaffee in der Frühlingssonne, der Wassernebel des Fontänenfeldes glitzert in der Sonne, während die Vögel in den japanischen Schnurbäumen ihr Lied singen. Was nach einem schönen Traum klingt, ist auch einer. Immerhin einer, der wahr werden könnte. Denn nicht nur die Marathon-Baustelle nähert sich der Zielgeraden; auch die verwaiste Alte Wache könnte schon bald wieder bewirtschaftet werden.
Alte Wache Forchheim: Schon einige Gastronomieversuche
Zuvor ein Rückblick, 31. Oktober 2019: Das mexikanische Restaurant Gringo schließt seine Pforten nach nur anderthalb Jahren. Seither steht das historische Gebäude aus dem 18. Jahrhundert der hungrigen und durstigen Öffentlichkeit nicht mehr zur Verfügung. Zum einen scheint Forchheims Gästeszene nie mit dem Angebot des Tex-Mex-Restaurants warm geworden zu sein, zum anderen hat die Neugestaltung des Paradeplatzes bereits ihre Schatten vorausgeworfen.
Benannt wurde die Alte Wache nach ihrem ursprünglichen Zweck: Früher war darin nämlich die polizeiliche Wachmannschaft untergebracht. Nachdem die Stadt als Eigentümerin und die Nürnberger Großbrauerei Tucher als Langzeitpächterin das Objekt 2011 für eine halbe Million Euro saniert hatten, versuchten vier verschiedene gastronomische Betriebe darin vergeblich ihr Glück. Seit dem Aus des Gringos ist es ruhig geworden um die Zukunft der Lokalität.
Tucher Privatbrauerei hat Alte Wache für viele Jahre gepachtet
Der Pachtvertrag mit der Brauerei Tucher läuft noch viele Jahre, während der Zeit der Sanierung wurde er vorübergehend ausgesetzt, wie Stadtsprecherin Britta Kurth damals unserer Redaktion sagte. Dass sich die Arbeiten derart verzögert haben, scheint an dieser Absprache nichts zu ändern. Auf eine aktuelle Anfrage nach Neuigkeiten bezüglich der Alten Wache schreibt Kurth: „Das Objekt ‚Alte Wache‘ wird nach derzeitiger Planung circa im März 2025 wieder von der Stadt Forchheim an die Tucher-Brauerei übergeben.“
Dass sowohl Forchheims Verwaltung als auch Kommunalpolitik das Objekt gerne wieder in gastronomischen Händen sähen, ist bekannt. Auch dass eine Brauerei eine Lokalität in einer solchen Lage verkommen lässt, ist unwahrscheinlich. Wie geht es aber nun weiter in der Alten Wache?
Gerüchteküche: Übernimmt Thomas Halota vom Schiefen Haus?
Die Stadt Forchheim sieht sich von der weiteren Planung befreit. Britta Kurth: „Weitere Entscheidungen liegen bei der Brauerei, die ja einen langjährigen Vertrag mit der Stadt Forchheim (schon vor der Sanierung des Platzes) getroffen hatte.“ Wie üblich, kursieren aber längst wildeste Gerüchte über mögliche Nachfolger. Eins davon: Thomas Halota, bekannt aus dem Schiefen Haus, der Kleinen Pause und als Betreiber des Schlössla-Kellers während des Annafests 2023, zieht es an den Paradeplatz.
Auf Nachfrage bestätigt Halota, dass es im Laufe des Jahres Gespräche mit der Brauerei Tucher gegeben habe. „Ich habe ein Konzept vorgelegt und meine Bedingungen genannt. Leider konnten wir uns nicht einigen“, sagt er. Hinzu hält sich in der Gastroszene weiterhin hartnäckig die Erzählung, dass bereits ein neuer Betreiber für die Alte Wache feststehe. Wer und wie und wann, könne indes keiner sagen.
Das sagt die Brauerei Tucher zu den Plänen für die Alte Wache.
„Ja, es laufen Gespräche." Dies bestätigt der Verkaufsdirektor Gastronomie Brauerei Tucher Bernd Herrmann am Montagnachmittag im Gespräch mit unserer Redaktion. Derzeit würden Verhandlungen mit drei Interessenten geführt, sagt er.
Natürlich sei wieder ein gastronomischer Betrieb geplant, so wie es in den vergangenen Jahren auch der Fall war. Welche Ausrichtung? Noch unklar. „Wir wollen das bestmögliche Konzept für Forchheim finden", so Herrmann.
Allerdings werden die Königsstädter noch mindestens vier Wochen gedulden müssen. Einige Dinge seien noch zu klären, bevor ein Nachfolger für die Alte Wache präsentiert werden und zu den 3000 anderen gastronomischen Kunden der Tucher Brauerei stoßen könne.
Paradeplatz Forchheim: Baustelle auf Zielgeraden
Derweil passiert auf dem Paradeplatz einiges. Derzeit werden die letzten Flächen gepflastert, die Bushaltestellen und andere Hochbauten stehen, auch die Fahrgastinformationssysteme seien einsatzbereit, meldet die Stadt. In dieser Woche sollen noch die Sitzelemente montiert werden und die Leitlinien für die Barrierefreiheit in den Natursteinbelag eingefräst werden. „Je nach Wetterlage und Personalverfügbarkeit planen wir weiterhin, die Arbeiten im November zum Abschluss zu bringen“, schreibt Kurth.
Ein konkretes Datum könne und wolle sie aber nicht nennen. Auch deshalb, so könnte man spekulieren, wird Tucher wohl frühestens im März 2025 wieder einsteigen. Denn bei der Paradeplatz-Baustelle weiß man nie…
















