Der Markt Igensdorf bekommt für die Lindelberghalle eine ungewöhnliche Förderung aus dem europäischen Leader-Programm zur Entwicklung des ländlichen Raumes. Vor zwei Wochen war der Bescheid im Briefkasten, nun konnte Bürgermeister Edmund Ulm (CSU) den Scheck im Sitzungssaal des Rathauses entgegennehmen.
„Einen Scheck über 1,5 Millionen Euro haben wir noch nicht überreichen dürfen. Wir beschreiten Neuland im positiven Sinne“, freute sich der Forchheimer Landrat Hermann Ulm (CSU), der als Vorsitzender der lokalen Leader-Gruppe mit Marion Rossa-Schuster, der Leader-Managerin am Landratsamt, und mit Michael Hofmann vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Bayreuth, dem Koordinator der Leader-Region Oberfranken, gekommen war.
Unerwartet hoher Geldsegen
Auch Igensdorfs Bauamtsleiter Stefan Popp und die beiden Projektsteuerer Lindelberghalle, Werner Adelhardt und Manfred Hagen, waren bei dem historischen Moment dabei.
Normalerweise muss das Fördergeld, das Igensdorf nun erhält, sieben Jahre lang Projekte unterstützen. Der Grund für den unerwartet hohen Geldsegen für Igensdorf war die Laufzeitverlängerung des Förderprogramms durch die EU.
„Deshalb war mehr Geld da, um auch mal Großprojekte zu fördern“, betonte Hofmann. Das ist die Lindelberghalle, eine Kulturhalle, als zentraler Anlaufpunkt für alle Regionen im südlichen Landkreis.
„Ein Projekt, das mit der Halle für 500 Besucher, einem Raum für mittelgroße Veranstaltungen, aber auch mit kleineren Räumen eine bunte Vielfalt bietet, die man nur selten findet“, meinte Hofmann. „Ein Angebot, das man hier selten findet und auf das man stolz sein kann“, lobte Hofmann.
Ein Rohrbruch war der Anfang
2014 wurde erstmals über eine Generalsanierung der Lindelberghalle gesprochen. Ein Rohrbruch und unter Wasser stehende Kegelbahnen waren der Grund, die Mehrzweckhalle dann genauer unter die Lupe zu nehmen.
Schon von 2006 bis 2008 war ein Teil der Halle saniert worden. Allerdings reichte das nicht aus, denn auch die Gebäudetechnik war sanierungsbedürftig und die neuen Anforderungen im Brandschutz und der Versammlungsstättenverordnung mussten berücksichtigt werden.
Die für die Generalsanierung notwendigen Arbeiten wurden 2015 vergeben. 2017 lagen die Baukosten bei geschätzten 3,1 Millionen Euro. Im November 2019 wurde dann nach bereits verbauten 1,3 Millionen Euro der Baustopp verhängt, da sich immer mehr Maßnahmen summierten und die Kosten aus dem Ruder zu laufen drohten.
So müsste auch das Dach neu eingedeckt werden. Weitere Baustellen taten sich auf. Als von Kosten zwischen vier und sechs Millionen Euro geredet wurde, wies die Lindelberghalle eine energetisch sanierte Außenfassade und neu eingebaute Fenster auf.
2024 soll die Halle die endlich fertig werden
2020 wurde der Baustopp aufgehoben. Die Gastronomie wird nicht saniert werden, aber ein tragfähiges Konzept war bereits ausgearbeitet. Auf dieses Konzept baute Julia Endres, die zwischenzeitlich mit ins Boot geholte Planerin des touristischen „Fünf-Seidla-Steigs“ in der südlichen Fränkischen Schweiz, auf.
Der Förderscheck lautet auf 1.534.129,63 Euro. Mit 3,4 Millionen Euro werden die Gesamtausgaben beziffert. Nun will der Markt das Projekt bis Ende 2024 zum Abschluss bringen.
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