„Ist das nicht toll? Ein so begabter, junger Rapper aus Ebermannstadt“, schwärmt Bürgermeisterin Christiane Meyer. Sie meint damit den 20-jährigen Jan Schäfer, bekannt in der Szene als „l8back“.
Für das 700. Stadtjubiläum hat er einen eigenen Rap getextet, zu dem Moritz Schnell alias „Yudorra“ den Beat produzierte. Der Song wurde während des Spektakels gespielt, am Tag des Sports einige Wochen später hat präsentierte ihn Schäfer dann live. „Das war mein erster Live-Auftritt“, verrät er. Bisher haben die beiden Rapper ihre Stücke nur auf Spotify hochgeladen.
Jan Schäfer ist in Erlangen geboren. Seine Familie zog nach Ebermannstadt als er fünf Jahre alt war. „So mit 14 oder 15 Jahren habe ich angefangen, Texte zu schreiben“, erzählt er. Er besuchte das Gymnasium Fränkische Schweiz und will nun nach dem Abitur Architektur in Erfurt studieren. Seine Mutter stammt aus Ostrau in Tschechien, sodass er zweisprachig aufwuchs. „In meinem Herzen ist Ebermannstadt, aber auch Ostrau meine Heimat“, verrät er.
Newcomer: Musik statt Basketball
Sein Traum sei eigentlich gewesen, Profi-Basketballspieler zu werden. Er hatte versucht, in die Nachwuchsbundesliga zu kommen, aber das hatte nicht geklappt. „Während Corona haben Moritz und ich immer wieder Basketball gespielt. Da kam raus, dass er Beats macht und ich Texte“, erzählt Schäfer.
Die beiden jungen Leute taten sich zusammen und merkten, dass sie Spaß dabei hatten. Als sie ihre Rap-Musik auf Spotify hochluden, freuten sie sich, denn sie kam sehr gut an.
Szenen aus dem Kleinstadtleben
Dann wurde Schäfer von Pfarrer Hans Lyer angesprochen, der die Pyro- und Lichtshow beim Spektakel in Ebermannstadt mitorganisierte, ob er nicht ein Lied über die Stadt schreiben möchte. Lyer schlug vor, dass Jan sich mit der Geschichte der Stadt befassen sollte.
„Da habe ich aber schnell gemerkt, das wird nichts“, erzählt Schäfer. Er beschrieb lieber die Stadt aus seiner Sicht als Jugendlicher in Ebermannstadt und welche Erfahrungen er gemacht hatte. Deshalb dreht sich der Text um einen Jungen, der sportbegeistert ist und lieber in der Großstadt leben möchte. „Denn man muss zugeben, dass das Angebot für junge Leute hier nicht besonders ist und man abends zum Ausgehen nach Erlangen oder Nürnberg fahren muss. Aber da ist dann die Zuganbindung nicht sehr gut“, erzählt Schäfer.
Er beschreibt auch, dass er mal Ärger bekam, als er mit anderen Schülern während des Abis vor der Stadthalle saß und eine Zigarette mitrauchte: „Ich rauche eigentlich selten. Ausgerechnet da wurde ich zurechtgewiesen.“
Musik über den Alltag von Jugendlichen
In seinem Rap-Song erzählt er auch von einer Situation als die Jugendlichen während der Corona-Sperre in Ebermannstadt unterwegs waren und dann vor der Polizei weglaufen mussten. Oder davon, wie Anwohner am Skaterplatz um 20 Uhr die Polizei holten wegen Lärmbelästigung durch die Jugendlichen. „Ich denke beim Texten nicht großartig nach, sondern beschreibe Situationen, die mich bewegen oder die ich erlebe“, verrät er.
Er freut sich, dass seine Texte gut ankommen und er viel Unterstützung bekommt. „Ich mache gerade die Erfahrung, dass viel über Kontakte geht. Und dass man, wenn man Leuten mit Respekt begegnet, viel zurückbekommt.
Junger Rapper hat bereits ein neues Projekt
Das hätte ich nie gedacht“, erklärt der junge Rapper und fügt hinzu: „Es ist schon toll, dass ein Kleinstadtjunge seine Musik macht und sich das tausend Leute anhören.“ Jetzt will er mit seinem Freund Moritz auf Kreta ein Tape aufnehmen und sehen, was sich noch ergibt.












