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Vollsperrung B2
Ab Montag ist Igensdorf dicht
Die Schilder, die die Vollsperrung in Igensdorf ab 6. März ankündigen, sind bereits aufgestellt, wie hier an der Shell-Tankstelle (r.), die von Weißenohe und Gräfenberg aus erreichbar bleibt.Forchheim & Fränkische Schweiz
Die Schilder, die die Vollsperrung in Igensdorf ab 6. März ankündigen, sind bereits aufgestellt, wie hier an der Shell-Tankstelle (r.), die von Weißenohe und Gräfenberg aus erreichbar bleibt. // Petra malbrich
Signet des Fränkischen Tags von Petra Malbrich
Igensdorf – Ab 6. März ist die B2 in Igensdorf für Autos komplett gesperrt. Pendler müssen lange Umwege nehmen, die Geschäftsinhaber fürchten massive Umsatzverluste.

Die lang angekündigte Vollsperrung der B 2 durch Igensdorf steht bevor. Ab dem 6. März ist die Bundesstraße in Igensdorf für den Durchgangsverkehr gesperrt. Zugleich heißt es, dass die Geschäfte erreichbar bleiben. Diese Meldungen lösen Verunsicherung bei Bürgern aus. Was stimmt? Beides.

Die Vollsperrung beginnt von Weißenohe kommend erst nach der Tankstelle und der gegenüberliegenden Baywa. Bis zum Bahnhof ist die Ortsdurchfahrt gesperrt. Der Bahnübergang bleibt grundsätzlich frei, Geschäfte und Ärzte dort und in der Forchheimer Straße sollen problemlos erreichbar bleiben.

Die Brücke, wegen deren Sanierung die Vollsperrung notwendig ist, liegt zwischen dem Friseurgeschäft Saadi und dem Wohnmobilhändler „Holiday-Mobil“. Die Arbeiten dort sollen bis Ende April fertig sein. Im Anschluss daran folgt der nächste Bauabschnitt bis zum Bahnhof. Aus zwei Abschnitten wurde einer in Vollsperrung, um schneller und sicherer arbeiten zu können. Die Sperrung über die gesamte Breite ist erforderlich, damit die Baufirma mit ihren Fahrzeugen rangieren und arbeiten kann.

Behelfsbrücke für Fußgänger

Wer zu den Geschäften will, kann aus beiden Richtungen kommend fast bis zur Brücke fahren, muss jedoch auf demselben Weg wieder zurückfahren. Für Fußgänger wurde eine Behelfsbrücke aufgebaut. „Der Anlieger- und Kundenverkehr ist grundsätzlich frei“, sagt Hella Ziefer, Pressesprecherin der Gemeinde Igensdorf.

Grundsätzlich heißt meistens. Es gibt auch die sogenannten „Schwarzwochen“, erläutert Igensdorfs Bauamtschef Stefan Popp. Das sind die Tage, an denen asphaltiert oder gefräst wird. In den Stunden können die Geschäfte oder Grundstücke nicht mit dem Auto erreicht werden.

Um es den Anwohnern zu erleichtern, werden bei der Baywa Parkplätze zur Verfügung gestellt. Die Anwohner können die Baufirma vor Ort ansprechen, dass beispielsweise Möbel oder Heizöl geliefert werden. Auch die Müllabfuhr und Rettungswagen müssen fahren können.

Lob fanden die Geschäftstreibenden für die Firma Strabag. „Der erste Bauabschnitt verlief gut“, lobt Klaus Wölfel von der Tankstelle in Igensdorf. Trotzdem brach das Geschäft letztes Jahr bei einseitiger Sperrung um die Hälfte ein. Jetzt fürchtet Wölfel einen noch größeren Einbruch. „Der gesamte Lastverkehr und die Pendler fallen weg“, sagt Wölfel.

Arbeitnehmer, die von der Gräfenberger Richtung Erlangen oder Nürnberg müssen, werden die Baustelle umfahren und woanders tanken. Auch Bürger aus den Orten ab Weißenohe aufwärts würden nicht mehr über Igensdorf nach Forchheim fahren – vom Pendler- und Schwerverkehr nach Nürnberg ganz zu schweigen. Keiner fahre extra nach Igensdorf zum Tanken und dann zurück zur Umleitung.

Geschäfte befürchten starken Umsatzverlust

Klaus und Philipp Wölfel von der Tankstelle und Kfz-Werkstatt rechnen deshalb nur noch mit 20 Prozent des bisherigen Umsatzes. „Wir stellen von Drei-Schicht- auf Zwei-Schicht-Betrieb um“, berichtet Klaus Wölfel.

Doch Not macht auch erfinderisch, beim Blumenladen „Stilblüte“ beispielsweise. Auch dieses Geschäft leidet seit drei Jahren, mit der Pandemie beginnend. Die Inhaberin Brigitte Schuler fürchtet, dass die Kunden Hemmungen haben, trotz Sperrung zum Geschäft zu fahren. Gerade die Vollsperrung falle in die Hauptsaison ihres Geschäfts. Sie appelliert deshalb an die Kunden, die Baustelle zu befahren und die Parkplätze zu nutzen. Die Geschäftsleute helfen sich auch untereinander. „Ab 23. März stehe ich mit meinem Pflanzenverkauf bei „Peters Radl-Stadl“, sagt Schuler.

Bis Ende April dauert die Brückensanierung, dem folgt die Sanierung bis zum Bahnhof bis 30.Juni. „Wir hoffen auf das Wunder von Forth“, sagt Hella Ziefer von der Gemeindeverwaltung Igensdorf. Für den Straßenbau im Nachbarort in der Gemeinde Eckental (Landkreis Erlangen-Höchstadt) waren mehrere Wochen angesetzt, in zwei Wochen war alles vorbei.

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